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Eilenburg Eilenburgs neue Burgberg-Herberge: Freistaat hat nichts zu meckern
Region Eilenburg Eilenburgs neue Burgberg-Herberge: Freistaat hat nichts zu meckern
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14:04 19.05.2015

"Ich habe das Ganze als Pflichtgespräch empfunden, ohne korrekte Stellungsnahme zu unserem Anliegen", fasste der Burgbergbewohner nach der Debatte am Rande des aktuellen Umbaus des alten Gefängnisses zur Radlerherberge zusammen. Und zeigte sich außerdem enttäuscht, dass Landrat Michael Czupalla (CDU), der diesen Termin vorgeschlagen hatte, kurzfristig wegen wichtigerer Angelegenheiten absagte. "Die Wirtschaftlichkeit und die damit verbundenen Zweckbauten stehen an öffentlichen Gebäuden vor dem Umgebungsschutz", nahm Erler unterm Strich mit.

Er hatte in jüngster Zeit, wie berichtet, mit verschiedenen Aktivitäten versucht, gegen moderne Architektur auf dem historischen Gelände vorzugehen. Und konnte die Argumente, weshalb denkmalschutzrechtliche Auflagen für das Gefängnis-Projekt anders bewertet werden als für das Grundstück seiner Familie und Anwesen seiner Nachbarn, auch diesmal nicht nachvollziehen.

Und "als ob man sich in Dresden abgesprochen hätte", so Erler, landete dieser Tage die Antwort auf sein Schreiben an Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Briefkasten, dessen Inhalt im wesentlichen mit der Quintessenz der Diskussion vor Ort übereinstimmte: Für die Erhaltung von Baudenkmalen sei die Nutzungsperspektive eine wichtige Voraussetzung. Würden Kulturdenkmale nicht mehr entsprechend ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung genutzt, "sollen Eigentümer eine Nutzung anstreben, die eine möglichst weitgehende Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet", wird aus dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz zitiert. Eilenburgs neue Herberge würde diesem Ziel entsprechen und insofern seien auch notwendige weitere Gebäude mit den zulässigen modernen Elementen hinzunehmen. Bedeutet: Was geplant ist und schon dasteht, wird so weitergebaut.

Auf den Prüfstand müssen jetzt wahrscheinlich die Abwasserprojekte in diesem Bereich sowie der Zeitplan. Denn den Ortstermin nutzte auch Eilenburgs Museumsleiter Andreas Flegel, um ein von der EU finanziertes Projekt vorzustellen, mit dem an drei Tagen in dieser Woche kurzfristig die Vorbereitungen für weitere archäologische Ausgrabungen auf dem Baustellen-Areal getroffen wurden. "Was sich daraus noch ergibt, müssen wir erst einmal einordnen", so Karsten Steinbach vom städtischen Bauamt. Woraus sich ein kleiner Hoffnungsschimmer ergibt. Denn in Sachen Freiflächengestaltung ist wohl noch einiges offen. Deshalb betonte Erler: Auf dem Burgberg weniger Interna, sondern mehr öffentliche Debatten, künftige Beschlussvorlagen verständlich darstellen, den Bürgern bei der Gestaltung ihrer Stadtgeschichte mehr Mitspracherecht einräumen.

Auf die Werterhaltung und Pflege des Burgberg-Innenlebens sowie seiner Historie will sich künftig der Verein Sorbenburg Eilenburg mit Partnern im Rathaus und Verbänden kümmern. Dessen Gründung wird gerade vorbereitet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.05.2015
Von Karin Rieck

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