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Eilenburg Frischer Wind in Eilenburg: Der neue Chef erweitert die Rathaus-Öffnungszeit
Region Eilenburg Frischer Wind in Eilenburg: Der neue Chef erweitert die Rathaus-Öffnungszeit
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23:05 08.09.2015
Jürgen Prochnow (rechts) gratuliert dem nun als Oberbürgermeister vereidigten Ralf Scheler. Quelle: Heike Liesaus
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Auch ein neues Orientierungssystem ist in Arbeit. Besucher sollen nicht hilflos im Haus herumirren oder wochentags vor verschlossener Tür stehen. Ralf Scheler (parteilos) ging in der ersten Sitzung, die er als neuer Oberbürgermeister Eilenburgs leitete und zu deren Beginn ihm Jürgen Prochnow (Die Linke) als stellvertretender Bürgermeister den Amtseid abnahm, nicht gleich zur Tagesordnung über. Er zog Bilanz der Wochen seit seinem Amtsantritt am 1. August: ohne Blessuren überstanden, zig Einrichtungen, Organisationen und Betriebe besucht, Einblick in Verwaltungsabläufe gewonnen. Der neue Chef im Rathaus ließ den Dank an die Verwaltung und an seinen Vorgänger mit Blick auf die jahrelang geleistete Arbeit nicht aus. Und er stimmte auf das ein, was aus seiner Sicht demnächst ansteht: "Es gibt massive Probleme mit Geschäftsschließungen aus Alters- oder sonstigen Gründen." In einigen Fällen sei er mittlerweile "vorsichtig optimistisch". Außerdem richtete er die "dringende Bitte" an die Eilenburger: "Der Einkauf in der eigenen Stadt muss einfach gestärkt werden." Letztlich könnten Händler hier bei Preis, Qualität, Verfügbarkeit mithalten. "Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl." Und jeder Eilenburger könne für seine Stadt unterwegs sein, in dem er anderswo über die Sehenswürdigkeiten seiner Heimat berichtet.

Die Wohnortkampagne Eilenburg, die Verbesserung des Hochwasserschutzes werden in den nächsten Monaten und Jahrenbeschäftigen. In Sachen barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen am Bahnhof will er sich einsetzen. Er hat sich vorgenommen, die Landtags-Abgeordneten zum Gespräch über die Kürzungen des Freistaats im Bereich der Schulsozialarbeit einzuladen: "Hier entstehen schwere Defizite." Er wolle sie zudem bitten, sich mit einem Brief an den Ministerpräsidenten zu wenden. Scheler selbst bekommt täglich Briefe und Anrufe zu verschiedenen Themen: "Das sind Zeichen des Mitdenkens und Mitmachens." Oft gehe es um Lärm und Umwelt Nur tendiere die Toleranz mancher gegen Null. Kinder und Jugendliche probieren sich nun mal lautstark aus. Ordnungswidrigkeiten und Handlungen mit Straftatnähe dürften aber nicht Gewohnheit werden.

Wie die Stadt am Ende seiner Amtszeit dastehe, könne er nicht prognostizieren. Haushaltsstabilisierung, Arbeit an Infrastruktur, Weiterentwicklung von Standortfaktoren seien eine Gratwanderung. Selbst auf Eilenburg wirken Einflüsse wie die Entwicklung in Europa, Asyl und die Position Deutschlands zu Russland.

Die Amtskette verstaute Ralf Scheler bei nächster Gelegenheit in ihrer Schatulle. Die bot sich mit der Pause, die die Abgeordneten vor der Abstimmung zu Neubesetzungen von Stadt-, Bau-, Sozial und Petitionsausschuss forderten. Ein offenes Votum ist nur möglich, wenn es keine Gegenstimmen gibt und die gab es. Um eine zeitraubende geheime Abstimmung zu umgehen, wurde das Verfahren gewählt, bei dem die Fraktionen die Besetzungen ihrer Ausschuss-Sitze dem OBM schriftlich bekanntgeben.

Scheler steuerte gemeinsam mit der Verwaltungsspitze fast routiniert durch die Sitzung, bei der ebenfalls die Änderung des Bebauungsplanes "Leipziger Höhe" von der Tagesordnung genommen wurde, der Stadtanteil beim Ausbau der Sprottaer Landstraße Thema war und der Auftrag für die Erstellung des neuen Einzelhandelskonzepts vergeben wurde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2015

Heike Liesaus

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