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Eilenburg Eilenburgs schlimmste Schandflecke
Region Eilenburg Eilenburgs schlimmste Schandflecke
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14:25 19.05.2015
Mit Brandschaden Dauerbrenner in Einwohnerfragestunden: Das Gebäude Ziegelstraße 1. Quelle: Wolfgang Sens

Auch die Stadt wollte damals mitbieten. Doch der Käufer hatte gerade mal 500 Euro mehr offeriert, als sich die Kommune als Limit gesetzt hatte. Wozu der Eigentümer die Immobilie behält, ist ein Rätsel. Die Stadt hatte in der Zwischenzeit bereits mehrere Anläufe unternommen, es ihm abzukaufen. "Er sagte nein", so Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos).

Das frühere Sozialgebäude des Eilenburger Chemiewerks ist inzwischen ein Dauerthema in den Einwohnerfragestunden. Zwischenzeitlich war schon ein Zwangsversteigerungstermin angesetzt, weil es Außenstände gab. Die Stadt wollte wieder mitbieten, um das Gebäude zu erwerben und es abzureißen. Doch dann hatte der Eigentümer in letzter Minute den offenstehenden Betrag gezahlt.

Der Schandfleck an der Mulde ist nicht der einzige, der den Bürgern bitter aufstößt: Auch das Haus in der Torgauer Straße 49 ist seit Jahr und Tag immer wieder Thema. Dabei ist hier sogar der Freistaat Sachsen Eigentümer. 2009 wurde ein Netz übers Dach gelegt, um die herabfallenden Ziegel abzufangen. Zuerst war ein Gerüst, das vier Jahre dort stand, ständiger Stein des Anstoßes. Dann war der Gehweg zwar wieder frei. Doch das Objekt, das dem Freistaat wegen einer ausgeschlagenen Erbschaft zufiel, blieb weiterhin ein Schandfleck im Stadtbild. Außer weiterem Verfall änderte sich in den vergangenen Jahren nichts. Es sei einfach ein Ärgernis für alle, besonders aber für die Nachbarn, die damit leben müssen, so Wacker. "Wir haben schon mehrere Kontakte zur SIB gehabt. Die ticken anders." Seitens des Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement habe es also kein Entgegenkommen gegeben.

Auch am zerfallenen Gebäude vor der Muldenbrücke ist ein Fangnetz angebracht, damit Passanten nicht von herabfallenden Ziegeln getroffen werden. Zu mehr sei ein Eigentümer nicht verpflichtet, ist immer wieder zu hören. Ist Gefahr in Verzug, kann eine Kommune eine sogenannte Ersatzvornahme einleiten und sie dem Eigentümer in Rechnung stellen. Doch Enteignung und Abriss wegen Hässlichkeit sind nicht möglich. Und die Eigentümer bleiben anonym. Wacker machte in der Einwohnerversammlung seinem Ärger Luft: "Da sollte man auch bei privaten dranschreiben, wer Eigentümer ist. Möglichst gleich mit Telefonnummer."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.04.2015
Von Heike Liesaus

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