Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Ganz schön mutig, dieser neue Slogan: „Eilenburg – das Beste an Leipzig“
Region Eilenburg Ganz schön mutig, dieser neue Slogan: „Eilenburg – das Beste an Leipzig“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:13 08.06.2016
Der Slogan der Wohnstandort-Kampagne soll großstadtmüde Leipziger in die grüne Muldestadt locken. Quelle: Stadtverwaltung
Anzeige
Eilenburg

Das Geheimnis ist gelüftet: „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ heißt der Slogan der Wohnstandort-Kampagne, mit der Aufmerksamkeit er- und Zuzug anregt werden soll. In der Stadtratssitzung am Montag im Bürgerhaus stellte Michael Rücker von der Leipziger Agentur W&R die Ausgangslage und Ziele vor: Leipzig peilt bis 2030 die 700 000-Einwohner-Marke an.

Das heißt: höhere Mieten, Verdichtung. „Der Druck wächst. Viele wollen aus Leipzig raus.“ Allerdings befindet sich Eilenburg im harten Wettbewerb: „Wurzen investiert in Wohnungspotenziale, Delitzsch erarbeitet ein Leitbild, in dem der Bevölkerungszuwachs ganz exklusiv behandelt wird.“ Selbst Altenburg am S-Bahn-Ende wolle am Leipzig-Kuchen knabbern, Muldentalkreis und Markkleeberg sowieso.

Was halten Sie von dem neuen Slogan Eilenburg – das Beste an Leipzig?

„Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ heißt der neue Slogan der Wohnstandort-Kampagne. Der Spruch soll Aufmerksamkeit er- und Zuzüge anregen. Vor allem auf junge Familien hat es die Stadt abgesehen.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Was halten Sie von dem neuen Slogan Eilenburg – das Beste an Leipzig?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Nun will Eilenburg Interessen verknüpfen, Multiplikatoren ansprechen, vor allem aber eins: „Wir brauchen junge Familien. Darauf liegt der Fokus“, so Rücker. So ziele der Slogan auch auf dieses Spannungsfeld. Eine Facebook-Seite ist bereits geschaltet, sammelte am ersten Tag die ersten Hundert Likes. Eine Website wird aufgebaut. „Als nächstes sind Gespräche mit Wirtschaftsvertretern geplant, um Pakete für Co-Finanzierungen zu schnüren.“

Eine Schiene läuft dabei unter dem Kürzel WAU. Steht für Wohnen und Ausbildung. So ist Frankenbrunnen dabei. 50 000 Etiketten der Getränkeflaschen sollen mit dem Slogan bedruckt werden. Die Kampagne soll im Herbst starten.

Kritik von der CDU am Slogan

Es gab aber auch kritische Anmerkungen: „Wir wollen nicht die Besten sein, sondern liebens- und lebenswert“, sagte Stadtrat Paul Tilo Geißler (CDU). Rücker erklärte, dass Werbung anders funktioniert: „Der erste Schritt ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Liebens- und lebenswert kann später kommen.“ Christiane Prochnow (Die Linke), selbst als Immobilienmaklerin tätig, hatte zwei der Vorbereitungsveranstaltungen erlebt: „Bereitschaft, zu unterstützen, war zwar da – aber die, zu zahlen, war gering.“

Zwischendurch wurde es Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zu viel und er laut: „Wir haben die einmalige Chance, vom Leipzig-Wachstum zu profitieren. Wir müssen jetzt Geld in die Hand nehmen. Alles andere wäre das Ende. Das möchte ich nicht verantworten.“ Über Slogan und Logo solch einer Kampagne im Stadtrat zu entscheiden, sei nicht zielführend, reagierte er auf eine Anmerkung von Steffi Schober (CDU).

„Ich bin als Student jeden Tag in Leipzig. Mir hat noch niemand gesagt, dass er mit ’Eilenburg – Muldestadt mit grünem Herzen’ etwas anfangen kann. Ich denke, das ’an Leipzig’ ist eine gute Sache“, lobte Max Seehaus (Freies Bündnis). Noch im Stadtrat war der Drang, sich an der Aktion zu beteiligen, zu spüren: Da trat Thomas Meinhardt, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft, ans Mikro, beschwerte sich quasi, dass sein Unternehmen noch nicht beteiligt ist, während die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft in der Präsentation genannt wurde.

Wieviel die Kampagne kostet, ist unklar

Das Problem: Für jeden Unterstützer wird ein spezielles Paket aus Leistung und Gegenleistung geschnürt. Der Wert kann zwischen 500 und 5000 Euro liegen. Auch wie viel die Kampagne insgesamt kostet, ist nicht zu sagen. „Wir können 50 000 Euro, aber auch 200 000 Euro ausgeben, wenn sie zusammenkommen“, erklärte Rücker.

Peter Burck, Stadtrat im Freien Bündnis, zeigte sich auch als Vorsitzender des Tierpark-Trägervereins überzeugt: „Wir überlegen immer, wie wir an die Zielgruppe der Leipziger herankommen können. Wir würden uns um ein Paket bemühen.“ Torsten Pötzsch (SPD) zog wiederum die Konsequenz für die Stadt, ebenfalls Geld locker zu machen. „Ich höre heraus, dass wir uns hinter die Kampagne stellen wollen. Das können wir als Stadtrat sinnvollerweise nur finanziell tun.“

Von Heike Liesaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mike Jetting will auf dem Pehritzscher Gutshof ein Reit- und Therapiezentrum einrichten. Es geht Stück für Stück voran. Die ersten Pferde sind schon da. Insgesamt 27 sollen im September aus dem Tauchaer Ortsteil Sehlis in den Jesewitzer Ortsteil Pehritzsch umziehen.

07.06.2016

Vor der Drei-Tage-Sause wird die Stadt schick gemacht, werden Parkplätze ausgewiesen und andere gesperrt. Wo ist die Einfahrt verboten? Wann soll Ruhe herrschen? Wann findet der Wochenmarkt statt? Hier Tipps und Service zum Eilenburger Stadtfest, das am Freitag, 10. Juni, beginnt.

07.06.2016

Ein 30-jähriger Eilenburger hat am Wochenende seine Nachbarschaft sowie die Polizei in Atem gehalten. Der Mann zündete an beiden Tagen mehrfach Böller und beschallte die Umgebung lautstark mit Musik.

06.06.2016
Anzeige