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Eilenburg Ein Storchennest für Eilenburger Ortsteil
Region Eilenburg Ein Storchennest für Eilenburger Ortsteil
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21:16 01.04.2016
Peter Solluntsch vom Landschaftspflegeverband, Andreas Reichert von den Stadtwerken und der Regionalbeauftragte Uwe Seidel (von links) bauen das Nest auf. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Mission Storchennest für Wedelwitz: Ein Kran, ein Hubsteiger, fünf Männer, ein Haufen Äste und ein feuerverzinktes Spezialgestell waren nötig, um einen Nist-Platz für Störche im Eilenburger Ortsteil herzurichten. Dort hatte sich im vorigen Jahr eine Gruppe jugendlicher Adebare längere Zeit aufgehalten. Irgendwann hatten einige damit begonnen, Nistmaterial auf dem Strommast an der Ecke der Straße Am Bach und der Kurt-Bennewitz-Straße aufzuschichten.

„Das konnte nicht so bleiben“, erklärte Maike Trulson-Schult, Geschäftsführerin der Stadtwerke Eilenburg (SE). Die Nähe von Geäst und Leitungen würde Gefahr sowohl für die Tiere, als auch für die Stromversorgung in Wedelwitz bedeuten. Allerdings war das Signal, das die Vögel setzten, deutlich: Der Ort nahe der Flussaue ist attraktiv für Klapperstörche. Grund für die Stadtwerke, dem möglichen Nistplatz nunmehr gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen eine solide Grundlage zu verschaffen.

„Wir hatten sogar schon Störche auf unserem Betriebsgelände. Dort nisteten sie auf einer vierarmigen Straßenlaterne. Ein solcher Unterbau wurde nicht nötig“, erinnerte sich Trulson-Schult. Die Adebare verließen diesen Platz jedoch wieder. „Wir haben uns erkundigt und erfahren, dass es sicher daran lag, dass die Bäume im Stadtpark höher geworden sind.“ Gefragt seien Anflugsmöglichkeiten, die nicht so steil sind und von mehreren Seiten aus bestehen, bestätigte Uwe Seidel. Er ist Storchenbeauftragter für das Terrain des ehemaligen Bezirks Leipzig und sah sich an, wie die Installation in Wedelwitz erfolgte. „Es ist übrigens gar nicht so, dass dieselben Störche immer an einem Ort bleiben“, erklärte er. „Nach einigen Jahren wollen sie sich meist verbessern. Besonders dann, wenn es ein paarmal mit der Brut nicht geklappt hat.“ Da können sich ehemalige Nordsachsen in Polen ansiedeln, oder Vögel aus Helgoland im Eilenburger Raum brüten. Das lässt sich anhand der Beringungen beobachten. Diese Kennzeichnung tragen die Vögel jetzt übrigens über dem Knie. Die Ringe sind zudem heutzutage aus schwarzer Plaste mit weißer Schrift. Die lässt sich so mit Hilfe eines Spektivs besser entziffern als die früheren Kennzeichen aus Aluminium.

„Aber wir haben sogar zwei Störche in der Region, die sind 22 Jahre alt“, erzählte Peter Solluntsch vom Landschaftspflegeverband, der den Nestbau fachlich betreute. Er hatte das Material mitgebracht, das die hölzerne Unterlage bilden sollte. Die Äste wurden auf der radförmigen Plattform, die zirka 1,25 Meter im Durchmesser misst, aufgeschichtet und mit Draht befestigt. Selbst ein Eimer weißer Farbe stand bereit, mit der Solluntsch die Stöcke bepinselte: „Für den Storch signalisiert das: Dieses Nest wurde mehrere Jahre erfolgreich zur Brut genutzt.“ Denn mehrere Generationen junger Störche würden derart weiße Hinterlassenschaften produzieren. „Wir haben in Betracht gezogen, das Nest etwas weiter weg von der Straße zu bauen, weil dort eventuell Autos parken“, erzählte die SE-Geschäftsführerin. „Aber die Fachleute waren sich einig: Wenn die Störche genau diesen Standort gut finden, werden sie einen anderen kaum annehmen.“ Schließlich wurde das Gestell auf den zehn Meter hohen Mast gehievt und festgeschraubt. Das Ganze sah nun schon nach Storchennest aus. Aber die Vögel werden es, falls sie den Wohnsitz annehmen, nur als Grundlage benutzen und Ausbau selbst bewerkstelligen. Ob die Pläne aufgehen, könnte sich in den nächsten Wochen zeigen. Ab Mitte April sind Störche zu erwarten. Bis Anfang Mai kommen diejenigen, die brüten wollen. Nachzügler können danach noch einfliegen, so Uwe Seidel. Die jungen Wilden, die noch nicht in soliden Familienverhältnissen leben, lassen sich bei ihrer Reise aus dem Süden etwas mehr Zeit.

Von Heike Liesaus

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