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Eilenburgs malende OP-Schwester taucht ins Mittelalter ein

Bilder-Schau Eilenburgs malende OP-Schwester taucht ins Mittelalter ein

Die Landschaft der Region hat es der Eilenburgerin Anke Jahn schon immer angetan. Meist hielt sie ihre in Aquarellfarben fest. Nun wendet sie sich verstärkt Acryl zu und geht auf Zeitreise ins Mittelalter. Zu sehen ist das derzeit im Eilenburger Sorbenturm. Der hat den Sommer über sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Anke Jahn präsentiert ihre Bilder derzeit im Sorbenturm.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Natur, transparente Aquarellfarben. Das war früher. Anke Jahn hat ihr Repertoire erweitert und sich verstärkt den Acrylfarben verschrieben.

Seit Jahren ist sie bekannt als malende OP-Schwester. Sie hatte bereits vielen Ausstellungen in der Region und gibt mittlerweile ihre Kenntnisse in einem Volkshochschulkurs weiter. Nun taucht sie mit ihren Bildern ab in die Mystik vergangener Jahrhunderte. Da herrschen eher dunkle Farben vor, schwirren Fledermäuse, reiten Ritter hoch zu Ross, setzen geheimnisvolle Zeichen Blickpunkte. Und es sind immer wieder Bauten des Burgbergs zu entdecken. Mal das steinerne Tor, mal der einstige Bergfried.

Kunst im Eilenburger Sorbenturm

So ist es derzeit im Sorbenturm auf dem Eilenburger Berg zu sehen, der in den Sommermonaten Ausflügler einlädt, sonntagnachmittags auf die Plattform zu steigen und die Aussicht über Stadt und Flusslandschaft zu genießen. Und zwischendurch kommen die Besucher auf zwei Etagen an den Werken von Anke Jahn vorbei. Und vielleicht auch an ihr selbst, denn seit einiger Zeit ist sie Mitglied des Burgvereins, der den Turm betreut. Sie hat sich des öfteren im Sonntagsdienst-Plan eingetragen.

„Ja, die figürlichen Darstellungen sind neu“, bestätigt sie die Beobachtung. Tier und Mensch bevölkerten ihre Bilder früher selten. Sie hat sich’s über die Jahre erarbeitet, reist immer wieder zu Urlaubs-Workshops, bei denen sie sich inspirieren lässt und neue Techniken vervollkommnet. „Die Mittelalter-Bilder sind schon ein krasser Kontrast zu dem, was ich früher gemacht habe“, stellt sie fest. Sie probiert aber auch anderes aus, zeigen die Kollagen, die zwischen den beiden Etagen an einem Metallgitter hängen. Foto-Motive sind da träumerisch und oft bunt erweitert. Und wieder sind es die lokalen Eindrücke, die sie in den Mittelpunkt rückt. Den Heinzelmann vom Marktbrunnen oder die kleinen steinernen Musikanten aus den Grünanlagen am Nordring. „In Eilenburg sind immer wieder Ecken zu finden, von denen ich mir sage: Es lohnt sich, das mal festzuhalten.“

Geschichte der Heimat

Außerdem vertieft sie sich in die Geschichte ihrer Heimatstadt. „Das macht mir Spaß, ältere Geschichten und Texte zu lesen und dann die Gedanken dazu in Farben auf die Leinwand fließen zu lassen. Es ist schon spannend: Wie war das mit den Wettinern, wie war das mit den Ilburger Rittern?“, erklärt die 57-Jährige. Sie hat einen Kreis gefunden, der sich bei diversen Festen immer wieder auf Zeitreise begibt: Ein Wochenende lang tragen die Mitwirkenden im historischen Kostüm dazu bei, Vergangenheits-Atmosphäre in eine Stadt zu bringen. Eine Reise in die Zeit. „Hinterher kommt man sich in der Alltagskleidung richtig merkwürdig vor“, erzählt die Eilenburgerin. Denn das ist kein Fasching. Da wird auf Details geachtet. Der Stil von Kleider und Requisiten muss stimmen. Es wird selbst auf die richtigen Umgangsformen und Sitten Wert gelegt. So durfte „Burgfräulein Anke“ nie ohne vier Bewacher auf die Straße. „Das kitzelt Heimatverbundenheit noch auf ganz andere Art heraus“, erklärt sie. Derzeit entwirft sie Illustrationen für ein neues Buch des Eilenburger Geschichtsforschers Wolfgang Beuche. Zwei Ausstellungen fürs nächste Jahr sind schon im Torgauer Schloss Hartenfels und im Naturparkhaus geplant. „Im Turm dann erstmal nicht.“

Der Sorbenturm hat bis zum 2. Oktober sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Außer der Reihe sind Führungen möglich. Anmeldungen über den Burgverein: www.eilenburger-burgverein.de. Auch zum Tag des offenen Denkmals am 11. September ist die Aussichtsplattform zu begehen, gibt es Führungen.

Von Heike Liesaus

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