Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Futterrogen wird geerntet: Frühlingssauerkraut für die Zschettgauer Biogasanlage
Region Eilenburg Futterrogen wird geerntet: Frühlingssauerkraut für die Zschettgauer Biogasanlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 26.04.2017
Hier wird die Futterroggen-Ernte für die Zschettgauer Biogasanlage eingebracht. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg-Zschettgau

„Im Märzen der Bauer“, heißt’s im Volkslied, das landwirtschaftliche Tätigkeiten übers Jahr beschreibt. Da ist vom Instandsetzen der Felder für die Saat die Rede. Doch beim Landgut im Eilenburger Ortsteil Zschettgau wurde dieser Tage schon geerntet und Futterroggen eingebracht. Das mag Landwirtschafts-Laien verwirren, aber für Insider ist es eine normale Sache. Denn hier geht es nicht um reifes Korn, das eventuell ins Brot verbacken wird. Im Gegenteil: „Körneransatz würde die Inhaltsstoffe bereits beeinträchtigen“, erklärt Tina Kissmann. Sie stammt aus der Nachbargemeinde Zschepplin, hat in Hohenprießnitz gelernt, in Halle Agrarwissenschaft studiert, arbeitet heute für den in Gerichshain ansässigen Landmaschinenvertrieb, der Gerät und Personal für solche Feldarbeit zur Verfügung stellt.

Futter für die Biogasanlage

Bei dieser Frühjahrs-Ernte geht es um die in den Pflanzen während der vergangenen Monate gespeicherte Energie in Form von Kohlehydraten. Den Futterroggen könnten zwar Kühe gut verdauen. Doch das Landgut hält Schweine, die Grasartiges ähnlich schlecht verwerten wie Menschen. Aber in Zschettgau gibt es die Biogasanlage. An sie soll die Zwischenfrucht, die auch dazu angebaut wird, um Erosion auf den Feldern zu verhindern, in den kommenden Monaten verfüttert werden. Nicht alles auf einmal. Zwischenstation sind Silos. „Vom Volumen her sind es 25 Prozent der Ausgangsstoffe, die übers Jahr in die Biogasanlage kommen. Von der Energieausbeute her sind es zirka 10 Prozent“, erläutert Reiner Dietrich, Geschäftsführer des Landgutes. Und die Halme müssen auch für die Gasanlage, die ebenso die Hinterlassenschaften der Schweine verwertet, erst besser verdaulich gemacht werden.

Rollendes Labor

So laufen auf dem Feld mehrere Arbeitsgänge ab: Grünzeug abmähen, an Ort und Stelle leicht antrocknen lassen, dann mit dem Bandschwader auf eine Spur legen und schließlich häckseln und auf den Transportanhänger blasen. Mario Kässner ist auf so einem Häcksler unterwegs. Sein Arbeitsplatz wippt über mehreren Hundert Pferdestärken. Vor sich hat er nicht allein das Feld, sondern auch diverse Monitore. „Das ist ein rollendes Labor“, erklärt er. Da lässt sich nicht allein ablesen, wie feucht das Erntegut ist, sondern auch wie viel Energieausbeute es bringen wird. Bei richtiger Behandlung. Dazu gehört auch, dass zur besseren Verdauung in der Gasanlage gleich im Häcksler Milchsäurebakterien zugesetzt werden. „So ähnlich wie beim Sauerkraut“. Ist das Roggenkraut eingelagert, werden in Zschettgau die Felder für den Mais bestellt.

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Landkreis Nordsachsen sucht seine verborgenen Orte. Sie sollen in einer neuen Broschüre versammelt werden, teilte das Landratsamt in Torgau mit. Gesucht werden idyllische Wege, kultige Gebäude oder Kleinode am Wegesrand – eben alles, was Einheimische kennen, was aber in keinem Reiseführer auftaucht.

26.04.2017

Lesefreudiges Eilenburg: 560 Mal hat Kristin Hennig die Ausgabe „Ich schenk’ dir eine Geschichte“ bestellt. Anlass ist der Welttag des Buches. Die Eilenburger Buchhändlerin hat in den kommenden Wochen Hunderte Schüler aus der Region rund um die Muldestadt bei sich zu Gast. Am Montag machte die 4b aus der Grundschule Berg den Anfang.

24.04.2017

Die Stadt Eilenburg verleiht seit 2016 für besonderes ehrenamtliches Engagement den Heinzelpreis. Nach Yvonne Henselin bekam ihn in diesem Jahr mit Birgit Rabe erneut eine Frau. Die Naturparkführerin leitete Spaziergänge, Radtouren und Kremserfahrten durch ihre Heimat und kann natürlich auch die Sage der Eilenburger Heinzelmännchen erzählen.

24.04.2017