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Ein Handy-Laden weniger, ein Bäcker mehr – Bewegung in der Eilenburger City

Handel und Gastronomie Ein Handy-Laden weniger, ein Bäcker mehr – Bewegung in der Eilenburger City

Der Rote Hirsch in Eilenburg ist nach wie vor zu haben. Auch die letzte Ausschreibung des Ratskellers hatte nicht zur Verpachtung geführt. Doch es kommt Bewegung – zumindest in den Eilenburger Laden-Leerstand.

Wer geht wo rein? Eilenburgs Handel und Gastronomie sind im Umbruch.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Ein Bäcker mehr, ein Handy-Laden weniger, aber auch Leerstände, besonders in der Gastronomie. In der Geschäftsbesetzung der Eilenburger Innenstadt gibt es leichte Bewegung: Talk-Point, die Eilenburger Firma für Mobilfunk- und Elektronikvertrieb, will die bisherige Filiale in der Bergstraße und den Vodafon-Shop in der Leipziger Straße 58, dem einstigen Café Cortina, zusammenführen. „Kürzere Wege, größere Auslagen, mehr Personal am Standort und damit vielfältigere Beratung“, nennt René Görke, einer der Talk-Point-Geschäftsführer, Vorteile der neuen Struktur. „Wir wollen dort unter anderem das Thema Smarthome anbieten.“ Zudem wird dieser Shop Anlaufstelle in Sachen Breitband-Ausbau werden. Hier gibt des die Telekom-Angebote, die sich mit dem geplanten Netz-Ausbau in der Muldestadt ergeben. Zudem sind seit zwei Jahren Talk-Point-Zentrale und -Versandhandel von der Bergstraße, wo die Firmengeschichte begann, ins sanierte und umgebaute Bahnhofsgebäude eingezogen. „Hinter dem Shop Bergstraße hatten wir noch Räume für den Service, der nun ebenfalls umgezogen ist. Da ist es konsequent, für das Haus eine andere Nutzung zu finden“, erklärt René Görke. Wenn alles so klappt, wie geplant, werden dort Wohnungen entstehen.

Gastronomie wird somit im ehemaligen Café Cortina nicht so schnell wieder einziehen. Doch es ist eine Besetzung der einstigen Boutique ML in Sicht, informierte Birgit Bendix-Bade, Geschäftsführerin der Eilenburger Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft (EWV): „Dort will die Bäckerei Nagorny eine Filiale eröffnen.“ Vermietungsbeginn soll Mitte Juni sein. Dieser Familienbetrieb ist in Glaucha ansässig. Somit hätte Eilenburg dank der Verstärkung aus der Heide ein neues Bäckerei-Geschäft. Durchaus ein Ersatz für die von vielen vermisste Stadtbäckerei Holz. In der Bernhardi-Straße dürfte es schwer sein, einen neuen Betrieb dieser Art zu beleben. Denn das Gebäude ist Wohnhaus der einstigen Betreiber.

Hoffnung gibt es derzeit auch wieder für den Eilenburger Ratskeller. Nach der letzten Ausschreibung bestand schon die Aussicht, dass die Gaststätte unter dem Rathaus bis zum Stadtfest wieder öffnen könnte. Doch dann war der Kandidat abgesprungen. Der Ratskeller steht seit Herbst 2015 leer, nachdem der Wirt nach rund anderthalb Jahren aufgegeben hatte. Vorher war das Restaurant zwei Jahre ungenutzt. „Es gibt aktuell einen ganz konkreten Interessenten“, berichtet Heiko Leihe, Leiter des Bereichs Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung. „Wir erachten ihn als sehr aussichtsreich.“ Allerdings laufen die Verhandlungen noch, deshalb sei zum wer, was und wann nichts spruchreif.

Der Rote Hirsch indes, das zweite große Haus im Stadtzentrum, ist nach wie vor zu haben: „Gaststätte mit großem Freisitz in zentraler Lage von Eilenburg, Torgauer Straße 40“, so steht es nach wie vor unter den Immobilienangeboten der Sparkasse Leipzig im Internet.

Optimismus wiederum in der Gartenanlage Sewastopol: „Wir haben zwei Gastwirte, die sich ernsthaft interessieren. Und die sich jetzt entscheiden wollen“, erklärt Peter Heinemann, Vorsitzende des Gartenvereins. „Wenn wir Glück haben, ist es im Sommer wieder in Betrieb.“ Schließlich erfreuen sich die Gartenlokale in den Anlagen Groitzscher Aue, Schlossaue und Kugelfang großer Beliebtheit. Allerdings sucht auch die Strandklause im Eilenburger Freizeit- und Erholungszentrum am Kiessee einen Pächter. „Versorgt werden hier nicht allein die Badegäste, sondern auch die Dauer- und Kurzzeitcamper. Das ist natürlich ein Saisongeschäft“, erklärt FEZ-Verwalterin Beate Millemann. Am schönsten wäre es, wenn sich noch für diesen Sommer ein neuer Betreiber fände. Doch sie weiß auch um die Schwierigkeiten: Mal kann wenig los sein und an anderen Tagen kommen jede Menge Gäste. Das heißt: Ein Team von sechs bis sieben Leuten muss auf Abruf rasch zu aktivieren sein.

Von Heike Liesaus

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