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Futternot im Eilenburger Tierheim - Mitarbeiter setzen auf Patenschaften

Futternot im Eilenburger Tierheim - Mitarbeiter setzen auf Patenschaften

Mit lautem Gebell begrüßten Charly, Bello und Co. am Wochenende Hunderte Tierliebhaber zum Tag der offenen Tür im Eilenburger Tierschutzzentrum. Es war die zweite große Veranstaltung in diesem Jahr. Denn vor den Sommerferien feierten die Mitarbeiter das zehnjährige Jubiläum am Standort Färberwerder 14. Seit 2004 steht die Anlage im Stadtteil Ost.

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Die Vorsitzende des Eilenburger Tierschutzvereins Iris Albrecht (links) und Tierheimleiterin Annett Albrecht suchen für Colliemischling Charly ein neues Zuhause.

Quelle: Steffen Brost

Eilenburg. Das Objekt ist gut eingerichtet, hat ein Tierarztzimmer, Quarantäne- und Krankenräume sowie Anlagen für Kaninchen, Kanarienvögel, Hunde, Katzen, Ziegen und sogar eine Freifluganlage für Greifvögel. "Wir sind zurzeit sehr stark ausgelastet, haben rund 150 Katzen, 45 Hunde, drei Ziegen, vier Schafe, sieben Gänse sowie diverse Stalltiere wie Hühner und Enten. Dazu kommen noch 30 Meerschweinchen und Kaninchen", zählte Tierheimleiterin Annett Albrecht auf. "Unsere Besonderheit ist, dass wir auch für Wildtiere ausgestattet sind. Deswegen unterstützt uns die große deutsche Tierschutzorganisation Terra Mater finanziell."

Die Tiere wurden am Sonnabend schick herausgeputzt und die Anlage auf Vordermann poliert. Im Garten standen eine Hüpfeburg, ein Zelt mit einem kleinen Flohmarkt, Glücksrad und ein großer Kuchenstand. "Und vielleicht finden einige unserer Bewohner ein neues Zuhause", so Albrecht.

Drei fest angestellte Mitarbeiter sowie vier Minijobber, sechs Ein-Euro-Jobber und ein Mitarbeiter über den Bundesfreiwilligendienst halten das Tierschutzzentrum am Laufen. Doch das sind zu wenig. "Wir haben sechs Stellen für den Bundesfreiwilligendienst genehmigt bekommen. Es gibt einfach zu wenige Interessenten", erzählte Albrecht. Händeringend wird nach weiterer Hilfe gesucht. Doch auch an anderen Ecken klemmt es. Vor allem die laufenden Kosten drücken auf das ohnehin schmale Budget. Täglich fallen rund 100 Euro Futterkosten an. Als problematisch beschreibt die Leiterin den Rückgang der Futterspenden in den Supermärkten. "Wir haben regelrechten Futtermangel im Bereich des sogenannten Nassfutters. Die Spendenboxen sind nicht mehr so voll. Die einzigen Boxen, die regelmäßig gefüllt waren, standen bei Marktkauf. Aber leider wurde das Geschäft geschlossen." Eine weiteres Problem sind die Arztkosten. Die entstehen hauptsächlich durch Krankheit der Fundtiere und durch notwendige Kastrationen, beispielsweise bei Katzen. Bei einem Kater kostet die Sterilisation 40 und bei einer Katze 70 Euro. Hinzu kommt, dass rund die Hälfte aller Tiere schwer vermittelbar ist, weil sie ein hohes Alter haben. "Viele Interessierte kommen vorbei und suchen nach jungen Tieren, mit denen sie möglichst lange zusammenleben können." Einer von ihnen ist Colliemischling Charly. Er ist zehn Jahre und leidet an einer Leberkrankheit. Seine Tage sind gezählt. Für ihn suchen die Mitarbeiter für seine letzten Lebensmonate ein liebevolles Zuhause. "Er ist mit Hündinnen verträglich. Vielleicht gelingt es uns, ihm noch ein paar schöne Monate zu bescheren."

Regelmäßig organisiert das Tierheim Aktionen wie diese, um auf die teils dramatische Lage aufmerksam zu machen. Hoffnung haben die Mitarbeiter bei Tierpatenschaften. Aktuell bestehen 35. Wer ein Tier unterstützen will, kann vorbeischauen und nachfragen. Dann wird eine monatliche Summe festgelegt, mit der das Tier unterstützt wird. "Wenn wir für jedes Tier einen Paten hätten, wäre die Arbeit viel einfacher", so Albrecht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.10.2014
Von Steffen Brost

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