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Eilenburg Erzieherinnen-Einsatz bei Wandertagen: Jesewitz ändert bisherige Praxis
Region Eilenburg Erzieherinnen-Einsatz bei Wandertagen: Jesewitz ändert bisherige Praxis
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06:00 13.09.2017
Die Grundschule in Jesewitz. Quelle: Heike Liesaus
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Jesewitz

Horterzieherinnen dürfen nicht dienstlich auf von der Schule organisierten Klassenfahrten mitfahren. Das wurde jetzt in der Jesewitzer Gemeinderatssitzung geklärt. Dort hatte Kerstin Bröse, Leiterin der Jesewitzer Grundschule, mit zwei Müttern noch einmal eindringlich dafür geworben, eine bisher geübte Praxis beibehalten zu können: In Jesewitz geht ein Duo aus Lehrerin und Horterzieherin jeweils gemeinsam mit einer Klasse auf die dreitägige Wanderfahrt, die jeweils in der dritten Klasse ansteht, und auf die Exkursionen, zu denen die Viertklässler aufbrechen. „Das bringt viele Vorteile, wenn Erzieher und Lehrer zusammen agieren. Denn bei uns bilden beide jeweils ein gutes Gespann. Denn die Klassen sind auch Hortgruppen, werden direkt aus dem Unterricht für die Betreuung am Nachmittag quasi von den Händen der einen in die der anderen übergeben.“ So kenne das jeweilige Pädagogengespann die Kinder, was bei begleitenden Eltern nun mal nicht der Fall sei.

Praxis war lange üblich

Die Praxis sei schon lange Zeit üblich, aber in der Gemeindeverwaltung war sie nicht bekannt. Es fiel jedoch vor kurzem auf, weil dabei anfallenden Überstunden der Hortnerinnen mit Freizeit abgegolten werden müssen. Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV) sieht sich gezwungen, der Praxis einen Riegel vorzuschieben: „Denn der Hort wird von der Gemeinde bezahlt, die Lehrer vom Land. Trotzdem hat das nichts mit Geld zu tun, aber Schule ist Schule, Hort ist Hort. Die Schule muss das selbst organisieren, so wie es auch woanders funktioniert. Da fahren jeweils ein oder zwei Eltern mit.“

Abrechnung und Haftung sind das Problem

„Für Fremdaufgaben darf die Gemeinde Mitarbeiter nicht anhalten“, fügte Michael König, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes, hinzu. Zudem spielten Abrechnungsprobleme und Haftung eine Rolle. Trotzdem wurde von Gemeinderäten darum gebeten, rechtlich zu prüfen, ob die Klassenfahrtbetreuung so oder ähnlich vielleicht doch weiterlaufen kann. Tauchnitz bezweifelte das, dass sinnvoll ist: „Wir beantragen derzeit Ausnahmegenehmigungen für den Kita-Betrieb, weil die Platzkapazitäten begrenzt sind. Wir haben Probleme, Personal zu finden. Dann können wir uns das nicht leisten.“

Von Heike Liesaus

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