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Eilenburgs katholische Kirche bekommt einen neuen Altarraum

Umbau Eilenburgs katholische Kirche bekommt einen neuen Altarraum

Eilenburgs Katholiken und Protestanten rücken näher zusammen. Zumindest in den nächsten Wochen. Weil die Heimstatt der Katholiken, die Kirche in der Bernhardistraße, derzeit Baustelle ist, halten die Pfarrer Ulrich Schade und Michael Poschlod auf weiteres die Gottesdienste in der evangelischen Stadtkirche St. Nikolai ab. Immer sonnabends, 18 Uhr.

Der Altarraum in der katholischen Kirche wird umgestaltet.

Quelle: Alexander Prautzsch

Eilenburg. Katholiken und Protestanten rücken in Eilenburg näher zusammen. Zumindest in den nächsten Wochen. Weil die Heimstatt der Katholiken, die Kirche in der Bernhardistraße, derzeit Baustelle ist, halten die Pfarrer Ulrich Schade und Michael Poschlod bis auf weiteres die Gottesdienste in der evangelischen Stadtkirche St. Nikolai ab. Immer sonnabends, 18 Uhr.

In St. Franziskus Xaverius erfährt der Altarraum derweil eine Neugestaltung, die auf die Kirchenreform des zweiten vatikanischen Konzils 1965 zurückgeht. „Eigentlich hatten wir damals, nach der Flut 2002, schon überlegt, die Umgestaltung anzugehen“, sagt Schade. Im Fokus aber stand zunächst der Wiederaufbau, nicht bauliche Veränderungen. Bei denen geht es hauptsächlich darum, dass der Pfarrer beim Gottesdienst den Besuchern das Antlitz und nicht mehr den Rücken zuwendet. In Eilenburg ist das möglich, seit ein Provisorium aus Holz unweit des großen Porphyr-Gebildes steht. „Das ist nun seit fast 50 Jahren so“, erzählt Schade.

Das soll sich jetzt ändern. Die gemeinsam mit dem Eilenburger Architekten Uwe Giersdorff und dem Kirchenvorstand erarbeiteten Pläne sehen vor, dass bisheriger Altarraum und Kirchenschiff nicht voneinander getrennt werden. „So bleibt der gesamte Raumeindruck erhalten, wir profitieren von den großen Fenstern des Altarraumes und sind für besondere Anlässe wie Chorauftritte flexibel“, formulierte Michael Poschlod in einer Information an die Kirchgemeinde. Der bisherige Altarraum wird weitgehend beräumt, die Stufenanlage unter dem Hochaltar soll verschwinden. Lediglich der Tabernakel auf einer Stele aus Rochlitzer Porphyr und das Taufbecken bekommen einen neuen Platz. Das Kreuz bleibt, wo es jetzt ist und wird künftig durch seine Solitärstellung stärker zur Geltung kommen als bisher.

Die Pläne sehen ebenso vor, dass die neue Altarebene unterhalb der Treppe angelegt wird und damit eine Stufe höher als die breite Stufe, auf der Ambo und Taufbecken stehen. Platz wird, indem zwei Bankreihen zurückgebaut werden, so Schade. Altar, Amo, Priestersitz und jeweils rechts und links Hocker für die Ministranten sowie kleine Tische für die Utensilien kommen ebenso dazu. Und da auch der Marienaltar abgebaut wird, bekommt Maria eine Steinplatte zu ihren Füßen, auf der Blumen und eine Kerze stehen können.

Altar, Ambo und Tabernakelstele werden zu 100 Prozent aus dem vorhandenen roten Porphyr von Hoch- und Marienaltar gefertigt. Den neuen Altar gestalte der Steinmetz dabei wesentlich kleiner als den bisherigen. Übernommen werde, so Schade, aber vor allem das Mittelteil. Der Kreuzweg wird etwas versetzt. Für Menschen mit Hörgeräten wird eine Induktionsschleife gelegt. Der Vorraum erhält eine Sauberlaufmatte und die Kirche ist über einen barrierefreien Zugang erreichbar. Zum Schluss erhält das Innere noch einen frischen, weißen Anstrich. Am 29. Oktober soll alles fertig sein. Für diesen Tag ist die Altarweihe terminlich schon fest fixiert.

Für die Umgestaltung des 1853 eingeweihten Gotteshauses müssen die Katholiken tief in die Tasche greifen. 180 000 Euro kostet das Ganze, das zu einem wahren Gemeinschaftswerk wird. „Ein Teil kommt vom Bistum, ein Teil vom Bonifaziuswerk, dazu Mittel aus Rücklagen und Spenden“, erklärt Ulrich Schade. Ähnlich verfahren wurde schon beim Umbau der Katholischen Kirche in Bad Düben und bei der Neuanschaffung der Orgel in Delitzsch. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand begleiten die Maßnahmen unterstützend. Auch die Gemeinde wurde informiert. Michael Poschlod hatte die Umbaupläne nach einem Gottesdienst in Eilenburg vorgestellt.

Zur von Michael Poschlod geleiteten Pfarrei Delitzsch gehören im Altkreis Delitzsch rund 2200 Mitglieder in 110 Orten. Zwischen 500 und 600 liegt die Zahl in Eilenburg und Umgebung.

Von Kathrin Kabelitz

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