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Eisentor sorgt für Zoff am Eilenburger Bowlingcenter

Eisentor sorgt für Zoff am Eilenburger Bowlingcenter

Gegenseitige Vorwürfe, Beschuldigungen und ein Eisentor sorgen am Bowlingcenter Tivoli in der Halleschen Straße 23 in Eilenburg seit Monaten für einen handfesten Dauerstreit.

Rüdiger Tauchnitz vor seinem Bowlingcenter Tivoli auf dem Eilenburger Berg. Seit einigen Wochen versperrt ein angebrachtes Tor die Einfahrt.

Quelle: Steffen Brost

Eilenburg. Was ist passiert? Besitzer Rüdiger Tauchnitz kaufte im Frühjahr 2013 das Objekt von Vorbesitzer Hans-Jürgen Klemm aus Leipzig. Der gab es aus Altersgründen nach über 20 Jahren an den Kossener ab. Die Anlage ist eher klein. Drei Bahnen und ein kleiner Gaststättenbetrieb sowie ein Nebenraum mit Billard laden zum Zeitvertreib und Wettkampf ein. Tauchnitz steckte nach eigenen Aussagen rund 20 000 Euro in die Modernisierung von Heizung und Bahn. "Die Besucherzahlen stimmen. Ich kann mich auf meine treue Stammkundschaft verlassen", so Tauchnitz.

Doch wer am Objekt in der Halleschen Straßen vorbeischlendert, kommt eher nicht auf den Gedanken, dass das Tivoli noch in Betrieb ist. Eine große Kastanie verhindert den Blick auf die Leuchtreklame am Gebäude, auf dem betonierten Weg von der Straße zum Haupteingang wuchert zentimeterhoch das Unkraut. Und seit einigen Wochen versperrt ein Eisentor den direkten Zugang. Wer bowlen will, muss auf dem Fußweg am Tor vorbei.

Das Eisentor ist das Werk von Hausbesitzer Uwe Singer aus Eilenburg-Ost. Über dessen Grundstück müssen alle, um zum Bowlingscenter zu gelangen. "Es gibt ein eingetragenes Wegerecht für Herrn Tauchnitz. Seine Kundschaft, Lieferanten und er dürfen mein Grundstück zu Fuß überqueren, um zum Gebäude zu kommen. Das Überfahrt- und Parkrecht, das der Vorbesitzer mit mir ausgehandelt hat, besteht mit Herrn Tauchnitz nicht mehr, weil er dafür nichts bezahlen möchte. Es sind ständig Fahrzeuge hochgefahren und haben direkt vor dem Tivoli gestanden. Da das aber mein Grundstück ist, muss ich die Stellflächen sicherheitstechnisch in Ordnung halten. Und weil es bis heute keine vernünftige Regelung gibt, musste ich das Tor anbringen", schildert Singer die Situation.

Für Rüdiger Tauchnitz ist der aktuelle Zustand alles andere als zufriedenstellend. Seine Lieferanten müssen die Ware zu Fuß die 30 Meter von der Straße bis zum Gebäude schleppen. "Ich habe versucht, mit Herrn Singer zu reden, dass das Tor wenigstens zu unseren Geschäftszeiten offen ist. Aber er war zu keinen Kompromissen bereit. Es sei denn, ich würde für das Überfahrts- recht bezahlen", hat Tauchnitz die Nase voll.

Uwe Singer spielt indes die Vorwürfe zurück und verweist darauf, dass es seitens des Bowlingcenter-Besitzers keine Gesprächsbereitschaft gäbe. "Ich habe ihn mehrfach angesprochen und angeschrieben. Keine Reaktion. Seit April ist Funkstille", sagte Singer, signalisierte trotzdem weiter seinen Verhandlungswillen.

Offenbar sind die Probleme größer als zunächst angenommen. Bei der LVZ meldete sich auch Vorbesitzer Hans-Jürgen Klemm zu Wort. Der 73-jährige Rentner aus Leipzig hatte seiner Aussage zur Folge immer ein gutes Verhältnis mit seinem Nachbarn Uwe Singer. "Es stimmt. Für das Überfahrtsrecht wurde von mir monatlich eine bestimmte Geldsumme geleistet. Das ist aber in der Branche so üblich. Würde mein Nachfolger das auch so machen, dann würde auch der Parkplatz von Herrn Singer entsprechend hergerichtet werden", so Klemm. Der wiederum ebenso betonte, noch jede Menge Gesprächsbedarf mit dem neuen Besitzer zu haben. Denn nach seiner Aussage sei bis heute die Gesamtrechnung für das Bowlingcenter nicht komplett beglichen. "Sollte die Summe nicht demnächst auf meinem Konto ankommen, werde ich mein Eigentum ausbauen lassen", kündigte Klemm an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2014
bro

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