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Eilenburg Genial Sozial – Schüler arbeiten in Klinik Eilenburg
Region Eilenburg Genial Sozial – Schüler arbeiten in Klinik Eilenburg
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08:31 22.06.2016
Lesestunde für Birgit Erhardt: Josi Grosse und Vincent Oehme unterhalten sich mit der Patientin über die neuesten Nachrichten aus der Region Sechs Jugendliche übernehmen im Rahmen des Genial-sozial-Projektes an der Klinik Eilenburg für einen Tag Pflegetätigkeiten. Das dabei verdiente Geld kommt sozialen Projekten zugute. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Eilenburg

Es ist mitten in der Woche und doch kein normaler Schultag: Sechs Schüler verrichten am Dienstag einfache Tätigkeiten von 8 bis 15 Uhr in der Klinik Eilenburg, für die im Alltag oft die Zeit fehlt. Und verdienen sich damit im Rahmen des sachsenweiten, zwölften „Genial Sozial“-Aktionstages den ersten Lohn.

Josi Grosse aus der Eilenburger Friedrich-Tschanter-Oberschule und Vincent Oehme vom Freien Gymnasium Borsdorf lesen Patientin Birgit Erhardt regionale Zeitungsartikel vor. Ein Stethoskop hängt um ihren Hals und sie tragen hellblaue Krankenpflege-Kittel. Schon um 10 Uhr haben sie bereits zehn Patienten besucht, mit einigen „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ gespielt und sie zur Untersuchung begleitet. Anstrengender als in der Schule, lautet ihr Fazit, aber auch interessant. Großes Lob bekundet Pflegedienstleiterin Susanne Kuntze: „Die Schüler sind sehr engagiert und lächeln viel.“

Der Aktionstag wird von der Sächsischen Jugendstiftung initiiert. In ganz Sachsen nehmen 30 000 Jugendliche aus 276 Schulen teil. Die Klinik aus Eilenburg ist einer von vielen Arbeitgebern aus der Region, die die Schüler von der Förderschule „Am Bürgergarten“, Friedrich-Tschanter-Oberschule, dem Beruflichen Schulzentrum Delitzsch, der Oberschule Delitsch Nord und Oberschule Krostitz einen Tag lang beschäftigen und einen Stundenlohn von 2,50 Euro auszahlen. „Die Jugendlichen spenden den eigenen Lohn“, erläutert Lydia Haferkorn, Projektleiterin der Sächsischen Jugendstiftung. Die Beträge aller würden dann addiert und an die Stiftung überwiesen. Zu 70 Prozent wird das Geld in vier globale Projekte sozial benachteiligter Menschen fließen, zum Beispiel die Ermöglichung des Schulbesuchs in Tansania. Zu 30 Prozent wird der Betrag jedoch den Schulen überlassen, die es schulintern (Klassenfahrten) und schulextern (Hospiz) verwenden können.

„2,50 Euro pro Stunde sind eine Wertschätzung für einfache Hilfsarbeiten, die sich nicht am gesetzlichen, sondern dem von uns empfohlenen Mindestlohn orientieren“, betont Haferkorn. Es werde honoriert, dass sich die Kinder einen Tag lang um andere Menschen kümmern. Ziel sei, das globale Verantwortungsgefühl der jungen Menschen zu stärken.

Allein in Nordsachsen beteiligten sich gestern 14 Schulen. „Es ist nicht die strukturreichste Region, daher schwieriger als in Großstädten wie Dresden und Leipzig, willige Arbeitgeber zu finden“, räumt Haferkorn ein. Oftmals seien es nicht die riesigen Handelsketten wie Kaufland und Obi, die mitmachten, weil diese erst in ihren Personalabteilungen in Düsseldorf oder Dortmund um die Erlaubnis bitten müssten, um die Schüler in ihren regionalen Zweigstellen zu beschäftigen. „Kleinere Betriebe und Geschäfte sind eher dazu bereit“, beschreibt Haferkorn. Klassische Arbeitgeber des Aktionstages seien Steuerfachangestellte, Friseure, Bäcker und Ärzte. Aber auch Privatpersonen, die sich den Rasen mähen oder den Dachboden entrümpeln lassen, seien dabei. Auch Chantal Dietrich und Emelie Zapf aus der Förderschule „Am Bürgergarten“ haben in der Klinik Eilenburg mitgeholfen, sich mit Patienten unterhalten und sind mit ihnen auf den Fluren samt Rollator oder Tropf spaziert. „Viele haben sich hinterher bedankt“, sagen die Schülerinen.

Von Melanie Steitz

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