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Flugblatt-Aktion für Marktkauf-Standort sorgt für Wirbel im Eilenburger Stadtrat

Lügen verbreitet? Flugblatt-Aktion für Marktkauf-Standort sorgt für Wirbel im Eilenburger Stadtrat

Die Diskussion im Eilenburger Stadtrat drehte sich erneut um die Schondorfer Mark, ehemals Marktkauf, und Ziegelstraße, Edeka-Markt. Der Vorwurf: Es stehen Unwahrheiten im Flyer der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des ehemaligen Marktkauf-Standortes einsetzt, wo der Handels-Riese aber vor einigen Jahren die Segel strich.

Verkehrsgünstig gelegen, erschlossen, sagt die Bürgerinitiative für den Erhalt der Schondorfer Mark als Einzelhandelsstandort, wo aber ein Großteil der Fläche seit dem Marktkauf-Wegzug leer steht.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die einen sehen den Weg in Sachen Edeka-Ansiedlung längst unumkehrbar. Die anderen wollen Chancen, einerseits die Schondorfer Mark, ehemals Marktkauf, mit einem Vollsortimenter zu besiedeln und andererseits die Realisierung des Edeka-Projekts an der Ziegelstraße doch noch zu verhindern, wahrnehmen. Deshalb entzündete sich in der Sitzung des Eilenburger Stadtrats am Montag die Diskussion erneut an diesem Thema. Zumal die Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt der Schondorfer Mark als Einzelhandelsstandort gerade einen Flyer in Doberschütz und Eilenburg in Umlauf gebracht hat.

Neuansiedlung gegen Altstandort kommen auch deshalb in Stellung, weil die Stadt im Verfahren zum Baurecht, den Flächennutzungsplan der Stadt ändern und die Schondorfer Mark künftig als Gewerbegebiet ausweisen will. Wobei trotzdem immer betont wurde, dass eine Neubesiedlung der ehemaligen Marktkauf-Fläche, auch mit einem Nahrungsmittelanbieter, nichts im Weg stehen würde, weil dort aktuell entsprechende Baugenehmigungen gelten. Auf dem Flyer der BI dagegen ist davon die Rede, dass die Änderung des Nutzungsplanes die Ansiedlung eines Lebensmittelhändlers für die kommenden fünf bis 15 Jahre verhindern würde.

Kritik an Flugblatt der Bürgerinitiative

„Ich bin erstaunt, dass in einer solchen Schrift so viele Unwahrheiten stehen können“, kritisierte Stadträtin Ellen Häußler (Freies Bündnis) den Inhalt des Flugblatts. „Ich verstehe, dass Anwohner Einkaufsgelegenheit in ihrer Nähe behalten wollen. Doch wir machen den Standort mit unserer Überplanung nicht kaputt. Ich gehe aber davon aus, dass ein neues Warenhaus dort nicht wieder anzusiedeln ist“, mahnte Häußler. Das Gelände an der Ziegelstraße, wo einst das ECW-Kraftwerk stand, sei zudem „keine Grünfläche, sondern eine Brache. Eine Ansiedlung dort schließt die Lücke zwischen den Stadtteilen und wird ein Angebot bringen, das wir so in der Stadt nicht mehr haben“. Immerhin habe Edeka bereits 233 000 Euro in Planungen und Genehmigungen gesteckt, gab Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zu bedenken. „Ich kann alle nur bitten, dass wir diesen Weg beibehalten.“ Carsten Schäfer (CDU) forderte, dass die Stadt mit einer Klarstellung reagiert. Diese sei schon in Arbeit, so Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Ohne Zweifel enthalte der Flyer der BI „viele Unwahrheiten“. Viele der Initiatoren seien zudem nicht Einwohner von Eilenburg. Es sei doch normal, dass für eine Projektentwicklung Kosten anfallen, sagte indessen Christiane Prochnow aus der Fraktion Die Linke. Sie hatte als einzige im Stadtrat vor einem Jahr gegen den Verkaufsbeschluss der Fläche Ziegelstraße an Edeka votiert. Sie ist eine der Anlaufstellen, bei der die Unterschriften, die mit dem Flyer gegen die Änderungen des FNP gesammelt werden sollen, abgegeben werden können.

Ruf Eilenburgs steht auf dem Spiel

Sie verwahrte sich dagegen, dass in der Flugschrift der BI „Lügen“ stehen. „Und es gibt doch garantiert eine Rücktrittsklausel im Vertrag, wenn die Entwicklungen nicht so laufen, wie sich das die Vertragspartner vorstellen“, sah sie Möglichkeiten, dass der Flächenkauf an der Ziegelstraße auch nach der notariellen Beurkundung nicht vollzogen wird. So zu verfahren, würde den Ruf Eilenburgs schädigen, hieß es von anderen Seiten. „Es ist bedenklich und peinlich, die Investition in Frage zu stellen“, fasste Mathias Gürke (CDU) zusammen.

 

Von Heike Liesaus

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