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Eilenburg Fünf Neue für die Blauen
Region Eilenburg Fünf Neue für die Blauen
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16:26 19.05.2015
THW-Kameraden bei der Ausbildung. Der Auftrag: Bau einer Behelfsbrücke über einen Graben, um so die Rettung einer vom Wasser eingeschlossenen Person realisieren zu können. Quelle: Thomas Jentzsch

Wenn sie künftig ihren aktiven Dienst antreten, geht es nicht vergleichsweise so entspannt zu. Vorrangig Katastrophen wie Hochwasser, Unwetter oder aber technische Hilfeleistungen werden Anlässe für Einsätze sein. Mit fünf Azubis kann das THW Eilenburg, neben dem Ortsverband Torgau einer von zwei im Landkreis Nordsachsen, derzeit einen soliden Zuwachs verzeichnen. Die Sorge um den Personalbestand aber ist immer präsent.

Voraussichtlich im Oktober werden die Herren im Alter von 18 bis 45 ihre Grundausbildung mit einer Prüfung abschließen. "Die Zahl 5 ist für uns eine gute Größe", schätzt Ortsbeauftragter Hans-Jörg Kamprath ein. Denn die Neuen werden gebraucht. 37 Aktive - davon acht Frauen - im Alter zwischen 18 und 68 Jahre gibt es derzeit. 15 Kinder und Jugendliche gehören zu den potenziellen Nachrückern. Von der eigentlichen Sollstärke 51 ist die in Eilenburg ansässige Ortsgruppe, in der Kameraden aus dem gesamten Landkreis dabei sind, weit entfernt. Und erreicht hat sie diese in 21 Jahren Bestehen übrigens nie. Als Ersatz für den Wehrdienst hatte das THW einst regen Zuspruch, mit der Abschaffung der Wehrpflicht sank die Nachfrage. Ereignisse wie das Juni-Hochwasser haben für die Helfer in Blau durchaus einen positiven Nebeneffekt. Ihre Arbeit wird wahrgenommen, registriert und regt den einen oder anderen zum Nachdenken an, selbst aktiv zu werden.

Allerdings machen solche Extremsituationen auch deutlich, wie dringend die Helfer gebraucht werden, weil schnell die personellen Grenzen da sind. 15 Einsatztage mit Pumpmaßnahmen speziell in Hainichen, Bad Düben, Gruna und Löbnitz, Gebäudesicherungsaktionen, Aufräumarbeiten und Sandsack-Transporte kamen allein im Juni zusammen. Vorrangig im Landkreis Nordsachsen, zunächst in Eilenburg, Bad Düben, Löbnitz und Gruna. Später formierte der Ortsverband noch Kräfte für den Elbe-Bereich bei Torgau, die zum Transport und Stapeln von Sandsäcken gebraucht wurden. Auch andere Landesverbände kamen zu Hilfe. "In Spitzenzeiten waren es 289 Kameraden, die vor allem im Raum Torgau im Einsatz waren", so Kamprath.

Nicht immer ist ein zeitlich unbegrenzter Einsatz möglich. "Wir sind den Arbeitgebern zu großem Dank verpflichtet, wenn sie THW-Angehörige für den Einsatz freistellen. Wir wissen natürlich, dass das gerade bei kleinen Firmen, die nur ein bis zwei Angestellte haben, schwierig ist, ihre Mitarbeiter für längere Zeit auszuplanen." Immer wieder müsse man deshalb auch mit dem Kompromiss leben, dass Kameraden nur ein paar Tage oder mit Unterbrechungen einsatzfähig sind. Personelle Verstärkungen tun da immer gut. Und Kamprath räumt in diesem Zusammenhang auch mit dem Vorurteil auf, dass nur junge und kräftige Männer oder solche mit einer speziellen Berufsausbildung ihren komplett ehrenamtlichen Dienst absolvieren können. "Natürlich muss eine körperliche und geistige Grundfitness da sein. Jeder durchläuft eine sechs- bis neunmonatige Grundausbildung. In dieser Zeit sehen wir die Schwächen und Stärken. Entsprechend seiner Fähigkeiten kann sich jeder einbringen."

Ricardo Spannaus ist einer der Neuen. Für den 30-Jährigen ist es selbstverständlich, im Ernstfall anderen helfen zu können. Und besonders beeindruckt ihn das "kameradschaftliche Flair in solch einer Truppe." Stefan Walenda kann seine Ausbildung als Höhenretter einbringen, ist spezialisiert auf Strömungsrettung. "Wir können hier noch viele Helfer gebrauchen", sagt der 45-Jährige, der berufsbedingt von Münster nach Eilenburg gezogen ist.

In der Muldestadt ist neben dem Ortsverbands-Stab ein Technischer Zug beheimatet, der aus einem Zugtrupp als Führungseinheit, einer 1. und 2. Bergungstruppe und je einer Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und Logistik/Versorgung und örtliche Gefahrenabwehr besteht. Allein die Sorge um den personellen Fortbestand ist es übrigens nicht, die Kamprath und seine Leute umtreibt. "Wir müssen immer wieder daran erinnern, dass die Rahmenbedingungen stimmen, dass ausreichend moderne Technik da ist, die den tatsächliche Bedingungen angepasst werden." © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Kathrin Kabelitz

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