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Eilenburg Eines der ältesten Eilenburger Gebäude verfällt – Retter für Haus Torgauer Straße 49 gesucht
Region Eilenburg Eines der ältesten Eilenburger Gebäude verfällt – Retter für Haus Torgauer Straße 49 gesucht
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09:37 27.04.2017
Unter dem blauen Netz verbirgt sich einer der ältesten Dachstühle der Stadt. Der Verfall kann nur gestoppt werden, eine Sanierung ist nicht in Sicht. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Es stehen einige Geschäfte im östlichen Teil der Torgauer Straße Eilenburgs leer. Doch wirklich schlimm scheint es um das Hauses mit der Nummer 49 bestellt. Immer wieder gibt es Anfragen dazu im Stadtrat oder im Redaktionsbüro der LVZ. Seit einigen Jahren ist der obere Teil mit blauen Fangnetzen so gesichert, dass keine Ziegel auf den Fußweg fallen können. Und immerhin ist das noch besser als das Baugerüst, das jahrelang auf dem Fußweg stand. Aber dort soll sich Ungeziefer vermehren, so die Beschwerden. Die Immobilie gehört dem Freistaat, steht unter Verwaltung des Zentralen Flächenmanagements Sachsen. Das Exposé ist sogar über die Seite der Eilenburger Wohnstandortkampagne verlinkt.

Fiskalerbschaft

„Das Grundstück ist dem Freistaat Sachsen durch Fiskalerbschaft im Jahr 2006 angefallen. Dies ist immer dann der Fall, wenn alle bekannten Erben das Erbe ausgeschlagen haben oder keine Erben aufgefunden oder ermittelt werden können“, erklärt Stefan Wagner, kommissarischer Geschäftsführer des Zentralen Flächenmanagements Sachsen, auf Nachfrage der LVZ.. „Die Immobilie wird vom Freistaat nicht benötigt und befindet sich daher in der Vermarktung.“ Derzeit hat das Land für die Torgauer Straße 49 jährlich Gebühren und Steuern in Höhe von 500 bis 800 Euro zu tragen. 2016 fielen zusätzlich Kosten in Höhe von 1100 Euro für die nötige Verkehrssicherung an.

Historische Dachkonstruktion

Doch das Gebäude gehört zu den ältesten der Stadt. Die Dachkonstruktion stammt aus dem Jahr 1537. Deshalb wird seitens der Denkmalschutzbehörde ein Abriss nicht genehmigt. Das Haus soll erhalten und möglichst schonend saniert werden. Doch allein der Mehraufwand für denkmalgerechte Sanierung wird auf 100 000 Euro geschätzt. Außerdem ist die Immobilie mit Grundpfandrechten belastet. Diese sollen jedoch aus dem Verkaufserlös abgelöst werden. Der künftige Erwerber könnte so lastenfreies Eigentum erhalten. Laut Exposé beträgt das Mindestgebot 18 500 Euro. „Wohn- und Gewerbeimmobilie mit Garten und zwei Garagen, zirka 50 Meter entfernt vom Markt“, heißt es in dieser Präsentation. Nebengebäude sind bereits abgerissen. Bis zur Mauerstraße streckt sich das reichlich 600 Quadratmeter große Grundstück. Vorteil des desolaten, unbewohnbaren Zustands: Es bestehen keine „Nutzungsverhältnisse“. Nachteil: Medienanschlusse müssen neu hergestellt werden.

Interessenten-Rückzug

„Viele Kaufwillige haben ihr Interesse aufgrund der notwendigen Mehraufwendungen bei einer denkmalgerechten Sanierung wieder zurückgezogen“, berichtet Stefan Wagner. „Der Freistaat Sachsen sucht weiterhin intensiv einen Käufer für das Grundstück, welcher bereit ist, dieses Gebäude zu sanieren und damit zu erhalten.“

Von Heike Liesaus

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