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„Friederike“ und die Folgen: Enorme Schäden im Stadtwald

Eilenburg „Friederike“ und die Folgen: Enorme Schäden im Stadtwald

Sturmtief „Friederike“ hat enorme Schäden im Eilenburger Stadtwald angerichtet. Die Aufräumarbeiten haben aber derzeit keine Priorität, sondern ganz andere Dinge.

Revierförster Mario Kralisch zeigt die enormen Schäden, die das Orkantief „Friederike“ im Eilenburger Stadtwald hinterlassen hat.

Quelle: Alexander Prautzsch

Eilenburg. Schon von weitem ertönt das dröhnende Knattern der Motorsäge, das die fast andächtige Stille durchschneidet. Das Werkzeug frisst sich unermüdlich in einen ausgerissenen Baumstamm. Eine große Maschine, ein sogenannter Harvester, unterstützt bei der gefährlichen Arbeit, die zurzeit in vielen nordsächsischen Wäldern ansteht. Es gilt die Schäden zu beseitigen, die das Orkantief „Friederike“ Mitte Januar in den grünen Lungen des Landkreises hinterlassen hat.

Von den Aufräumarbeiten ist auch der Eilenburger Stadtwald betroffen. Dort habe zurzeit oberste Priorität, die Verkehrssicherheit entlang von Straßen und öffentlichen Wegen so schnell wie möglich wiederherzustellen, sagt der zuständige Revierförster Mario Kralisch. Dafür müssen heruntergefallene sowie statisch problematische Äste von Bäumen, die in der Nähe stehen, entfernt werden. „Das übernimmt eine bereits beauftragte Firma“, so der Forstmann.

Wald um Battaune besonders betroffen

Mit der Aufarbeitung des herumliegenden Holzes soll bald begonnen werden. Es müssen Äste von Stämmen abgesägt, Stämme vermessen und in passende Stücke geteilt werden. Auch ein Harvester soll zum Einsatz kommen. Die Holzerntemaschine greift entwurzelte Bäume, entastet und zerteilt sie auf ein gewünschtes Maß. Darüber hinaus sei es notwendig, vom Sturmtief betroffene Waldgebiete durch das Anpflanzen neuer Bäume zu verjüngen, etwa rings um Battaune, wo „Friederike“ besonders stark gewütet hat.

Quelle: Alexander Prautzsch

„Es liegen mindestens zwei Jahreseinschläge“, beziffert Kralisch das Ausmaß der Sturmschäden im gesamten Eilenburger Stadtwald. Eine gigantische Menge – wenigstens das Doppelte, was sonst in einem Jahr anfällt. Die zu beseitigen, werde noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Experte schätzt: „Das wird uns bis in den Sommer hinein beschäftigen.“

Knappe Marktlage erschwert Holzverkauf

Das Holz, das noch Qualität hat, soll verkauft werden. Der Rest – Einzelbrüche, Kronholz – sei als Brennholz eingeplant. Der Verkauf gestalte sich allerdings schwierig. Aufgrund der Vielzahl an Schäden in den nordsächsischen Wäldern sei die Marktlage knapp. Auch deshalb werde die Aufarbeitung mehrere Monate andauern.

Bei den meisten beschädigten Bäumen im Eilenburger Raum – rund 95 Prozent – handelt es sich um Kiefern. Das gilt nicht zuletzt für den Wald um Battaune. „Dort dominiert das Nadelholz“, weiß Kralisch. Laubbäume seien weitaus weniger betroffen, weil sie durch ihre fehlenden Blätter eine geringere Angriffsfläche für den Wind böten als ihre Pendants im Nadelkleid. Bei Laubbäumen, die umgestürzt sind, muss aber schnell gehandelt werden. „Borkenkäfer fangen sofort an, das Holz anzugreifen“, betont der Förster. Kiefern seien hingegen resistenter gegen Schädlingsbefall.

Betretungsverbot gilt weiterhin

Wichtig: Die Aufräumarbeiten dürfen laut Kralisch nur qualifizierte Fachkräfte übernehmen. „Es ist eine gefährliche Arbeit. Teilweise brechen Äste nach, fallen Kronen herab“, erklärt er. „Wenn nochmals starker Wind aufkommt, wird es interessant.“ Auch deshalb rät der Forstmann Spaziergängern, sich an das generelle Betretungsverbot für alle Waldgebiete in Nordsachsen zu halten. Dieses hatte der Landkreis wenige Tage nach „Friederike“ erlassen. „Mancherorts sieht es nach wie vor chaotisch aus.“

Von Matthias Klöppel

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