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Flutschäden: Eilenburg will Straßen und Plätze erneuern

Stadtrat Flutschäden: Eilenburg will Straßen und Plätze erneuern

Die Stadt Eilenburg und das Hochwasser 2013 – die Folgen sind noch immer nicht beseitigt und beschäftigten jetzt den Stadtrat in der letzten Sitzung des Jahres 2015. Die Straße an der Dobritzmark und der Mühlplatz/Mühlwiese sollen instandgesetzt werden.

Die Flut 2013 richtete trotz der Hochwasserschutzmauern auch im Stadtgebiet Eilenburg Schäden an.
 

Quelle: Simone Gleißner

Eilenburg.  Die Stadt Eilenburg blieb beim Hochwasser 2013 zwar von einer gänzlichen Überflutung verschont. Doch die Folgen sind noch immer nicht beseitigt und beschäftigten jetzt die Räte in der letzten Sitzung des Jahres 2015 am Montag. Die Straße an der Dobritzmark und der Mühlplatz/Mühlwiese sollen instandgesetzt werden, so die Beschlüsse. Beim Weg zum Bobritzer Wehr war nicht klar, ob eine Sanierung aufgrund der Naturschutzauflagen überhaupt wirtschaftlich sinnvoll ist. Eins steht aber fest: Die Anhebung der Röhrenbrücke wird in diesem Jahr nicht mehr starten.

Für den Weg zum Bobritzer Damm war eine grundhafte Erneuerung von Teilen mit ungebundener Trag- und Deckschicht vorgesehen. Bitumen, das einem neuen Hochwasser standhält, wird vom Naturschutz nicht akzeptiert. Borde sollten immerhin Ausspülungen im Hochwasserfall verhindern. Am Sinn gab es jedoch Zweifel: „Dort kommt es zu Querströmungen. Deshalb ist es egal, ob es Borde gibt oder nicht“, erklärte Volker Enigk (CDU). Es stehe frei, die Fördermittel in Anspruch zu nehmen oder nicht, verdeutlichte Petra Zimmermann, Leiterin des Bereichs Bau in der Stadtverwaltung. Der Naturschutz werde jedenfalls nicht mit sich reden lassen.

Als Radweg kann die Trasse derzeit nicht genutzt werden, obwohl sie zum Radwegnetz der Stadt gehört. Nach dem Hochwasser war noch von einer einfachen Deckenerneuerung auf einer 800 Meter langen Strecke ausgegangen worden. Später hatte sich zwar herausgestellt, dass einige Abschnitte ohne Instandsetzung fahrradtauglich sind. Andere Bereiche sind jedoch tiefgründiger zerstört, als ursprünglich angenommen. Darauf wurden die Planungen jetzt konzentriert. Trotzdem werden dafür statt der ursprünglich kalkulierten und vom Land zur Verfügung gestellten 70 000 Euro voraussichtlich 175 000 Euro benötigt.

Zudem gibt einen asphaltierten Weg zum Bobritzer Damm, so der Hinweis. Vielleicht sollte das Geld für andere Maßnahmen genutzt werden, hieß es. Denn weitere Schadensbeseitigungs-Projekte sind teurer geworden, als anfangs geschätzt und angemeldet. „Wir haben zurzeit eine Überziehung von 300 000 Euro“, berichtete Zimmermann. Da aber der Neubau der Röhrenbrücke jetzt nicht mehr aus dem Topf der Hochwasserschadensbeseitigung finanziert werden soll, sei das Geld da. Die Stadträte verordneten sich selbst eine Denkpause. Es soll noch einmal im Ausschuss beraten werden. Wegen der Naturschutzauflagen dürfte ohnehin erst ab August gebaut werden. Der Beschluss wurde in den Ausschuss zurückverwiesen.

Grünes Licht gab das Gremium dagegen für die Beseitigung der Schäden auf der Straße An der Dobritzmark zwischen Ziegelstraße und der in Richtung Südost liegenden Gartenanlage. Sie soll mit einer 18-Zentimeter-Asphaltschicht und mit Borden solider gebaut werden als vorher, damit ein erneutes Hochwasser nicht mehr so hohe Schäden anrichten kann. Gesamtkosten: 140 000 Euro. Ab Mitte Juli kann gebaut werden.

Diese Termin-Beschränkungen gibt es für die Straße Mühlplatz und Mühlwiese nicht. Für 150 000 Euro sollen dort ebenfalls Flutschäden behoben werden. Das betreffe vor allem die ausgespülten Randbereiche zwischen der Anbindung Brücke Mühlgraben und Röhrenbrücke, so die Beschlussvorlage. An der Verkehrsführung insgesamt soll sich nichts ändern. Der Wendehammer vor der Röhrenbrücke wird ausgebaut, die ausgespülten Randbereiche sollen mit Rasengitter und Schotterrasen befestigt werden. Von der Mühlgrabenbrücke kommende Gehwege sollen erweitert und befestigt werden. Metallbau Wolf wird die Mauer auf der südöstlichen Grundstücksseite in Eigenregie zurückbauen, damit der Fußweg breiter werden kann. Denn dafür gibt es keine Förderung über die Hochwasserschadensbeseitigung. Die Asphaltoberfläche wird erweitert, damit der einbiegende Lkw-Verkehr nicht mehr auf unbefestigte Bereiche ausweichen muss. Die Anbindung an die Röhrenbrücke wird berücksichtigt. Denn deren Anhebung “bleibt weiter im Fokus“, war von Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zu erfahren. Dort kam es während des Hochwassers 2013 zu gefährlichen Situationen, weil sich Treibgut aufstaute. Für dieses Projekt will die Stadt nun andere Fördertöpfe anzapfen.

Von Heike Liesaus

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