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Gemischte Reaktion auf Asyl-Pläne

Gemischte Reaktion auf Asyl-Pläne

Die Pläne des Landkreises Nordsachsen, in Gewerbegebieten in Eilenburg und Bad Düben größere Flüchtlingsquartiere einzurichten, stoßen bei den künftigen Nachbarn auf durchwachsene Resonanz.

Wie berichtet, soll in Bad Düben auf einer rund 5000 Quadratmeter großen Fläche im Gewerbegebiet Süd-Ost eine Unterkunft in Leichtbauweise entstehen, die 60 Asylsuchenden Platz bietet. In Eilenburg soll ein 7000-Quadratmeter-Areal im Gelände am ECW-Wasserturm für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden.

Die CDU-Fraktion in Bad Düben hatte am Mittwoch Gewerbetreibende zu einem informellen Gespräch eingeladen. "Rund 15 Vertreter waren da", sagte Fraktionschef Gisbert Helbing. Die Atmosphäre sei sachlich und positiv gewesen. "Es gab Für und Wider. Allen ist klar, dass die Menschen untergebracht werden müssen", so Ralf Hoffmann, Werksleiter bei Remmers Baustofftechnik. Bedenken wurden aber laut, weil es sich um ein Gewerbegebiet handele, mit entsprechend überschaubarer die Infrastruktur: Abgeschiedenheit, kein öffentlicher Nahverkehr, keine Einkaufsmöglichkeiten, Schwerlastverkehr. Auch die fehlenden Freizeitmöglichkeiten wurden benannt. Wenn die Menschen integriert werden sollen, müsse es für sie Angebote und Möglichkeiten geben, hieß es in der Runde."Wir haben über Alternativen gesprochen", so Helbing. Ob die CDU am Abend im Stadtrat einen Vorschlag unterbreiten würde, stand zunächt noch nicht fest.

In Eilenburg ist das auserkorene Gewerbeareal vergleichsweise zentral zwischen den Stadtteilen Eilenburg-Mitte und Ost gelegen. Dort ist auch die Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik (EUT) ansässig. "Der Oberbürgermeister war persönlich bei mir", erklärt Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Förster. "Natürlich hatten wir auch darauf hingewiesen, dass sicher noch andere Grundstücke in Frage kämen. Der Stadtrat hat nun dieses ausgewählt. Uns wurde versprochen, uns über Vereinbarungen auf dem Laufenden zu halten. Außerdem soll es keine Einschränkungen unserer Entwicklungsmöglichkeiten geben." Die EUT hat gerade ein Nachbargrundstück als Erweiterungsreserve gekauft.

Kerstin Kinast, Prokuristin bei der gleichnamigen Maschinensysteme GmbH in Eilenburg, gibt zu bedenken: "Für die Ansiedlung von Menschen ist ein Gewerbe- und Industriegebiet nicht unbedingt der geeignete Standort. Es gibt hier Lkw-Verkehr von mehreren Unternehmen. Bei uns steht das Tor den Tag über offen, da wird auch viel rangiert." Das sei möglicherweise ein Problem, wenn viele Menschen vor Ort wohnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2015

Kathrin Kabelitz, Heike Liesaus

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