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Für Hainichener Nordflanke ist noch immer kein Baurecht in Sicht

Hochwasserschutz Für Hainichener Nordflanke ist noch immer kein Baurecht in Sicht

Im August wird der Deich an der Eilenburger Sydowstraße wie geplant mit Spundwänden stabilisiert. Dagegen verzögert sich der Neubau der Nordflanke Hainichen weiter. Schlimmer noch, für den nur 300 Meter langen Deich ist noch immer kein Baurecht in Sicht.

Die Mulde, hier beim Obdachlosenheim in Eilenburg, fließt nicht immer so harmlos.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Im August wird es im Bereich der Kleingärten an der Sydowstraße für etwa vier Wochen laut. Dann lässt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) für rund 150 000 Euro entlang des Mühlgrabens auf einer Länge von 200 Metern zwischen der Eisenbahnbrücke und dem Tierpark Spundwände zur Stabilisierung setzen. „Dabei bleibt es“, bestätigte Axel Bobbe, Betriebsleiter der LTV, gegenüber der LVZ. Das ist nicht selbstverständlich, da die LTV andere Projekte wegen personeller Engpässe verschieben muss. Dazu gehört beispielsweise nur wenige Kilometer flussabwärts der neue Ringdeich um das Fährhaus Gruna, der nun statt 2016 erst im kommenden Jahr gebaut werden kann.

Nordflanke Hainichen verzögert sich weiter

Auch bei der Nordflanke Hainichen verzögert sich der Bau weiter. Für den reichlich 300 Meter langen Neubau-Deich im Norden Eilenburgs, der rund eine halbe Million Euro kosten wird, wurde der zum Baurecht führende Planfeststellungsbeschluss im Sommer 2015 ausgelegt. Danach war allerdings erst einmal monatelang nichts von diesem Vorhaben zu hören. Dennoch bleibt es dabei, dass die erhobenen Einwände erst noch bei einem Erörterungstermin diskutiert werden müssen. Im Mai hatte die Landesdirektion Sachsen, die den Termin bestimmen muss, diesen gegenüber der LVZ noch für Juni/Juli 2016 angekündigt. Doch daraus wird nichts. Jana Klein, stellvertretende Pressesprecherin der Landesdirektion Sachsen, sagte zwar gegenüber der LVZ erneut, dass der Erörterungstermin im Sommer 2016 stattfinden soll, erklärte aber auch: „Allerdings sind vor der Durchführung des Erörterungstermins noch ergänzende Aussagen der Vorhabensträgerin Landestalsperrenverwaltung erforderlich. Diese ergänzenden Aussagen wurden mit Schreiben der Landesdirektion Sachsen Anfang Juni 2016 bei der LTV abgefordert. Ein konkreter Tag für die Erörterung kann momentan noch nicht benannt werden.“

Baurecht noch immer nicht in Sicht

Axel Bobbe bestätigte, dass Mitte Juni ein großer Fragekatalog bei der LTV eingegangen ist, für den sein Haus nun im Juli die erforderlichen Abstimmungen mit der Landesdirektion führen wird. Ein Erörterungstermin und damit das Baurecht sind damit aber aus seiner Sicht noch weit weg. Mit der Nordflanke Hainichen wird der Eilenburger Hochwasserschutz erst komplett. In diesem waren zwischen 2002 und 2012 rund 37 Euro Millionen Euro Bundes- und Landesmittel für 6,5 Kilometer Hochwasserschutzwände und weitere 6,5 Kilometer Deiche geflossen. Darunter befindet sich auch der knapp drei Kilometer lange Deich zwischen Ilburg-Stadion und der Ortslage Hainichen. Aber erst mit der Nordflanke Hainichen wird der Eilenburger Ortsteil vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt und zudem der Mulde weiterer Raum gegeben.

Zwei weitere Baustellen in Eilenburg

Neben der Nordflanke Hainichen gibt es noch zwei weitere Eilenburger Hochwasserschutz-Baustellen, wobei es sich aber nicht um Neubauten handelt. So will die LTV im nächsten Jahr die Mauer in der Mühlstraße auf einer Länge von 700 Metern um 40 bis 50 Zentimeter erhöhen. Die Stadt muss zudem noch dafür sorgen, dass die Röhrenbrücke, vor der sich im Hochwasserfall das Treibgut des Mühlgrabens staut, angehoben wird. Für dieses rund 600 000 Euro teure Vorhaben ist Eilenburg noch auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit.

Von Ilka Fischer

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