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Geplante Tankstelle an der Ziegelstraße in Eilenburg: Anwohner haben Bedenken

Hochwassersicher? Geplante Tankstelle an der Ziegelstraße in Eilenburg: Anwohner haben Bedenken

Mit dem Edeka-Neubau an der Ziegelstraße in Eilenburg ist auch die Ansiedlung einer neuen Tankstelle geplant. Anwohner und Nutzer von Grundstücken in der Dobritzmark haben Bedenken, dass der Flutschutz nicht ausreicht. Aus verfahrensrechtlichen Gründen muss der B-Plan erneut offengelegt werden. Dann soll der Stadtrat entscheiden, ob Tankstelle oder nicht.

In der Dobritzmark haben Anwohner und Nutzer immer wieder mit Druckwasser zu kämpfen

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Bekommt Eilenburg eine dritte Tankstelle? Mit dieser Frage wird sich der Stadtrat beschäftigen müssen. Laut Bebauungsplan für die Ziegelstraße ist eine Tankstelle nahe des dort geplanten neuen Edeka-Marktes vorgesehen. „Das ist im Bauausschuss so diskutiert worden. Momentan sieht es so aus, als ob es unser aller Wille ist, das so festzusetzen. Aus verfahrensrechtlichen Gründen müssen wir die Offenlage wiederholen, voraussichtlich Ende des Jahres. Dann hätte der Stadtrat nochmal Gelegenheit, zu sagen, ob Tankstelle oder nicht“, so Petra Zimmermann vom Fachbereich Bau.

Hintergrund für die Diskussion, die der Eilenburger Jürgen Sander zur jüngsten Sitzung des Stadtrates anschob, sind Bedenken und Ängste der Nutzer und Anwohner der Kleingärten, Wochenend- und Wohngrundstücken an der Dobritzmark, die sich um den ungenügenden Hochwasserschutz drehen sowie die noch nicht realisierte Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser 2013. Diese wird noch 2016 erfolgen, kündigte Petra Zimmermann an. Der Auftrag sei bereits vergeben. Dennoch gibt es vor allem mit Blick auf die Tankstelle weitere Sorgen, die Anwohner dazu veranlasst haben, eine Bürgerinitiative zu gründen. Würde es ein Hochwasser geben, so die Bedenken, würden Tankstelle und Gewerbegebiet absaufen. Druckwasser sei nicht das einzige Problem, bestehende Dämme wiesen im Bereich der Bahngleise Schwachstellen auf, von Gebieten außerhalb würde das Muldewasser drücken. Straßen- und Bahndämme seien kein Schutz, was, so die Schlussfolgerung, bedeuten würde, dass der Stadtteil Ost eben keine Absicherung hat.

Die benannten Schwachstellen im Bereich des Bahn- und Straßendamms seien bekannt, sagte Petra Zimmermann. Noch in diesem Jahr wird eine Stabilisierung des Dammes im Bereich der Bundesstraße erfolgen. Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) wies indes zurück: „Dass Eilenburg-Ost keinen Hochwasserschutz hat, stimmt so nicht. Damm und Mauer an der Mulde und der Ernst-Mey-Straße schützen den Stadtteil.“ Die Dobritzmark habe vor allem mit Druckwasser zu kämpfen, das letztlich nicht vermeidbar sei. Aus Sicht der Stadt läge keine akute Gefährdung vor. Dies gelte auch für die Flächen des ehemaligen ECW und das Edeka-Vorhaben, die vor einem Hochwasser geschützt seien, das laut Statistik alle 100 Jahre vorkommt. „Edeka wird von sich aus für weitere Maßnahmen sorgen, die über die Schutzfunktionen des HQ 100 hinausgeht. Wenn die Tankstelle zulässig ist, kann sie dort gebaut werden“, sagt zudem Heiko Leihe, Leiter des Oberbürgermeister-Bereiches. Ob das so werde, liege in der Verantwortung der Stadträte. Bisher lägen seitens der Umweltbehörde keine Versagengründe vor. Der Stadtrat werde sich in seiner Freiheit zum Planungsrecht entscheiden müssen, was gut für die Stadt Eilenburg ist. „Da spielen die Bedenken der, im weitesten Sinn Anlieger, eine Rolle“, so Leihe. Zu klären ist, ob eine Tankstelle von Vorteil für die Bevölkerung ist. Bisher gäbe es zwei markengebundene, jetzt ist eine unabhängige geplant. Dies führe zu einer Wettbewerbs-Situation – wie es sie mit der Marktkauf-Tankstelle bereits einmal gab. Davon könne der Kunde schon profitieren.

Von Kathrin Kabelitz

Eilenburg Dobritzmark 51.4616588 12.6579073
Eilenburg Dobritzmark
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