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Eilenburg Ein Stolperstein für den Eilenburger Hans Freimann
Region Eilenburg Ein Stolperstein für den Eilenburger Hans Freimann
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10:30 07.05.2016
Künstler Gunter Demnig, Lehrerin Sylvia Kristalla, Lena Jaßmann und Lea Lausmann (von links) bei der Stolperstein-Verlegung für Hans Freimann an der Torgauer Straße 19 in Eilenburg. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Es ist wenig bekannt über den Eilenburger Hans Freimann, der im Alter von 20 Jahren umgebracht wurde. Doch seit Freitag erinnert an ihn ein kleiner Messingquader im Pflaster vor der Torgauer Straße 19. Dort stand einst das Haus, in dem er wohnte. „Stolpersteine“ heißt das Projekt, das der Kölner Künstler Gunter Demnig anschob, um Opfer des Nazi-Regimes zu würdigen. „Der Blick zurück zeigt, mit welcher Willkür und Grausamkeit Menschen ums Leben gebracht wurden“, verdeutlichte Erik Wolf, Regionalgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Schirmherr der Aktion in Eilenburg das Anliegen. Was gab letztlich Ausschlag für die Deportierung des Jugendlichen? Sein Bekenntnis zum jüdischen Glauben? Eine Behinderung? Was wurde aus den Eltern? „Es ist schwer nachzuvollziehen, was sich damals genau abspielte“, stellte die Gymnasiastin Lena Jaßmann fest. Es bleiben nur Fakten aus den erhaltenen Dokumente. Die 17-Jährige gehört zu den Schülern , die mit ihren Geschichts-Lehrerinnen Sylvia Kristalla und Steffi Schober unterstützt vom Verein Erich-Zeigner-Haus Leipzig in Archiven forschten. Demnach ist Hans Freimann, Sohn des Kaufmanns Benjamin und dessen Frau Rifka Buhla Freimann, 1936 auf Betreiben der Nationalsozialisten in die Landesheilanstalt Uchtspringe eingewiesen worden. Die wenigen Aufzeichnungen über „Verlegungen“ von Euthanasie-Opfern in Tötungsanstalten, die im Landesarchiv Sachsen-Anhalt zu finden waren, zeigen zudem, dass er am 22. November 1940 nach Bernburg gebracht und noch am gleichen Tag ermordet wurde. Diese Daten sind nun auch in den Stolperstein für Hans Freimann eingraviert. Es ist der elfte in der Muldestadt. „Es gibt weiteres Recherche-Potenzial in Eilenburg, allein für etwa zehn jüdische Opfer“, erklärt Henry Lewkowitz vom Verein Erich-Zeigner-Haus.

Von Heike Liesaus

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