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Frust in Eilenburg Ost: Anwohner fühlen sich in Wohngebiet „abgehängt“

Sperrung Frust in Eilenburg Ost: Anwohner fühlen sich in Wohngebiet „abgehängt“

Zwei abgesperrte Abkürzungen auf Trampelpfaden sorgen jetzt in Eilenburg Ost für Frust bei Anwohnern und Nutzern. Die Stadt will die Sicherheit in einem Garagenkomplex verbessern und die Wohnungsgenossenschaft auf einem ihrer grünen Höfe. Das sorgt für Gegner und Befürworter.

Ein Zaun und ein künftig verschlossenes Tor ärgert Anwohner der Hermann-Michaelis-Straße, die sich damit abgehängt fühlen.

Quelle: Stadtverwaltung Eilenburg

Eilenburg. Bewohner der Hermann-Michaelis-Straße im Eilenburger Osten fühlen sich abgehängt. Wohl nicht nur sie. In Jahrzehnten haben sich im Umfeld des Garagenkomplexes zwischen Michaelis- und Torgauer Landstraße vor allem Fußgänger und Radler an eine Abkürzung in Richtung Marktkauf, Badestelle am Kiessee oder die Gärten in der Anlage Gleisdreieck gewöhnt. Auch Hundehalter, ist zu hören, würden dort gern spazieren gehen und nicht immer alles mitnehmen, was der vierbeinige Freund hinterlässt.

Jetzt sorgen ein Zaun und ein Tor am Garagenkomplex Richtung Michaelis-Straße für Diskussionen, mit dem die Stadtverwaltung den Durchgang in absehbarer Zeit blockieren will. Eine andere Abkürzung in Richtung Torgauer Landstraße über ein Grundstück der Eilenburger Wohnungsgenossenschaft wurde inzwischen zusätzlich mit einem Erdhügel versperrt. „Wir sind nun noch mehr abgeschnitten von der Welt. Anwohner, auch viele Ältere, müssen jetzt viel zu große Umwege über die Rosa-Luxemburg-Straße in Kauf nehmen“, beschwert sich eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Jörg Böhme, der Leiter des Bürgerbüros im Rathaus, erklärt zur Absperrung des Garagenkomplexes, dass es dort im vergangenen Jahr mehrere Einbrüche gab und in Abstimmung mit der Polizei dort etwas für mehr Ordnung und Sicherheit getan werden müsse. „Wir haben vorab zu dem Zaun, der nunmehr die früher vorhandenen Absperrbügel ersetzt, Garagenbesitzer befragt und von vielen bisher Zustimmung bekommen. Wer möchte, kann sich für die Schließanlage einen Schlüssel für 20 Euro und für 30 Euro Kaution, die bei Rückgabe erstattet wird, holen.“ Von diesem Angebot und den dazugehörigen Vereinbarungen hätten von den Nutzern der 140 Garagen bisher drei Gebrauch gemacht. Die Aktion sei erst vor Kurzem bekannt gemacht worden. Sie hat sich wohl noch nicht herumgesprochen. „Deshalb ist das Tor auch noch nicht verschlossen“, so Böhme.

„Endlich, Ordnung“, kommt wiederum Beifall von den Mietern für die Wohnungsgenossenschaft Eilenburg (WGE) in der Torgauer Landstraße 45. In unmittelbarer Nachbarschaft wichen Passanten offenbar zunehmend auf einen zweiten Schleichpfad aus. „Wir haben das schon lange satt. Unser Wäscheplatz ist doch kein öffentlicher Weg“, beklagen Anwohner und berichten von teils wenig erfreulichen Kontakten mit Nutzern des Trampelpfades von der Torgauer zur Hermann-Michaelis-Straße, die wenig Erfolg versprechend gewesen seien. So würden Radfahrer sich auch samt Anhänger durch parkende Fahrzeuge auf dem kleinen Abstellplatz zwängen und sich durch die Wäsche auf dem Trockenplatz schlängeln. „Wir freuen uns, dass unser Vermieter, die WGE, endlich Initiative ergriffen hat.“ Das umstrittene Stück Weg wurde neu gestaltet, so WGE-Vorstand Thomas Meinhardt. Rasen wurde gesät, ein Erdhügel aufgeschüttet. WGE-Hausmeister seien dafür angepöbelt worden, bedauern Anwohner. „Wenn wir in Eilenburg besser leben wollen, gehören Vernunft, Ordnung, Rücksicht sowie Achtung des Anderen dazu“, hoffen WGE-Mieter „auf das Verständnis der Vernünftigen“.

Trotzdem bleibt der Ärger über Umwege und Kosten für einen Schlüssel, der nur für Garagenbesitzer gedacht ist. Eine dritte Abkürzung nach Süden an der Bahnstrecke entlang sei wegen des schlechten Zustandes nicht nutzbar, bedauern die Bürger.

Von Karin Rieck

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