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Experte: Neues Feuerwehrgerätehaus in Glaucha wird zum Bürokratie-Tiger

Hochwasserschäden an der Mulde Experte: Neues Feuerwehrgerätehaus in Glaucha wird zum Bürokratie-Tiger

Bernd Knoblich, Inhaber eines Zscheppliner Ingenieurbüros für Landschaftsarchitektur, koordiniert mit seinen Helfern seit dem Mulde-Hochwasser 2013 in den Gemeinden Zschepplin und Jesewitz die Projekte des Wiederaufbauprogramms. Die meisten sind inzwischen abgearbeitet. Probleme gibt es in Glaucha mit dem Feuerwehrgerätehaus.

Gleich hinterm Deich der Mulde bearbeitet Landschaftsarchitekt Bernd Knoblich mit seinem Büro-Team in Zschepplin die Projekte der Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser im Juni 2013.

Quelle: Wolfgang Sens

Zschepplin/Jesewitz. Bernd Knoblich, Inhaber eines Zscheppliner Ingenieurbüros für Landschaftsarchitektur, gehört seit dem Mulde-Hochwasser 2013 zu den Stammgästen in den Ratssitzungen im Verwaltungsverband Eilenburg-West mit den Gemeinden Zschepplin und Jesewitz. Auch gestern Abend stand Zschepplin, wo es die meisten Probleme gab und nach wie vor gibt, wieder in seinem Terminkalender. Seit fast drei Jahren koordiniert sein Büro gemeinsam mit den örtlichen Gemeindeverwaltungen die Projekte des Hochwasserschadensbeseitigungsprogramms, von denen die meisten abgearbeitet sind. Und damit ist Zeit für eine kleine Bilanz und einige Fragen:

Wie zufrieden sind Sie mit den Fortschritten bei der Beseitigung der Schäden vom Juni 2013 in den Gemeinden Zschepplin und Jesewitz?

Zufriedenheit führt zu Lethargie – aber im Ernst. Wir haben in Jesewitz alle Maßnahmen, die mit Finanzmitteln untersetzt sind, geschafft und das zwei Jahre vor dem bislang kommunizierten Ende der Fördermittelausreichung. In Zschepplin sieht es auch sehr gut aus. Mit Ende diesen Jahres werden wir 16 Maßnahmen realisiert haben, Anfang 2016 dann 18 von insgesamt 22 Projekten, darunter die Instandsetzung von Straßen und Wegen, die Gewässersanierung sowie die Arbeiten im Zscheppliner Schlosspark.

Was bleibt noch zu tun?

Im Moment bleiben für das Jahr 2016 nur noch, die neu hinzugekommene Maßnahme der Hochwasserschadensbeseitigung in der Pflaumenallee in Glaucha und auf dem Verbindungsweg zum Deich in Hohenprießnitz zu realisieren. Die letzte Maßnahme, die Schadensbeseitigung auf der Ortsverbindungsstraße Hohenprießnitz-Oberglaucha, ist nur dann realisierbar, wenn der Fördermittelgeber der beantragten Budgeterhöhung in Höhe von über 400 000 Euro zustimmt.

Mit dem Verfahren für einen Ersatzneubau des Feuerwehrgerätehauses in Glaucha gibt es ebenfalls Komplikationen. Wie soll es hier weitergehen?

Mit diesem Verfahren sind wir absolut unzufrieden. Es gibt verschiedene bürokratische Hürden zur Auslegung der Hochwassersicherheit des neuen Standortes. Was dazu führte, dass die Fachförderung vom Land in Höhe von 635 000 Euro noch nicht bewilligt wurde. Für das Geld aus dem Wiederaufbauprogramm in Höhe von 65 000 Euro gibt es bekanntlich grünes Licht. Die Situation bedeutet auch für die Gemeinde Zschepplin ein nicht unerhebliches Risiko, da bereits hohe Planungskosten im Vorfeld angefallen sind. Das ist ein großer Wermutstropfen in der ansonsten absolut positiven Bilanz.

Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie in den vergangenen Jahren außerdem zu kämpfen?

Direkt nach der Flut waren einige Maßnahmen sofort umzusetzen, um die Deichverteidigung zu ermöglichen. Für diese „Sofortmaßnahmen“ im Nachhinein alle Genehmigungen zu erhalten, erforderte eine Menge Kraft. Der nächste Kraftakt war das Austarieren der Auflagen des Naturschutzes mit den Förderprämissen des „nachhaltigen“ Wiederaufbaus aus den entsprechenden Richtlinien, insbesondere beim Wegebau.

Wie Sie das gemeistert haben, dafür gab es in den Ratssitzungen auch mal spontanen Beifall ...

Auch wenn in diesem Bereich unglaublich viel Kraft „versickert“ ist, sind wir für die Ergebnisse doch sehr dankbar. Viele Wege konnten und können nun doch in höherwertigen Ausbauformen ersetzt beziehungsweise neu gebaut werden, um zukünftigen Hochwasserereignissen besser trotzen zu können. An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank den Gemeinden und Gemeindeparlamenten, die während des langen Prozesses an uns geglaubt und uns damit die Kraft gegeben haben. Ein besonderer Dank gilt auch dem Wiederaufbaustab sowie dem Umweltamt des Landkreises Nordsachsen, hier insbesondere der unteren Wasserbehörde, die die Umsetzung nachhaltiger Lösungen mit ihrer zielorientierten und pragmatischen Herangehensweise erst möglich gemacht haben.

Wie kommen Sie finanziell zurecht, was wurde bislang ausgegeben beziehungsweise was ist noch offen?

2,5 Millionen Euro sind aus dem Hochwasserschadensbeseitigungsprogramm in der Gemeinde Zschepplin bislang ausgegeben worden, in Jesewitz 400 000 Euro. 3 Millionen Euro waren für Zschepplin im Wiederaufbauplan bestätigt worden. Wir erwarten Gesamtkosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro und setzen auf die Aussage des Ministeriums, dass Budgetaufstockungen noch möglich sind.

Von Karin Rieck

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