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Ein Euro pro Einwohner - Tierheim will Gespräche mit Kommunen führen

Ein Euro pro Einwohner - Tierheim will Gespräche mit Kommunen führen

Rund 20 niedliche Katzenkinder warten im Eilenburger Tierschutzzentrum auf neue Besitzer zum Schmusen. Ein Hund soll an diesem Wochenende ein neues Zuhause bekommen.

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Ungewöhnlich viele junge Katzen haben sich im Tierheim angesammelt. Vier von 20 Miezen, die auf ein neues Zuhause warten, sind hier im Körbchen versammelt - bewacht von einem (Plüsch-) Hund und präsentiert von Leiterin Annett Albrecht.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Der Alltag Am Färberwerder 14 forderte das Personal auch über die Feiertage. Obwohl Vermittlungen und Beratungen zwischen dem 22. Dezember und 2. Januar vorübergehend ausgesetzt wurden. Denn auch die engagiertesten Tierfreunde möchten zu Weihnachten und Silvester ebenfalls etwas mehr Zeit mit ihren Familien verbringen, fuhren den Zwei-Schicht-Dienst personell etwas zurück. Zudem muss sich eine der guten Seelen der Einrichtung im Gewerbegebiet Nord-Ost - Handwerker, Kleintier- und Reptilienfachmann Gerhard Wolf - im Krankenhaus auskurieren. Der Mittsiebziger fiel kurzfristig aus. Das riss ein schmerzliches Loch.

Auch die anderen bekannten Löcher bleiben dem Tierschutzverein erhalten. "Mit unseren Vertragskommunen gehen die Gespräche wegen einer Erhöhung des Beitrages weiter", blickte Tierheimleiterin Annett Albrecht auf das derzeitige Problem. Denn finanzielle Engpässe, die Anfang des Jahres am Rand von Delitzsch das Lauesche Tierheim mit einer Insolvenz bedrohen (wir berichteten), drücken auch die Eilenburger regelmäßig. "Uns geht es momentan zwar nicht ganz so schlecht. Wir haben aber auch nur für etwa ein Vierteljahr Reserven in unserem Haushalt. Futterspenden, über die wir uns vor allem zum Jahresende immer freuen, sind von Hunden und Katzen schnell aufgebraucht. Uns hilft wirtschaften, wenn wir nicht schon bald wieder etwas zukaufen müssen", so die Chefin. Aus Bad Schmiedeberg, berichtete sie froh, kam die Zusage, die bisher 75 Cent pro Einwohner auf einen Euro aufzustocken. Positive Zeichen in dieser Richtung gäbe es auch aus Eilenburg, Doberschütz, Jesewitz und Zschepplin. Ein Euro pro Einwohner für das Einfangen und Betreuen von Fundtieren - "das würde uns sehr helfen", beschrieb Annett Albrecht Teile eines Jahresbudgets, das etwa zur Hälfte Tierarztkosten verschlingt. "Weil wir uns um viele alte und nicht mehr vermittelbare Vierbeiner kümmern, die permanent Medikamente benötigen. Auch die Kastration von Katzen kostet." Etwa ein Viertel des Finanzbedarfs könnten über die Zuwendungen der Kommunen, die zurzeit zwischen 50 und 75 Cent pro Einwohner liegen, gedeckt werden. Das andere Viertel rekrutiere sich aus Spenden - eine eher schlecht planbare Größenordnung.

"Den ab diesem Jahr geltenden Mindestlohn müssen wir mit reduzierten Stundenzahlen bei unseren drei Festangestellten und drei Mini-Jobbern abfangen", beschrieb die 28-jährige Tierheimleiterin die personelle Situation. Sie selbst steht in der Elternzeit noch einige Monate nur mit einer reduzierten Stundenzahl zur Verfügung. "Wir hoffen aber im Frühjahr auf Helfer aus den Bereichen Bundesfreiwilligendienst und Ein-Euro-Jobber." So bleiben die vier Ehrenamtler, auf die sich die Mannschaft des Tierschutzzentrums Am Färberwerder regelmäßig verlassen kann, eine wichtige Bank im Dienstplan, der täglich den Einsatz von mindestens fünf Mitarbeitern erfordert. "Ehrenamtliche Hilfe brauchen wir immer für unsere fast 200 Tiere", so Albrecht. Und wenn es für einen Spaziergang ums Eck ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.01.2015
Von Karin Rieck

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