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Eilenburg Garagenkomplex in Eilenburg wird zum Problemviertel
Region Eilenburg Garagenkomplex in Eilenburg wird zum Problemviertel
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13:36 05.01.2019
Blick auf die Garagen in der Eilenburger Fischeraue. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Der Garagenkomplex in der Fischeraue wird immer mehr zum Problemviertel für die Stadt Eilenburg. Tore von Garagen stehen sperrangelweit offen, aus anderen quillt der Müll – und der liegt nicht erst seit Kurzem da. Auch Dutzende Plastiksäcke mit Abfall sind in jene Garagen hineingepresst worden, die keine Tore mehr haben. Die kostenintensive Entsorgung liegt dann bei der Stadt. Erst zwischen Weihnachten und Neujahr brannten dort zwei Garagen aus; in einer befanden sich ein alter Trabi und weiterer Unrat. Vor allem im hinteren, vom Fischerweg abgelegenen Bereich wird der Zustand des Areals immer schlimmer.

„Ein echter Problembereich“

Der Stadtverwaltung Eilenburg als Eigentümerin der Fläche ist das seit Langem bekannt. „Das ist ein echter Problembereich“, räumt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) ein. Die Stadt sei seit vielen Jahren bemüht, die Garagen schrittweise abzureißen. „Dieses Ziel verfolgen wir auch weiter, aber es geht eben nur, soweit es auch unsere Haushaltslage zulässt.“

Der Garagenkomplex in der Eilenburger Fischeraue ist in einem schlimmen Zustand: Tore stehen offen, Müll wird illegal abgeladen, zuletzt brannte es auch dort.

Tatsächlich sind von den einst 1148 Garagen, die zu DDR-Zeiten entstanden waren, schon ganze Zeilen abgerissen worden. Es handelt sich um etwa 200 Garagen. Im Jahr 2000, damals noch unter OBM Hubertus Wacker, begann die Planung, in den Folgejahren dann der Abriss. Die frei gewordenen Flächen sind deutlich erkennbar.

Noch über 950 Garagen auf dem Gelände

Derzeit stehen noch über 950 Garagen auf dem Areal. Viele sind auch in einem gepflegten Zustand mit ordentlichen Toren und Schlössern. Doch wie sicher dort Fahrzeuge oder andere Dinge abgestellt sind, ist angesichts des Vandalismus’ und des Brandes jüngst und in vergangenen Jahren die Frage. Auch zu Einbrüchen kommt es dort immer wieder. Rund 600 Garagen gehören der Stadt und werden für 25 Euro im Monat vermietet, die anderen gehören Privatleuten, die aber wiederum auf städtischem Eigentum stehen. Die Eigentumsfrage ist damit ein weiteres Problem. Für die Stadt eine durchaus verzwickte Situation. Der weitere Abriss macht demnach auch nur Sinn, wenn ganze Reihen leer stehen.

Areal umzäunen?

Was den Schutz vor Vandalismus und Einbrüchen angeht, so gab es schon einmal Überlegungen, Bereiche zu umzäunen, sodass nur die Mieter und Eigentümer auf das Gelände kommen. Auch Videokameras waren im Gespräch. Doch umgesetzt wurden diese Maßnahmen nicht.

Der Eilenburger Flächennutzungsplan sieht für die Fischeraue mittel- und langfristig die Umnutzung als Park- und Erholungsfläche vor. Das Areal wird zudem als Ausgleichsfläche für neue Wohnbebauung benötigt. Sozusagen als städtisches Öko-Konto, wenn Flächen versiegelt werden. Und das wird die Stadt auch noch in Zukunft benötigen, denn weitere Eigenheim-Gebiete sollen bekanntlich entstehen.

Von Nico Fliegner

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