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Ein Künstler schwört auf sein Heimatdorf Wöllnau

Unterwegs in ... Ein Künstler schwört auf sein Heimatdorf Wöllnau

Der bekannte Wöllnauer Maler Volker Pohlenz und der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU) über ihr Heimatdorf, in dem auch schon manch andere Prominenz unterwegs war.

Das Gemälde mit Luther bei der Einweihung der Schlosskirche in Torgau von Volker Pohlenz illustriert neuerdings auch ein Geschichtsbuch.

Quelle: Wolfgang Sens

Wöllnau. Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Zu Wöllnau – als Straßenangerdorf im Naturpark Dübener Heide gelegen – so viel vorab: Die Zufahrtsstraße von der Staatsstraße 11 zwischen Eilenburg und Bad Düben in den 250-Seelen-Ort ist wieder befahrbar. Gut auch für den Maler Volker Pohlenz, der hier sein Atelier hat und zu dieser Jahreszeit öfter auswärts zu Auftragswerken unterwegs ist. „Großstadt wäre nichts für mich“, erzählt der 60-Jährige bei einer Tasse Kaffee an seinem Lieblingsplatz inmitten zahlreicher Ölgemälde.

Von hier fällt der Blick auf den Hof der Eltern, wo auch die Familie des Bruders – Karl-Heinz Pohlenz ist Ortsvorsteher – ihr Refugium hat. Die Zeit in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst liegt schon in weiter Ferne. „Nach der politischen Wende musste ich mich entscheiden, wie es weitergehen soll. Ich wollte unabhängig bleiben und so wurde das Haus mit dem Atelier auf dem elterlichen Grundstück gebaut. Mit viel Raum für künstlerisches Schaffen. Der Name des Wöllnauers hat inzwischen weit über den kleinen Ort hinaus Anklang. Sein Großgemälde „Einweihung der Schlosskirche durch Luther am 5. Oktober 1544“ für Schloss Hartenfels in Torgau, erzählt er bei dieser Gelegenheit, illustriert neuerdings auch das Geschichtsbuch für Siebtklässler vom Klett-Verlag zum Thema Reformation.

Für die Torgauer Schlosskirche erweckte Pohlenz auch das Gemälde „Elias und die Baalspriester“, wie berichtet, zu neuem Leben. Zunächst auf eigene Kosten. Der Künstler hofft weiter auf Sponsoren, damit das Bild eines Tages an seinem angestammten Platz hängt. Denn der Historie zu ihrem Recht zu verhelfen, das zieht sich durchs Pohlenz’sche Schaffen wie ein roter Faden. „Von der Chronik 700 Jahre Wöllnau gibt es noch 15 Exemplare“, erwähnt der Maler, außerdem Ortschronist. Dafür schoss er die Prämie für den Gellert-Preis für herausragendes künstlerisches Schaffen in der Region vor. Ist die Auflage vergriffen, habe er zumindest die Investition in ein dreiviertel Jahr Arbeit wieder herein.

Das 1314 erstmals urkundlich erwähnte Wöllnau, erinnert Pohlenz, habe es wohl auch anderen Leuten, denen Kunstfertigkeit – ob mit dem Pinsel, dem Wort oder auf andere Weise – liegt, angetan. „Da werden die Wöllnauer meist unterschätzt“, kommt es augenzwinkernd. So zog es erst jüngst den „Knochenbrecher“ Tamme Hanken, Ostfriesen-Star gleich mehrerer Fernseh-Dokus und einer der bekanntesten Pferde-Chiropraktiker der Welt, auf seinen Touren quer durch Deutschland nach Wöllnau.

Auch hier befreite er so manches Pferd von seiner Pein. Jennifer Haucks Einladung vom gleichnamigen örtlichen Reiterhof hatte Erfolg. Für Doberschütz’ Bürgermeister Roland Märtz, ebenfalls Wöllnauer, wäre es schon eine Art Kunst, würde sich auf die Ausschreibung des kommunalen Gasthofes ein neuer Pächter mit neuen Ideen finden. „Denn die Wöllnauer sind keine Kneipengänger. Mit gelegentlichem Laufpublikum läuft die Gastwirtschaft leider nicht“, bedauert er.

Alle Serien können Sie nachlesen auf www.lvz.de/region

Von Karin Rieck

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Wöllnau
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