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Friedensrichter halten erste Sprechstunde

Friedensrichter halten erste Sprechstunde

Eilenburg. Bei der ersten Sprechstunde des neuen Eilenburger Friedensrichter-Duos stellten sich zwar noch keine Besucher ein, doch Wilfried Weigel und sein Stellvertreter Michael Nölle nutzten die Zeit gleich, um sich über Fälle verständigen, die zurzeit in Bearbeitung sind.

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Dabei ist das, was sie sich gerade per Bild am Laptop anschauen, ein typisches Beispiel: Ein Grundstückseigentümer hat Probleme mit dem, was der Nachbar an üppigem Grün an die Grenze pflanzte. „Wir fahren dann gleich nocheinmal hin, um uns das gemeinsam vor Ort anzusehen", sagt Wilfried Weigel. Die können für die Sprechstunde, die einmal monatlich immer am zweiten Mittwoch von 16 bis 17 Uhr stattfinden, das ein Büro in der Stadtverwaltung nutzen. „Zur Friedenrichter-Sprechstunde bitte klopfen" sollte vielleicht noch an der Tür des östlichen Rathaus-Anbaus stehen, aber an mangelnder Orientierung lag es gewiss nicht, dass niemand zur ersten Beratungszeit kam. „Vielleicht ist ja gerade einfach nichts in der Richtung los", vermutet Nölle.

Die beiden wissen natürlich, dass sie bei Konflikten nur moderieren und nicht Recht sprechen können. Aber immerhin signalisiere jemand, der sich an die Friedensrichter wendet, dass er sich mit seinem Nachbarn gütlich einigen will, stellt Wilfried Weigel fest. „Wir können nur sagen, was die Parteien erwartet, wenn sie sich nicht einigen, wenn die Differenzen zum Beispiel vor Gericht ausgetragen werden müssen." Auf alle Fälle stünden dann höhere Kosten an. Wer sich an das Friedensrichter-Team wendet, muss eine Gebühr in Höhe von 35 Euro anweisen. Das Geld wird für Auslagen, unter anderem die Postzustellung, verwendet. Nach einem Gespräch mit dem Ratsuchenden, der sein Anliegen auch noch einmal zu Papier bringt, laden die Friedensrichter beide Parteien zu einem Treffen ein.

Wie berichtet, sind Weigel und Nölle Anfang September ins Amt gewählt worden. Der 62-jährige Friedensrichter befindet sich in der Ruhephase der Altersteilszeit. Zuvor war er beim Abwasserzweckverband tätig und hat dort unter anderem die Widersprüche bearbeitet. Er kennt sich aus in Eilenburg und Umgebung. Denn bereits damals habe er die Erfahrung gemacht, dass es immer besser ist, sich etwas vor Ort anzusehen und mit den Menschen zu sprechen. Fürs Schlichteramt habe er sich beworben, weil er geistig nicht einrosten will, ansonsten ist er ein Garten-Fan. Michael Nölle, Frührentner und 53 Jahre alt, arbeitete früher als Lehrausbilder im Heizungs-Klima-Sanitär-Bereich. „Wir kannten uns vorher gar nicht, aber nun sind wir schon ein Team geworden", ist von ihnen zu hören. Wo die Grenzen zwischen Gang zum Schlichter und einer Anzeige bei der Polizei liegen, beschreibt Nölle ungefähr so: „Wenn mir drei Mal jemand im über den Gartenzaun sagt, dass ich dumm bin, dann gehe ich vielleicht zum Friedensrichter, wenn er mir auf die Nase haut, sieht das anders aus."

Die nächste Friedensrichter-Sprechstunde findet also am 10. November von 16 bis 17 Uhr statt. Ansonsten kann über das Bürgerbüro im Rathaus, Telefonnummer 03423/6520, mit Weigel und Nölle Kontakt aufgenommen werden.

Heike Liesaus

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