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Eltern kämpfen um Kindertagesstätte in Glaucha

Schließungsgefahr Eltern kämpfen um Kindertagesstätte in Glaucha

Die Kindertagesstätte in Glaucha, Gemeinde Zschepplin, ist nur gut zur Hälfte ausgelastet. Wirtschaftliche Schwierigkeiten nähren verstärkt Gerüchte, die Einrichtung solle zum Jahresende schließen. Glauchaer Eltern suchen jetzt nach Lösungen.

Der vergrößerte Spielplatz am Wolkenschäfchen in Glaucha wurde erst im vergangenen Jahr unter anderem mit Blasmusik eingeweiht.

Quelle: LVZ-Archiv (Heike Nyari)

Glaucha. Eltern aus Glaucha, Hohenprießnitz, Wellaune, Bad Düben und Tiefensee machen sich schon seit einiger Zeit Sorgen um die Zukunft der kleinen Kindertagesstätte im Zscheppliner Ortsteil Glaucha. Das Wolkenschäfchen mit Platz für 20 Kinder – allein für acht Plätze gab es erst vor kurzem eine Krippen-Betriebserlaubnis – ist zurzeit nur zu etwas mehr als die Hälfte ausgelastet. Neue Anmeldungen liegen für Anfang nächsten Jahres vor, so Leiterin Gabriele Leimbach. Dennoch sehen Ortschaftsrat, Mitglieder des Gemeinderates, die Eltern und auch der Träger, die Diakonie, wie sich am Mittwochabend bei einer Elternversammlung herausstellte, für das frisch renovierte Haus eine Perspektive.

Flüchtlingskinder als kurzfristige Lösung

Um kurzfristig auf 15 Kinder aufzustocken – die wirtschaftliche Schmerzgrenze, bestätigte Thomas Rauer, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delitzsch-Eilenburg – könnte eine Art „Amtshilfe“ für die Nachbargemeinden Löbnitz und Schönwölkau geleistet werden. Hier suchen Flüchtlingseltern, die in den Orten Reibitz und Badrina leben, tagsüber für insgesamt vier Sprösslinge eine Betreuungsmöglichkeit, um Sprachkurse in Delitzsch besuchen zu können. Die örtlichen Einrichtungen seien ausgelastet, so der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) auf Nachfrage. „Herr Rauer von der Diakonie hatte bereits angeboten, dafür die freien Plätze in Glaucha zu nutzen.“ Geklärt werden müsste der Transport der Kinder. Darüber werde mit dem Landratsamt gerade verhandelt. Auch Mitglieder des Ortschaftsrates boten Unterstützung an, darunter Transportunternehmer Gunther Kersten. „Wir haben leider nicht den Eindruck, dass die Zscheppliner Verwaltung genug für die Zukunft der Glauchaer Kita tut“, bedauerte Ortsvorsteher Thomas Hartmann (CDU) nach der Ratssitzung am Dienstagabend.

Klärungsbedarf vor Auflösungsvertrag

In dieser Beratung, als Eltern Klarheit zu den Informationen, die Kita solle zum Jahresende geschlossen werden, wollten, schob Bürgermeisterin Roswitha Berkes (parteilos) die Entscheidungsverantwortung zunächst der Diakonie zu und warb für frei gewordene Plätze zwei Dörfer weiter, in der kommunalen Kindereinrichtung im Ort Zschepplin. Es gebe nach den ersten mündlichen Informationen von Diakonie-Geschäftsführer Rauer zur wirtschaftlichen Schieflage der Kita Wolkenschäfchen für einem eventuellen Auflösungsvertrag mit dem Pächter aber noch Klärungsbedarf. Unter anderem zum Thema Fördermittel, warf Ortsvorsteher und Ratsmitglied Hartmann ein. Diese flossen in den vergangenen Jahren nicht nur aus dem Fluthilfetopf – Glaucha wurde bekanntlich 2002 und 2013 zweimal von Hochwassern überschwemmt – sondern auch für andere Umbauten.

Einladung zur Besichtigung

Nach den Einzelgesprächen des Diakoniechefs mit den Eltern am Folgetag und der Elternversammlung zum Abschuss zeigte sich Rauer beeindruckt, wie stark die Mütter und Väter an der familiären, naturverbundenen Einrichtung am Glauchaer Ring, in die auch sie bisher viel Kraft investiert haben, hängen. „Das ist ein positives Signal.“ Doch um das Haus am Leben zu erhalten, würden dafür auch ausreichend Kinder gebraucht. „Wir wollen Lösungen gemeinsam mit dem Träger und der Gemeinde finden und appellieren auch an Eltern von außerhalb, sich unsere schöne Kita anzusehen“, so Candy Jentzsch, einer der Väter.

Von Karin Rieck

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Glaucha
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