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Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Sprotta nicht vom Tisch

Aufnahme von Flüchtlingen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Sprotta nicht vom Tisch

In Bad Düben ist eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge vorerst vom Tisch. In Eilenburg und Doberschütz halten die Diskussionen um die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern an. Die LVZ hörte sich zum Stand der Planungen in den Kommunen links und rechts der Mulde um.

Blick vom Wasserturm auf freie Flächen des ECW-Geländes in Eilenburg. Sollte dort eine Gemeinschaftsunterkunft gebaut werden, ist hier eine Fläche vorgesehen. Konkrete Pläne gibt es aber derzeit nicht.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg/Bad Düben. In Bad Düben ist eine Gemeinschafts- Unterkunft für Flüchtlinge vorerst vom Tisch. In Eilenburg und Doberschütz, halten die Diskussionen um die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern weiter an.

Beispiel Doberschütz : Im Dezember hatte der Gemeinderat einen Plan für eine Gemeinschaftsunterkunft für 100 alleinreisende Männer abgewunken, drei Grundstücks-Varianten wurden abgelehnt. Als Kompromiss war daraufhin eine Gemeinschaftsunterkunft für 60 Männer im Gespräch, der andere Teil sollte dezentral mit Familien belegt werden. „Bis dato hatten wir diese Entscheidung selbst in den Händen. Jetzt wird dies der Landkreis tun“, so Bürgermeister Roland Märtz (CDU). Dort wiederum steht eine Entscheidung aus, sagte Sprecher Rayk Bergner. Es gebe derzeit keine konkreten Planungen, aber Überlegungen: „Das Thema ist nicht vom Tisch.“ Der Landkreis habe derzeit vier Wohnungen angemietet. Insgesamt leben acht Flüchtlinge in der Gemeinde. Vor gut drei Wochen sei die erste Familie eingetroffen, so Märtz. In Sprotta stehen zwei weitere Wohnungen bereit. Die Suche nach geeigneten Unterkünften für eine dezentrale Unterbringung im Gemeindegebiet geht weiter. Er sei dankbar, so Märtz, dass sich vor allem der Gemeindekirchenrat und der Ortschaftsrat Sprotta um die Integration der Neu-Ankömmlinge kümmern.

In Bad Düben hatte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) im Dezember angekündigt, dass die avisierte Gemeinschaftsunterkunft am Sportplatz in der Durchwehnaer Straße vorerst nicht gebaut wird, weil die bereitgestellten Wohnungen ausreichen. Die Zahl der Flüchtlinge hat sich derzeit um die 160 eingepegelt. Per 31. Dezember hatte die Kurstadt den vorgegebenen Wert von 1,5 Prozent Ausländeranteil erreicht, spätestens 2017 werde dieser aber wohl die avisierten drei Prozent betragen. In diesem Jahr wird die Gesamtzahl damit auf 240 oder darüber hinaus steigen. Zwei Drittel ziehen wieder weg, ein Drittel bleibt da, so die Erfahrung. „Familien werden unsere Haupt-Integrations-Aufgabe sein“, sagte Münster. Dass Kommunen auf diesem Weg oft allein gelassen werden, kritisierte die Stadt-Chefin indes scharf. So habe die Kommune im September einen Fördermittel-Antrag gestellt, um einen Dolmetscher 30 Stunden beschäftigen zu können, der die Verwaltung auch bezüglich der Betreuung bei Fragen zu Vermietern, Behörden und so weiter unterstützend zur Seite steht. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Stattdessen fühlt sich die Verwaltung mit zusätzlichen und den Prozess verzögernden Anfragen hingehalten: „Wir haben behinderte Kinder hier, Kriegsversehrte, die regelmäßig zum Arzt müssen, aber kein Deutsch können.“ Zufrieden sei sie , dass vor allem mit Hilfe der Wohnungsbaugesellschaft und eines Privatvermieters die Neuankömmlinge dezentral untergebracht werden konnten. Dieses Bestreben bestehe weiter, dann sei es auch möglich, auf die Gemeinschaftsunterkunft zu verzichten.

In Eilenburg wird ebenfalls weiter auf die dezentrale Unterbringung gesetzt. „Die Bundespolitik muss endlich Fakten zur Lösung, Begrenzung und Zurückweisung von Asylbewerbern schaffen. Straffällige Asylbewerber müssen unser Land in kürzester Frist verlassen. Nur so funktioniert Integration derer, die bleiben dürfen“, äußerte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Im Moment seien 217 Flüchtlinge in der Stadt, die alle dezentral untergebracht sind. „Ich würde es begrüßen, wenn wir diese Fläche am ECW nur in der allergrößten Not und am besten gar nicht benötigen würden, weil eine Ghettoisierung, eine Ansiedlung von 150 oder 200 Personen zu weiteren Problemen führt.“

Auch in Laußig kommen immer mal wieder Gerüchte auf, dass der Landkreis eine Gemeinschaftsunterkunft plane. Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) sind entsprechende Ambitionen nicht bekannt. Derzeit leben um die 60 Kinder, Frauen und Männer in der Heide-Gemeinde, sie sind überwiegend in Wohnungen der Wohnstätten GmbH untergebracht. Diese dezentrale Variante erweise sich auch nach wie vor als die beste Möglichkeit, die Flüchtlinge in das Dorfleben zu integrieren, so Schneider. Laußig war eine der ersten Gemeinden im Landkreis Nordsachsen, die Asylbewerber aufgenommen hat.

In der Gemeinde Jesewitz ist inzwischen eine achtköpfige Familie angekommen. „Sie ist im Haus eines privaten Vermieters untergebracht“, erklärt Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV).

 

Von Kathrin Kabelitz und Heike Liesaus

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