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Einmal Schweiz und zurück: Peter Steinberg zieht in den Eilenburger Ratskeller

Neuer Pächter Einmal Schweiz und zurück: Peter Steinberg zieht in den Eilenburger Ratskeller

Peter Steinberg will künftig im Eilenburger Ratskeller kochen. Er und Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) haben die Unterschriften unter den Pachtvertrag gesetzt. Ab 1. April wird es wieder gutbürgerlich unterm Rathaus.

Oberbürgermeister Ralf Scheler und Peter Steinberg (links) unterzeichnen den Pachtvertrag für den Eilenburger Ratskeller.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Königsberger Klopse sind das Lieblingsessen von Peter Steinberg. Und diese Antwort auf die Frage nach persönlichen Vorlieben löste beim Eilenburger Oberbürgermeister (parteilos) Freude aus. Sie stehen auch bei ihm ganz oben auf der Favoritenliste. Dabei hatte das Stadtoberhaupt schon vorher angesichts der frischen Unterschriften unter den Pachtvertrag für den Eilenburger Ratskeller gestrahlt. Ob, wann und in welcher Variante es dort die gekochten Fleischbällchen gibt, wurde im Bürgermeisterbüro noch nicht festgelegt. Aber eines steht für Steinberg und seine Mitstreiter fest: Am 1. April ist Eröffnung. „Gutbürgerliche Küche“ soll ins 420 Quadratmeter große Objekt einziehen. „Sie hat es verdient, wieder aufzuleben und zu zeigen, wofür die Küche in Sachsen steht“, sagt der 31-jährige Koch, der Ehefrau Sindy und seinen Souschef Mario Möbius als Mitstreiter an seiner Seite hat. Souschef steht dabei für stellvertretender Chefkoch. Sindy Steinberg ist für den Service zuständig. Diese Rollenverteilung gilt für die drei schon jetzt. Sie betreiben das Restaurant des Hotels Ambassador im Schweizerischen Bellwald.

Familiennetzwerk

Doch Familie Steinberg, die aus Wurzen stammt und in Bucha in der Dahlener Heide wohnen, will zurück nach Sachsen. Schon weil sich hier mit dem Familiennetzwerk die Betreuung des dreijährigen Töchterchens besser absichern lässt. Den Tipp für den Ratskeller bekam das Trio von Sabine Heilmann, der Betreiberin der Heinzelberge auf dem Burgberg, die im Juni eröffnete. Bei ihr hatten sie vor zirka einem Jahrzehnt die Ausbildung im Hotel Bucha genossen. Und nun sollen die Verbindungen eventuell weiter genutzt werden, um ein Halbpensions-Angebot für das Haus auf dem Burgberg zu ermöglichen. „Aber vor allem wollen wir ein Catering-Angebot auf die Beine stellen. Denn das lässt sich mit der vorhandenen Küche gut realisieren. Sie ist meiner Meinung nach die effektivste im Landkreis“, stellt der 31-jährige Koch Peter Steinberg fest. Er hat sich vorgenommen, Traditionelles neu zu interpretierten. Die Auszüge aus der Speisekarte, mit denen er sich bewarb, lesen sich vielversprechend: Da soll es die leicht gebundene Kartoffelsuppe mit Speckkrusteln und Kräutern für 4 Euro ebenso geben wie die Rinderroulade sous vide gegart, heißt: unter Vakuum, mit Kräuter-Pilz-Knödeln und zweierlei Rotkohl für 12 Euro.

Lange Geschichte

Selbst was in reichlich drei Monaten am Eröffnungstag zu erwarten ist, hat das Team bereits im Plan: ein Flying Buffet. Dabei kommen Vertreter aus der aktuellen Speisekarte als Fingerfood aufs Tablett. Aber erst einmal starten die drei nun in die Winter-Saison im mehr als 900 Kilometer Autofahrt entfernten Bellwald. In Eilenburg übernehmen die jungen Gastronomen dann ein Haus mit langer Geschichte. Sie reicht bis ins 16. Jahrhunderts zurück. Vor der Wende als Konsum-Gaststätte betrieben, gab es danach immer wieder Wechsel. Gastronomen wie Joachim Liepke, Joachim von Lenzke, Ulrich Reinhardt und Andreas Lippold sowie das Paar Hass/Spernau führten das Restaurant. Nun steht der Ratskeller seit Oktober 2015 leer, nachdem Dietmar Eulenstein nach rund anderthalb Jahren aufgegeben hatte. Zuvor gab’s fast zwei Jahre keine Nutzung.

Von Heike Liesaus

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