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Eilenburg Flutschutz in Eilenburg: Nordflanke Hainichen kommt erst 2018
Region Eilenburg Flutschutz in Eilenburg: Nordflanke Hainichen kommt erst 2018
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11:00 10.09.2016
Juni 2013: Hainichener Dorfbewohner stabilisieren den Damm mit Sandsäcken. Die Mulde ist zu diesem Zeitpunkt randvoll. Quelle: Foto: Alexander Bley
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Eilenburg/Hainichen

Der Deich-Bau Nordflanke Hainichen beginnt im Sommer 2018. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs auf oberster Ebene, zu dem sich Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos), der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Dietrich Gökelmann, Birgit Müller, Sachgebietsleiterin Wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren Hochwasserschutz, Frank Drechsel, Abteilungsleiter für Umweltschutz in der Landesdirektion Sachsen sowie der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV), Axel Bobbe, jetzt getroffen haben.

Grabungen notwendig

Die erste Kunde, die aus dieser Runde offiziell nach außen drang, hatte zunächst einen Baubeginn im kommenden August benannt. Doch Axel Bobbe musste kurz darauf relativieren: „Durch die LTV werden nach der Rechtskräftigkeit der Genehmigung der Landesdirektion unverzüglich alle notwendigen Ausführungsplanungen und statischen Nachweise für den Deichbau bearbeitet und die öffentliche Vergabe durchgeführt. Vor dem Beginn des Deichbaues müssen archäologische Grabungen durchgeführt werden. Somit wird unter Beachtung der umweltschutzrechtlichen Belange der Beginn im Sommer 2018 realistisch sein.“

Erörterungstermin im Oktober

Noch für diesem Monat will die Landesdirektion einen Erörterungstermin vorbereiten. Dieser soll im Oktober stattfinden. Im abgelaufenen Anhörungsverfahren der Planfeststellung wurden 33 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange vorgebracht, „die weitestgehend als lösbar eingeschätzt wurden“, so Ralf Scheler. Weiterhin wurde bei der Landesdirektion ein Einwand erhoben, der noch geprüft werde. Die LTV werde der Landesdirektion Sachsen die notwendigen Unterlagen zur Bearbeitung zuleiten, sodass alle Verfahrensformalitäten bis Jahresende erfolgt sind. „Für das erste Quartal 2018 wurde der Planfeststellungsbeschluss zur Errichtung der Nordflanke Hainichen in Aussicht gestellt, wenn alle erforderlichen Unterlagen rechtzeitig vorgelegt werden“, so Ralf Scheler. Die reine Bauzeit des Deiches wird in etwa fünf bis sechs Monate betragen.

Hainicher sind enttäuscht

Im Eilenburger Ortsteil wurde die Kunde mit Sachlichkeit, aber auch Enttäuschung aufgenommen. Die erneute Verzögerung sei deprimierend, so Lutz Kahle. Die Hainichener hätten bis jetzt gehofft, dass es Anfang 2017 losgehe. Immerhin sei jetzt zwar ein Baubeginn benannt, Angst und Zweifel bestünden nach den beiden einschneidenden Ereignissen in den letzten 14 Jahren aber unvermindert. 2002 sei man noch von einem Jahrhundertereignis ausgegangen. „2013 haben wir erlebt, wie schnell es wieder gehen kann.“ Der kleine Ort wurde 2002 überschwemmt und war 2013 nur knapp einer weiteren verheerenden Überflutung entgangen, weil der bestehende Deich marode ist. Mit der Flügeldeichlösung soll der Mulde mehr Raum gegeben werden. Das Hochwasserschutzkonzept sei überarbeitet, die Schwachstellen erkannt. Man wisse, wie zu reagieren sei, hatte Schelers Vorgänger Hubertus Wacker vor zwei Jahren gesagt, als ein Baustart noch für 2016 avisiert wurde. Ralf Scheler weiß das Ausmaß dieser Nachricht für die Hainichener sehr wohl einzuschätzen, sagt aber auch, wenn der Druck seitens der Stadt jetzt nicht erfolgt wäre, hätte sich das Ganze noch weiter verzögert.

Deich am Mühlgraben gesichert

Am Freitag abgeschlossen wurden Deichsanierungsarbeiten am Mühlgraben, zwischen der Eisenbahnbrücke und dem Tierpark. Seit Anfang August wurden hier Schäden beseitigt, die das Hochwasser 2013 hinterlassen hat. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde auf der rechten Seite des Mühlgrabens eine 70 Meter lange Spundwand mit einer Tiefe von sechs Metern in den Deich eingebracht. Höhe und Geometrie des Deiches seien dabei nicht verändert worden. Beim Hochwasser wurde der Deich stark beansprucht. Die auf der Luftseite des Deiches aufgetretenen Sickerwasseraustritte veranlassten die Landestalsperrenverwaltung Sachsen daher diesen Deichabschnitt zu verstärken. Rund 150 000 Euro wurden investiert. Das dies zum jetzigen Zeitpunkt realisiert werden konnte, sei nicht selbstverständlich, hatte Betriebsleiter Axel Bobbe zum Beginn der Maßnahme gesagt. Immerhin musste die LTV andere Projekte wegen personeller Engpässe verschieben. Im Zuge der Bauarbeiten musste die Sydowstraße für den Verkehr gesperrt werden. Diese ist nun wieder freigegeben.

Von Kathrin Kabelitz

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