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Eilenburg EnviaM umwirbt Zschepplin
Region Eilenburg EnviaM umwirbt Zschepplin
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10:00 05.10.2018
Das Gemeindeamt Zschepplin in Naundorf: Hier wird über den neuen Konzessionsvertrag ab 2022 entschieden. Quelle: Wolfgang Sens
Zschepplin

Nichts anbrennen lassen möchte der Stromversorger EnviaM. Dessen Konzessionsvertrag mit Zschepplin, aber auch beispielsweise mit Jesewitz und Bad Düben, läuft Ende 2021 aus. Mit Maritha Dittmer warb die Geschäftsführern der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft (KBE), die die Interessen von inzwischen 339 Kommunen gegenüber dem EnviaM-Hauptaktionär, Innogy SE, vertritt, am Dienstag bei den Zscheppliner Gemeinderäten schon jetzt um eine Fortführung der Zusammenarbeit. Denn mit der 1998 erfolgten Liberalisierung des Strommarktes könnte es bei dem bis zu drei Jahre dauernden Vergabeverfahren durchaus erstmals Konkurrenz bei der Stromversorgung geben.

150 000 Euro jährlich für Zschepplin

Bei ihrem Vortrag im Hohenprießnitzer Feuerwehrgerätehaus strich Maritha Dittmer die Vorteile der Zusammenarbeit mit EnviaM für die Zscheppliner deutlich heraus. So profitiere Zschepplin von direkten jährlichen Zuwendungen in Höhe von rund 150 000 Euro. Den größten Posten macht dabei die Konzessionsabgabe in Höhe von rund 65 000 Euro aus. Diese zahlt der Stromversorger an Zschepplin, da er öffentliche Flächen für seine Leitungen nutzt. Zschepplin, als Eigentümer von zwei (von insgesamt über 600 Geschäftsanteilen) profitiere aber unter anderem auch von den Dividenden (reichlich 50 000 Euro) und von rund 25 000 Euro Gewerbesteuer. „Denn bei uns“ so Maritha Dittmer, „wird die Gewerbsteuer zu 60 Prozent nach dem Stomabsatz und nur zu 40 Prozent nach dem Sitz des Personals ausgezahlt.“

Bad Düben bietet Zusammenarbeit an

Die ebenfalls anwesende Bad Dübener Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) berichtete, dass ihre Stadt schon etwas weiter sei. „Das Interessen-Bekundungsverfahren liegt gerade hinter uns. Wir haben drei Bieter.“ Da eine gerichtsfeste Vergabe sehr kompliziert sei, werde sich Bad Düben Hilfe bei einer darauf spezialisierten Kanzlei suchen. Sie machte gegenüber der LVZ keinen Hehl daraus, dass sie für Bad Düben den Vorteil, als Miteigentümer über die KBE mitbestimmen zu können, nur ungern aufgeben würde. Ihr Vorschlag: Zschepplin, wie auch Jesewitz, sollten die Vergabe so schnell wie möglich anschieben. „Gibt es auch hier mehr als einen Interessenten, sollten wir die Verfahren gemeinsam und kostensparend durchziehen.“ Sowohl Bürgermeisterin Roswitha Berkes als auch Michael König als Vorsitzender des Verwaltungsverbandes empfahlen diese Variante. Von den Gemeinderäten, die allesamt von positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit berichteten, gab es keinen Widerspruch.

Von Ilka Fischer

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