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Für alle Generationen: Eilenburger Arche soll zum Mehrgenerationenhaus werden

Finanzierung Für alle Generationen: Eilenburger Arche soll zum Mehrgenerationenhaus werden

Mit der Neuausrichtung der Eilenburger Kinder- und Jugendarche als Mehrgenerationenhaus will die Einrichtung am Nikolaiplatz 3 auch ihren Fortbestand sichern. Die Interessensbekundung ist abgegeben, noch in diesem Jahr soll der Förderantrag gestellt werden. Die Stadt hat sich mit einem Beschluss zur Ko-Finanzierung jetzt zum Projekt bekannt.

Ferienspiele in der Eilenburger Arche mit der Awo-Keramik-Werkstatt und den Amateurfilmern.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Die Eilenburger Kinder- und Jugendarche soll ein Mehrgenerationenhaus (MGH) werden. Genau genommen ist es das bereits. Das Ehrenamtler-Team um Arche-Leiterin Yvonne Henselin-Rudolf hält schon jetzt Angebote für Jung und Alt in den Räumen am Nikolaiplatz 3 bereit. Dies soll mit dem Wissen um den demografischen Wandel qualitativ und quantitativ ausgebaut werden. Für die Einrichtung geht es mit der Neuausrichtung aber auch um das Überleben. Die Finanzierung der Personalkosten war drei Jahre mit Geldern aus einem Fonds der Landeskirche, im vierten Jahr mit Mitteln der Kirchgemeinde und Rücklagen des Kirchenkreises gesichert. Mitte 2017 aber laufen diese aus. Wegfallen würden offene und Ferien-Angebote für die Zielgruppe der 7- bis 14-Jährigen, die keinen Hort besuchen, Krabbelgruppen, musikalische Angebote, Mutter-Kind-Treff, Second-Hand-Kleiderbasar, Treffpunkt für Selbsthilfegruppen, Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der Flüchtlingspaten.

Drei Häuser in ganz Nordsachsen

Bundesweit gibt es 450 Mehrgenerationenhäuser, mit dem Soziokulturellen Zentrum in Delitzsch sowie den Häusern in Beilrode/Arzberg und Dommitzsch in Nordsachsen derzeit drei. Eilenburg könnte das vierte werden, das mit der Einrichtung eine Infrastruktur schaffen will, um über Generationen hinweg für Familien bedarfsgerechte Leistungen zu schaffen. Aufbauend auf den bisherigen Angeboten soll es Projekte für die Nachbarschaftshilfe, niedrigschwellige Beratung und Information sowie weiterentwickelte Angebote der Familienbildung geben. Das Konzept beinhaltet zudem die Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Alle Ziele und Inhalte aber seien ohne eine hauptamtliche Fachkraft, die die ehrenamtlichen Kräfte anleitet und unterstützt, nicht umsetzbar.

Eilenburg schießt Geld zu

Im Interessensbekundungsverfahren hat sich die Arche bereits um eine Förderung als MGH beworben. Dass die Stadt hinter dem Projekt steht, hat sie jetzt mit einem Beschluss zur Ko-Finanzierung untermauert. In den Jahren 2017 bis 2020 werden jährlich 10 000 Euro bereitgestellt. Ganz kritiklos war der Beschluss nicht gefallen, wobei es weniger um die Sache an sich ging. Steffi Schober (CDU) erinnerte an einen Vorstoß des Burgvereins vor einigen Jahren, ein ähnliches Konzept umzusetzen. Bis in den Stadtrat schaffte es der Vorstoß nicht. „Damals hieß es seitens der Stadt, dies wäre nur ein Zuschussgeschäft, es würde sich nicht lohnen“, so Schober. Eine Antwort auf die Frage, was sich seit dem geändert hatte, wurde bei der Debatte nicht gefunden.

Angebot startet 2017

Mit der Interessensbekundung ist der erste Schritt getan. Der zweite, sagt Torsten Pötzsch von der Arche, wäre, „dass wir aufgefordert werden, einen Antrag zu stellen. Wir gehen davon aus, dass dies im 4. Quartal passiert.“ Offiziell los gehen könnte es im ersten Halbjahr 2017. Inhaltlich – denn bautechnisch seien die Voraussetzungen vorhanden, wie Pötzsch betont.

30 000 Euro stellt das Förderprogramm zur Finanzierung der MGH jährlich aus Bundesmitteln zur Verfügung. Diese müssen mit je 10 000 Euro von der Kommune ko-finanziert werden. 5200 Euro kommen vom Kirchenkreis Torgau-Oschatz, 5000 von der Kirchgemeinde Martin Rinckart.

Von Kathrin Kabelitz

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