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Ernst Gottlebe auf der Spur von Eilenburgs Bibel-Gesellschaft

Geschichtsforschung Ernst Gottlebe auf der Spur von Eilenburgs Bibel-Gesellschaft

Der Eilenburger Ernst Gottlebe freut sich über eine Bibel, die einst einer Konfirmandin aus Paschwitz gehörte und die über Hamburg zu ihm kam. Denn ein Stempel zeigt: Damals gab es in der Muldestadt eine Bibelgesellschaft, die sich der Verbreitung der Schrift widmete.

Ernst Gottlebe freut sich über die Lutherbibel, die vor mehr als 150 Jahren von der Eilenburger Bibelgesellschaft vertrieben wurde, einer Paschwitzer Konfirmandin gehörte, und die nun zu ihm nach Eilenburg kam.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Die Weihnachtsgeschichte? Ernst Gottlebe muss nicht lang nach der Textstelle in der Bibel suchen: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser August ausging, dass alle Welt geschätzet werde.“ Dabei hat der ein besonderes Bibel-Exemplar in den Händen. Dort steht nicht allein die Widmung eines Sprottaer Pfarrers darin, die er für die Konfirmandin Johanna Friedericke Winkler aus Paschwitz am 4. April 1841 verfasste, sondern ein Stempel zeigt: Damals gab es in Eilenburg eine Bibelgesellschaft, die sich um die Verbreitung der Schrift kümmerte.

Im Urlaub entdeckt

Dabei hat das Buch einen langen Weg hinter sich. Die Schwägerin der Gottlebes fand das Exemplar bei einem Urlaub im Stöberlädchen in Timmendorf. Die Hamburgerin machte 1980 dort Urlaub. Sie gab immerhin 495 D-Mark aus, um es ihrem Mann mitzubringen, der über seine Schwester die Verbindung zu Eilenburg hatte. Mit seinen Recherchen hat Dr. Siegmar Keil schon mehrere Veröffentlichungen der Eilenburger Rinckart-Gemeinde unterstützt, erzählt Ernst Gottlebe. Im Alter verteilt der Hamburger nun seine Schätze an diejenigen, von denen er weiß, dass sie ebenfalls etwas damit anfangen können. So übereignete er das Buch seinem Schwager in Eilenburg.

Lutherbibel aus Halle

Es wiegt schwer in der Hand. Der Einband hat sich im Laufe der Jahre abgeschabt, doch die Seiten sind alle an ihrem Platz. Auf vielen finden sich Unterstreichungen und kleine Kürzel. Für Gottlebe das Zeichen: Hier hat sich jemand mit der Schrift beschäftigt. Die Bibel bekam damals jeder Konfirmand. Ob sie von dem jungen Mädchen so intensiv gelesen wurde oder ein späterer Nutzer ist nicht klar. Wie es sie nach Timmendorf verschlug, auch nicht. Jedenfalls hat irgendwann jemand die Initialen A. R. oder A. H. auf den Buchschnitt gemalt. Es ist eine Lutherbibel die 1840 in Halle gedruckt wurde, in der 216. Auflage.

Bibelgesellschaft weckt Interesse

Gottlebe hat der Stempel der Bibelgesellschaft sofort dazu angeregt, sich mit deren Historie zu befassen: Sie wurde 1836 gegründet. „Die Hauptgesellschaft gab es in Berlin. In der Folge entstanden in ganz Preußen, zu dem Eilenburg damals gehörte, eine ganze Reihe davon. Es waren gemeinnützig handelnde Vereine, die die Bibel den Menschen nahebringen wollten. Eilenburg hatte damals ein beachtliches kulturelles und wirtschaftliches Niveau. Es gab eine richtige Tabelle, wo die Zahl der verkauften Bibeln aufgeführt ist. Eilenburg war da unter den Kleinstädten 1837 im guten Mittelfeld.“ Innerhalb des Jahres, das war gleich nach der Gründung, wurden 736 Bibeln verkauft. In Torgau waren es 377, in Delitzsch 153. Im Museum fand Gottlebe auch zwei Schreiben an den Stadtmagistrat. Es ging um das 25-jährige Bestehen. Das wurde damals mit einem Festgottesdienst und einem Essen begangen.

Von Heike Liesaus

Eilenburg Torgauer Straße 40 51.460371753425 12.635296238098
Eilenburg Torgauer Straße 40
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