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Eilenburg Eiscafé-Chefin kämpft verzweifelt gegen den Blutkrebs an
Region Eilenburg Eiscafé-Chefin kämpft verzweifelt gegen den Blutkrebs an
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14:02 19.05.2015
Familie Krause bittet mit Plakaten im Eiscafe um die Hilfe für Annette Krause. Viele der Gäste haben sich schon typisieren lassen. Weitere können bei er Aktion am Mittwoch beim DRK in Eilenburg helfen. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Doch nun gehen die Krauses in die Offensive, bitten um Hilfe, um die Bereitschaft für eine Stammzellenspende und somit für eine Typisierung. Am Mittwoch wird im Rahmen der monatlichen Blutspendeaktion des DRK eine solche Erfassung stattfinden.

Die Eltern der 46-Jährigen, Ehemann Olaf und Sohn Christian wenden sich gemeinsam mit einem Aufruf an die Bevölkerung. Der Gesundheitszustand von Annette Krause sei durch die Chemotherapie-Behandlungen mittlerweile so geschwächt, dass eine Transplantation immer dringender notwendig wird. Die Medikamente haben ihr einen Großteil des Hörvermögens genommen, sie ist auf den Rollator angewiesen. "Aber sie hat ihren Optimismus nicht verloren", stellt Joachim Krause fest. Der 74-Jährige hatte sich in den vergangenen Monaten ebenso wie seine Ehefrau Edeltraud erneut in den Dienst des Cafés gestellt, obwohl auch für ihn eine OP zum Ersetzen des kaputten Hüftgelenks anstand. Die ist nun nicht mehr aufzuschieben. Er wird sich ihr in dieser Woche unterziehen. Auch Sohn Christian hat seine Zukunftspläne der Familie zuliebe geändert. Anstatt sein Hydrologie-Studium fortzusetzen, ist der 26-Jährige in den Betrieb eingestiegen, kümmert sich um kaufmännische Dinge. "Es hängen einige Existenzen dran", verdeutlicht Edeltraud Krause, weshalb alle zusammen so am kleinen Betrieb festhalten. Eis wird hier nicht allein fürs Café produziert, es fahren auch mehrere Angestellte in der Saison in Eis-Mobilen über Land. In der Saison werden zwölf Angestellte voll beschäftigt. Olaf Krause hatte sich, wie geplant, seit Langem in die Eisproduktion eingearbeitet; Annette Krause sich vornehmlich den Konditoreiwaren gewidmet. "Wir wollen nicht, dass sie voll einsteigt, wir wollen sie einfach behalten", sagt die Mutter. Sie zeigt ein Bild auf dem Fotoapparat. Annette Krause lachend mit ihrer Schwester und gut aussehend: Sie hat viel abgenommen und wenn der Mundschutz unter dem Kinn nicht wäre und die grüne Krankenhauskleidung und wenn man nicht wüsste, dass die flotte Frisur eine Perücke ist.

Seit zwei Jahren erlebt die Familie eine schlimme Achterbahnfahrt zwischen Hoffnung und Niederschlägen. Im vorigen Jahr schien die Therapie angeschlagen zu haben. Doch das kippte plötzlich ins Gegenteil um, wochenlang war die 46-Jährige ins künstliche Koma versetzt. Mittlerweile gab es Reha-Maßnahmen. Aber die Produktion der weißen Blutkörperchen will einfach nicht anspringen, erzählt Olaf Krause. Seine Frau ist derzeit tagsüber immer wieder zu Behandlungen. Die nächsten Blutsverwandten, die vom Alter her für eine Spende in Frage kommen, weisen nicht genügend Übereinstimmungsmerkmale auf. Die Suche nach geeigneten Spendern gleicht der nach der Stecknadel im Heuhaufen. "Wenn sich etwas ergeben würde - das wäre ein Geschenk des Himmels", hofft Edeltraud Krause.

Am Mittwoch laufen Blutspende- und Typisierungsaktion im DRK-Pflegeheim, Walter-Stöcker-Straße 8 a, von 14 bis 18.30 Uhr. Infos zu Stammzellen- und Knochenmarkspenden gibt es im Internet unter www.dkms.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.11.2014
Von Heike Liesaus

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