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Eilenburgs neue Anlaufstelle für Flüchtlinge und Helfer ist in Betrieb

Haus VI Eilenburgs neue Anlaufstelle für Flüchtlinge und Helfer ist in Betrieb

In Eilenburg gibt es jetzt einen festen Anlaufpunk für Flüchtlinge und Helfer. Und der ist gefragt. Da, wo Torsten Pötzsch als Jugendberater bisher seinen Schreibtisch im Jugendhaus VI hatte, fand sich noch Platz für Stefan Krippendorf, den Flüchtlingssozialarbeiter. Und die zwei haben einiges zu tun.

Farhad aus Afghanistan (Zweiter von links) und seine Brüder packen gemeinsam mit Torsten Pötzsch und Steffen Krippendorf (Zweiter und Dritter von rechts) einen Spendenkarton aus.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Neben den beiden Cafés International gibt nun einen festen Anlaufpunk für Flüchtlinge und Helfer in Eilenburg. Und dieser ist gefragt. Da, wo Torsten Pötzsch als Jugendberater bisher seinen Schreibtisch im Jugendhaus VI hatte, fand sich noch Platz für Stefan Krippendorf, den Flüchtlingssozialarbeiter. Nebenan gibt es einen größeren Raum mit einigen kleinen Sesseln, Stühlen und Tischen. Die sehr stabile Theke hatte mal eine Jugendgruppe gebaut, die das Areal einst für sich nutzte. Nun blubbert dahinter eine Kaffeemaschine. Auf einem Schränkchen stehen etwas Geschirr, Vasen und ein paar Tassen. Das sind einige der Spenden, die abgegeben wurden und die sich jeder nach Bedarf mitnehmen kann.„Eigentlich wird alles gebraucht. Wohnungen, die Flüchtlingen vom Landratsamt oder von den beauftragten Firmen zur Verfügung gestellt werden, sind ja soweit ausgestattet, unter anderem mit Waschmaschinen. Die vielen Kleinigkeiten fehlen da eher“, erklärt Krippendorf. Gebraucht werden Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck. Aber auch Fahrräder und Fernsehapparate samt DVB-T-Reciver, die nicht zur Grundausstattung gehören, sind gefragt. „Gerade ist der letzte Fernseher, den wir hatten, raus. Selbst die Röhrengeräte kriegen wir los“, sagt Krippendorf, der für die Asylsuchenden im Bereich Eilenburg zuständig ist – 200 Menschen sind das inzwischen.

„Das passt schon. Schließlich überschneidet sich manches. Jeder Flüchtling ist im entsprechenden Alter auch Jugendlicher“, stellt Jugendberater Pötzsch zum Einzug der Anlaufstelle fest. Sozialpädagogen sind übers Diakonische Werk angestellt. Ebenfalls ein Standortvorteil: Die Außenstelle des Landratsamtes ist gleich im Gebäude nebenan.

In der Sprechstunde wird schnell klar, hier sind die verschiedenen Probleme zu klären. Die Fragen, wo ein Zahnarzt zu finden ist oder wo Sprachkurse laufen, sind da noch die kleinsten. Und alles wird wegen der sprachlichen Hürde mühsamer und langsamer. Immerhin gibt es zwei arabische Muttersprachler, die als Übersetzer fungieren. Der eine kommt aus Tunesien und ist schon seit Jahren in Deutschland, der andere ist ein Syrer, der in seiner Heimat Arzt war. Sie helfen gerade zwei Männern, Formulare auszufüllen. Im Falle der vierköpfigen afghanischen und damit Persisch sprechenden Familie, die gerade in den Treff kommt, nützen diese Fertigkeiten nichts. Die Mutter mit ihren drei Jungs ist seit drei Monaten in Eilenburg. Der 13-Jährige hat noch in Afghanistan Englisch in der Schule gelernt. So läuft die gesamte Verständigung über ihn. „Das vordringlichste Problem in diesem Fall ist sicher die Familienzusammenführung“, schätzt Pötzsch. Es gibt noch zwei große Brüder, die es in den süddeutschen Raum verschlagen hat. Wo der Vater geblieben ist, wissen die vier nicht. Immerhin haben sie noch eine Eilenburgerin, die sich als Patin engagiert, als Ansprechpartnerin.

Sprechzeit für Flüchtlinge und Helfer ist immer dienstags und donnerstags im Jugendhaus VI, 13 bis 18 Uhr, Belian-Straße 6, 1. Etage. Fragen zu Spenden unter Telefon 0174 2113805 montags bis freitags.

Von Heike Liesaus

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