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„Geheime Fundsachen“ im Stadtmuseum

„Geheime Fundsachen“ im Stadtmuseum

Eilenburg/Doberschütz. Am Sonntag wird im Stadtmuseum Eilenburg die Sonderausstellung „Geheime Fundsache" eröffnet.

Gezeigt werden 64 Flugblätter, die in den 50er- und 60er-Jahren über Doberschützer Fluren niedergingen. „Es handelt sich dabei um eine einzigartige Kollektion historischer Dokumente, die uns Fritz Kriesche im Auftrag von Gertrude Bruchholz übergeben hat", informiert Museumsleiter Andreas Flegel über das Zustandekommen der spannenden Schau, die anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Einheit erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.  

Sie erzählt ein Stück deutsch-deutscher Geschichte inmitten des Kalten Krieges. „In den bewegten 50er- und 60er-Jahren konnte es schon mal vorkommen, dass man auf einem Spaziergang solch ein Flugblatt fand", erinnert sich Fritz Kriesche. Der Eilenburger – heute 84 Jahre alt – arbeitete damals als Lehrer in Doberschütz. Mehr als 50 Jahre später erklärt er die historischen Zusammenhänge jener Zeit: „Die Flugblätter wurden von Westberlin aus in Luftballons auf die Reise geschickt. Abhängig von den Windverhältnissen erreichten sie zufällige Ziele in der ehemaligen DDR und glitten so eben auch in unserer Region zur Erde."

Verschickt wurden sie von den verschiedensten Absendern: dem Ostbüro der SPD, dem Zentralverband politischer Emigranten aus der UdSSR (Union der sozialistischen Sowjet-Republiken), dem Untersuchungsausschuss freier Juristen, der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, dem Freiheitsrat und vielen anderen. In russischer oder deutscher Sprache verfasst, richteten sie sich an die in Deutschland stationierten Soldaten der Sowjetarmee, vor allem aber an die Bevölkerung der DDR. „Ein Flugblatt des SPD-Ostbüros beschreibt, welches Ziel die geheimen Botschaften hatten", erläutert Fritz Kriesche und zitiert: „Sie sollen wirksam werden als ein Bindeglied zwischen Ost und West, den Deutschen östlich der innerdeutschen Grenze bewusst machen, dass der Westen sie nicht vergessen hat und ihnen nach besten Kräften bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen möchte."

Kathrin Gerlach

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