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Erntekönigin holt Schul- und Kita-Kinder aufs Zscheppliner Land

Erntekönigin holt Schul- und Kita-Kinder aufs Zscheppliner Land

Hohenprießnitz. Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das sich Tina Kissmann zur Aufgabe gemacht hat. Die amtierende sächsische Erntekönigin will das Projekt "Bauernhof erleben - erkunden - erlernen" in ihrem Heimatort Zschepplin etablieren.

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Tina Kissmann auf dem Kartoffelfeld im Versuchsgarten auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz. Fotos: Thomas Jentzsch

Quelle: Thomas Jentzsch

Bei der dort ansässigen Agrargenossenschaft Hohenprießnitz fand sie einst offene Ohren und Türen. Mit Unterstützung von Geschäftsführer Tilo Bischoff und Mitarbeitern lädt sie Mädchen und Jungen aus Kindergärten, Schulen oder Kinderkrippen in den Betrieb ein, um ihnen die Arbeit der Landwirte, die Herkunft von Getreide und der Milch näher zu bringen. Ein reichliches Jahr ist seit Projektstart vergangen - ein erstes Resümee fällt positiv aus.

"Unser Ziel ist es, den Kindern die Landwirtschaft aus einem anderem Blickwinkel zu zeigen. Dabei lernen sie, dass zum Beispiel die Kartoffeln auf dem Feld wachsen und nicht im Supermarkt. Es ist erstaunlich, dass auch unsere Kinder vom Land sehr wenig über die Herkunft der Nahrungsmittel wissen. So zeigen wir, wo die Milch herkommt, füttern gemeinsam Kälbchen, schauen einem Mähdrescher bei der Ernte zu und erkunden die Technik aus der Nähe. So lernen die Kinder viel über die harte Arbeit der Landwirte und vielleicht ist der eine oder die andere unter ihnen, bei denen wir damit die Liebe zu diesem Beruf wecken können", erklärt Tina Kissmann.

Seit Mai 2013 läuft ihr Projekt und somit der Versuch, Schulen und Kitas aufs Land zu holen. Bisher konnte sie elf Einrichtungen gewinnen, wobei diese aus der Presse und auch durch Mundpropaganda von ihrem ehrgeizigen Projekt erfuhren. Interessierte sind herzlich willkommen, die Agrargenossenschaft Hohenprießnitz sowie Tina Kissmann freuen sich über jeden Zuspruch.

Tina Kissmann weiß wovon sie spricht. Sie ist 26 Jahre jung, wohnt in Zschepplin und wurde mit der Landwirtschaft groß. Die Großeltern hatten eine kleine Landwirtschaft mit Schweinen, Pferden, Kaninchen und Hühnern. "Auch ich musste oder durfte bei der Heuernte, Fütterung der Tiere oder anderen landwirtschaftlichen Tätigkeiten mitmachen", erzählt die junge Frau. "Auch wegen das großen Gartens und der Arbeit meiner Eltern in der Landwirtschaft gab zwar für mich zwar keinen Urlaub im Sommer, doch durch diese Kindheit habe ich die Liebe zur Landwirtschaft gewonnen. Ich bin auch heute noch gern auf dem Land tätig." Nach Abitur und beruflichem Gymnasium in Delitzsch studiert sie seit 2012 Agrarwissenschaft und pflegt einen engen Kontakt zur Agrargenossenschaft Hohenprießnitz, "wo ich meine Projekte mit den Kindern verwirklichen kann".

Um den Jungen und Mädchen sowie auch den Lehrlingen Landwirtschafts-Praxis vermitteln zu können, gibt es auf dem Agrargelände einen kleinen Versuchsgarten. Dort wird alles, von der Bodenbearbeitung über die Saat bis zur Ernte mittels Handarbeit realisiert - die Kinder dürfen mitmachen. "Wir haben drei verschiedene Kartoffel-Sorten, um die verschiedenen Blüten zeigen zu können, dann haben wir noch Mais, Wintergerste und Erbsen angebaut. An anderer Stelle befindet sich eine Bienenwiese mit Sonnenblumen, Malven, Senf und Buchweizen für die fleißigen Insekten", erzählt Kissmann.

Seit kurzem ist die Agrargenossenschaft Hohenprießnitz übrigens ein zertifizierter LernErlebnis-Bauernhof, worauf die junge Studentin besonders stolz ist. Das landesweite Projekt des Landesbauernverbandes unterstützt als Koordinationsstelle Besuche von Kindergruppen und Schulklassen in Landwirtschaftsbetrieben.

Terminvereinbarung unter Agrargenossenschaft Hohenprießnitz, Tilo Bischoff, Telefon: 034242/50217 oder Tina Kissmann, Telefon: 0177/9117821 oder per E-Mail unter: petro-tina@web.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2014
T. J.

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