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Eilenburg Frauen-Power in Doberschütz – neue Leitung in der Grundschule
Region Eilenburg Frauen-Power in Doberschütz – neue Leitung in der Grundschule
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00:21 19.08.2017
Nadine Berghoff und Christiane Fleck (von links) leiten jetzt die Doberschützer Grundschule. Quelle: Ilka Fischer
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Doberschütz

Die Grundschule Doberschütz wird im gerade begonnenen Schuljahr kommissarisch geleitet. Christiane Fleck, die seit 2010 für die Grundschule in Mockrehna verantwortlich zeichnet, wurde vom Regionalschulamt darum gebeten, die rund sechs Kilometer entfernte Nachbarschule zusätzlich unter ihre Fittiche zu nehmen. Erleichtert wurde der 45-Jährigen die Entscheidung durch einige Begleitumstände. So wohnt Christiane Fleck selbst in Sprotta-Siedlung. Die Doberschützer Grundschule liegt damit für sie auf dem Weg zur Mockrehnaer Schule, in der es nach sieben Jahren Schulleitertätigkeit „sehr gut laufe“.

Grundschullehrer stand nicht auf der Berufs-Wunschliste

„Außerdem“, so die couragierte dreifache Mutter, „erleichtert mir Nadine Berghoff als Lehrerin mit Schulleitungsaufgaben das Ganze.“ Für die 26-Jährige, die demnächst mit ihrem Freund von Leipzig-Stötteritz nach Püchau ziehen wird, stand Grundschul-Lehrerin zwar nicht auf der Berufswunschliste. Vielmehr hat sie in Leipzig Gymnasiallehrer für Geschichte und Ethik studiert. Da diese Fächerkombination zumindest in Sachsen nicht gefragt ist, stand sie nach dem Referendariat vor der Entscheidung: arbeitslos, wegziehen oder Schulart-Wechsel.

„Meine Entscheidung, an die Grundschule zu gehen, habe ich nicht bereut“, ist Nadine Berghoff überzeugt. Zunächst sei es natürlich eine Umstellung gewesen. Denn gerade noch habe sie Schüler zum Abitur geführt, kurz danach waren die doch sehr intensiven Unterrichtsstunden bei den Jüngeren zu halten. An der Grundschule Eilenburg-Berg, wo sie sechs Monate vorwiegend Ethik unterrichtete, fand sie viel Unterstützung.

Als sich für die Schulleiterstelle in Doberschütz einfach kein Interessent fand, bewarb sie sich kurzerhand. Wohl wissend, dass man dafür an sich eine mindestens zweijährige Unterrichtserfahrung braucht. Die Personalnot macht ungewöhnliche Karrieren möglich.

Doberschützer Einrichtung ist zu klein

Gemeinsam mit Christiane Fleck, die schon wegen des eigenen Kindes in der Grundschule Doberschütz hier „nur“ verwaltet und organisiert, will sie nun die Schulleitung meistern. Die Herausforderungen sind gewaltig. Nicht nur, weil zu den drei älteren Kollegen mit Nadine gleich drei weitere Kollegen sowie Christiane Fleck neu an die Schule kamen. Zudem ist auch noch die dringend benötigte Schulsachbearbeiterin langzeitkrank.

Dennoch sei einiges bereits erreicht worden. So gibt es, obwohl moderne digitale Medien für die Schulverwaltung fehlen, inzwischen einen digitalen Stundenplan. „Im Gegensatz zum Magneten meckert dieser, wenn ein Lehrer aus Versehen doppelt eingeplant ist“, nennt Nadine Berghoff einen Vorzug.

Christiane Fleck, die selbst wegen des damaligen Lehrerüberschusses drei Jahre auf ihr Referendariat warten musste und danach in Förderschulen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterrichtete sowie vier Jahre Lehrer ausbildete, sieht aber nicht nur in Sachen des digitalen Stundenplan Handlungsbedarf. „Die Doberschützer Grundschule“, so steht für sie fest, „ist selbst für eine einzügige Schule eher klein gebaut.“ So gebe es für die derzeit 109 Kinder keinen Musik-, keinen Kunstraum und einen zu kleinen Speiseraum. Derzeit würde in sechs Klassen unterrichtet. „Doch ich rechne fest damit“, so Christiane Fleck, die sich wegen der für sie nicht verständlichen Schulschließungen inzwischen auch im Schulausschuss des Kreistages engagiert, „dass wir im Schuljahr 2019/2020 acht Klassen haben. Und die Schule kann baulich nicht erweitert werden …“ Für sie kommt daher über kurz oder lang nur ein komplett neuer Schulbau oder aber die Rückkehr zu wohnortnahen Schulen in Frage.

Von Ilka Fischer

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