Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Ex-Mitarbeiter des Heimerzieher-Instituts treffen sich in Hohenprießnitz
Region Eilenburg Ex-Mitarbeiter des Heimerzieher-Instituts treffen sich in Hohenprießnitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 12.09.2016
Ingo Prophet, Dieter Korth und Eberhard Ulm (von links) tauschen Erinnerungen an ihre Zeit in Hohenprießnitz aus. Quelle: Karin Rieck
Anzeige
Hohenprießnitz

Das hat nicht nur Eberhard Ulm, von 1987 bis 1991 Lehrer am Institut für die Ausbildung von Heim- und Jugenderziehern (IfH) Hohenprießnitz, berührt: Über 40 Ex-Mitarbeiter des IfH, das sich bis 1991auf dem Schlossgelände befand, frischten am Wochenende Kontakte und Erinnerungen auf. Der Anlass: die Institutsgründung vor 60 Jahren.

„Dass mich mein früherer Direktor Dr. Manfred Moßmann anrief und zum 60. Gründungsjubiläum einlud, hat mich aus verschiedenen Gründen bewegt“, fasste Ulm seine Eindrücke zusammen. Er habe die Einrichtung, in der zwischen 1956 und 1991 über 100 ehemalige Kollegen zu Hoch-Zeiten jährlich über 200 Direkt- und über 800 Fernstudenten für die gesamte DDR unterrichteten, immerhin vor 25 Jahren verlassen, als er zum Leiter der Henriette-Goldschmidt-Schule Leipzig berufen wurde. Hier absolviert er gerade das letzte Schuljahr und dachte, die „nur“ fast fünfjährige Phase seiner beruflichen Laufbahn in Hohenprießnitz mehr oder weniger „hinter sich gelassen zu haben“. Doch die von Manfred Moßmann und Rolf Schulze „in hervorragender Weise vorbereitete Feier belehrte mich eines Besseren“.

Eine Ausstellung im Seitenflügel des Schlosses – die auch ehemalige Studenten und Spontan-Gäste beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag besuchten, erinnerte mit Fotos, Dokumenten und anderen Zeitzeugnissen an die vor 60 Jahren hier begonnene Erzieherausbildung für Lehrlingswohnheime. „Insbesondere aber auch an die turbulente Wendezeit, die ,Abwicklung’, Profilierungsversuche einzelner Kollegen, das Aufbrechen von Gräben zwischen Altgedienten, mit denen ich – als relativ junger Kollege – nicht gerechnet hatte.“

Ingo Prophet, Dieter Korth und Eberhard Ulm (von links) tauschen Erinnerungen an ihre Zeit in Hohenprießnitz aus. Quelle: Karin Rieck

„Nein, wir haben nicht alles richtig gemacht“, räumt Eberhard Ulm bei dieser Gelegenheit ein. Und wie das sein Kollege Dieter Korth beim Kaffeenachmittag nach der Uraufführung von 8-mm-Film-Material aus den 1950er- und 60er-Jahren deutlich zum Ausdruck brachte, habe ihn ebenfalls sehr beeindruckt. Dieser ließ ein Chorkonzert im Festsaal Revue passieren und beantworte die heimlichen Fragen von damals nun vor versammeltem Publikum: Warum wurden Lieder wie „Die Gedanken sind frei ...“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt ...“ nicht ins Repertoire aufgenommen? Warum durften die visionären Worte Johannes R. Bechers in der DDR-Nationalhymne ab Mitte der 1980er Jahre nicht mehr gesungen werden? Der 78-Jährige bekannte, es damals nicht gewagt zu haben, solche Fragen öffentlich zu stellen. „Er rührte mein Herz mit seinen Tränen – und ich wusste wieder, dass ich gern weiter mit ihm in unserem Forschungsbereich zusammengearbeitet hätte, mit diesem klugen, gefühlvollen Menschen.“ Dass diese Zusammenarbeit 1990 jäh abbrach, „das war der Preis, den wir zahlen mussten“.

Rolf Schulze führte schließlich kompetent, wie bei verschiedenen anderen Anlässen gewohnt, durchs restaurierte Schloss, das sein Fortbestehen auch dem Institut zu danken hat. Der Leistung der Besitzer-Familie Obermüller, „die ein Stück Landschaft zum Blühen brachte“, so Ulm, galt ebenfalls viel Anerkennung.

Von Karin Rieck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum Welt-Erste-Hilfe-Tag öffnete das deutsche Rote Kreuz (DRK) in Eilenburg am Wochenende seine Türen. Die Helfer hatten zahlreiche Stationen aufgebaut. Partner wie die Kindertagesstätte „Schwalbennest“, das Pflegeheim sowie die vom DRK betreuten Jugendklubs gaben einen Einblick in ihre Arbeit.

12.09.2016

Wenn Dieter Dottermusch und sein Team zum Hoffest nach Wöllmen einladen, ist jedes Mal eine Menge los. So auch am Wochenende.Tausende strömten bei sommerlichen Bedingungen auf den Hof nahe der Obst-Plantagen in dem kleinen Jesewitzer Ortsteil.

14.09.2016

Die Sicherheitskonferenz und der Dialog mit der Polizei ist einer der Termine der alljährlichen Woche der Senioren in Eilenburg. Diesmal ging es auch um Verkehrssünder und Straßen in der Stadt, auf denen sich vor allem ältere Menschen nicht sicher fühlen.

16.09.2016
Anzeige