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Eilenburg Französische Schüler lernen Eilenburg kennen
Region Eilenburg Französische Schüler lernen Eilenburg kennen
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19:00 21.03.2018
Bei ihrem Rundgang durch Eilenburg haben die Jugendlichen einen Stop am Heinzelmännchenbrunnen eingelegt, um mehr über die lokale Sage zu erfahren. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

So weit gereisten Besuch gibt es am Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasium selten: 16 französische Schüler aus der Nähe von Paris sind in diesen Tagen zu Gast an der Bildungsstätte in der Hochhausstraße, um Sachsen und die Muldestadt näher kennenzulernen. „Mit der Aktion haben wir den Austausch mit Frankreich wiederbelebt“, erklärt Dieter Mannel, Leiter des Gymnasiums. Er weist darauf hin, dass der Austausch zuletzt etwas zum Ruhen gekommen sei, unter anderem wegen Umstrukturierungen im Nachbarland. Umso erfreulicher sei es, dass nun wieder französische Jugendliche die Schule mit ihrer Anwesenheit beehrten.

Hunderte Kilometer Anreise

Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sind am Montagabend nach einer achtstündigen Zugfahrt aus Saint-Ouen angereist. Der Ort liegt nördlich der französischen Hauptstadt, ist rund 800 Kilometer von Eilenburg entfernt. „Meine Schüler sollen mehr über Deutschland erfahren“, sagt Charly Lakari, der als Geschichtslehrer mitgereist ist. Er bestätigt, dass das Austauschprogramm in seinem Heimatland derzeit zurückgefahren werde. Das sei schade. Nur in seiner eigenen Kultur zu bleiben, sei nicht sinnvoll. „Man muss sich auch anderen Kulturen öffnen“, hebt der junge Pädagoge hervor.

Nach der Ankunft schlossen alle Austauschschüler mit ihren Gastfamilien Bekanntschaft und verbrachten in ihrer Unterkunft einen gemütlichen Abend. „Wir waren alle sehr aufgeregt“, gesteht Lisa vom Rinckart-Gymnasium. Die 16-Jährige, die mit ihren Eltern den ein Jahr jüngeren Kelian bei sich wohnen lässt, befürchtete Kommunikationsprobleme. Auch weil Englisch keine Option ist.

Verständigung mit Händen und Füßen

Nur ein Teil der jungen Franzosen ist dieser Sprache mächtig. Der Teil, der bereits ein Lycée besucht, das heißt eine der Sekundarstufe 2 ähnelnde Schule. Die anderen gehen auf ein Collège, vergleichbar mit der Sekundarstufe 1, und hatten noch keinen Englischunterricht. „Kelian und ich verständigen uns mit Händen und Füßen. Das klappt wunderbar“, lächelt Lisa. Kelian ist zum ersten Mal in Deutschland, freut sich sehr, in Eilenburg zu sein. „Es ist eine schöne Stadt“, sagt er in seiner Muttersprache, während Lisa für ihn übersetzt.

Bis zur Rückreise am Sonntagmorgen erleben und erlebten die Rinckart-Schüler und ihre Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Neben gemeinsamem Unterricht gehört ein Rundgang durch Eilenburg inklusive einer Führung durch die historischen Bergkeller dazu – ebenso wie Exkursionen nach Leipzig und Dresden, wie Renate Ringbeck verrät, die am Gymnasium Französisch unterrichtet und den Austausch initiiert hat. Ihr französischer Kollege Charly Lakari betont: „Der Besuch von Sehenswürdigkeiten wie dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig soll den Jugendlichen die gemeinsame Historie unserer Länder verdeutlichen.“

Ein besonderes Sportereignis

Ein Höhepunkt könnte das U18-Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich am Freitag um 18 Uhr im Ilburg-Stadion des FC Eilenburg werden. Die Mitglieder des Fußballvereins haben bereits signalisiert, dass sie sich sehr über die Anwesenheit der französischen Gastschüler freuen würden. Der Gegenbesuch in Saint-Ouen soll im Mai stattfinden.

Von Matthias Klöppel

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