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Eilenburg Geplanter Supermarkt-Neubau in Mockrehna sorgt weiter für Zündstoff
Region Eilenburg Geplanter Supermarkt-Neubau in Mockrehna sorgt weiter für Zündstoff
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00:36 07.04.2018
Penny will vom derzeitigen Standort an der Schule an die Kirche ziehen. Quelle: Wolfgang Sens
Mockrehna

Die Gemeinde Mockrehna steckt im Supermarkt-Dilemma. Der Discounter Penny will von 600 auf 800 Quadratmeter vergrößern und hat dafür die an der Bundesstraße gelegene Freifläche an der Kirche im Blick. In der Gemeinde wurde deshalb schon vor Monaten das notwendige Planverfah angeschoben. Beim Gemeinderat am Dienstag stand die geplante Investition zwar gar nicht auf der öffentlichen Tagesordnung, doch dafür wurde der ins Auge gefasste Standort in der Bürgerfragestunde heftig diskutiert.

Standort ist nicht optimal

Bernhard Wagner, Gemeinderat, Ortsvorsteher Mockrehna und selbst Betroffener, fasste die Diskussion so zusammen: „Ich bin der Meinung, dass es nicht der optimale Standort ist, aber es ist der derzeit einzige.“ Alle anderen diskutierten Standorte liegen im Außenbereich und seien zudem Privatland. Als Betroffener dürfe er bei der noch ausstehenden Entscheidung nicht mit abstimmen. „Aber ehrlich, ich wüsste auch nicht wie.“

Grundstück wird von drei Seiten umzingelt

Im Vorfeld hatte Günther Burghardt nicht nur kritisiert, dass eine Detailfrage in nichtöffentlicher Sitzung behandelt werden soll. Er sprach auch an, dass „ein Markt neben Kirche und Pumphutplatz das Dorfbild verschandelt“. Gisela Richter sah das ähnlich und hob hervor, dass „der Markt einfach zu nah an Kirche und Friedhof ist“. Zudem solle sich jeder Gemeinderat vor der Entscheidung doch mal ernsthaft in die Lage der Familie Thieme versetzen. Carola Thieme wiederum bezeichnete sich selbst als Hauptbetroffene. „Unser Grundstück in der Reichsstraße 8a ist dann von vorn, von hinten und von der Seite umzingelt.“ Sie hob zudem hervor, dass schon der Bau des Abzweiges nach Wildenhain nach der Wende an ihrem Grundstück Lärmschutzmaßnahmen erforderlich gemacht habe. „Da müssten doch jetzt die Lärmgrenzen erst recht überschritten werden?“ Zudem stellte sie in den Raum, dass die Straßen-Mindestbreite von 5,50 Meter nicht gegeben ist. „Wir dürften sogar noch unsere Zäume rausrücken“, so die ein wenig verzweifelte Mockrehnaerin. Ihr half es da sicher nur bedingt, dass Bernhard Wagner bestätigte, dass er mit Thiemes „ganz ehrlich nicht tauschen würde wollen“.

„Seid froh, dass ihr die Märkte habt“

Dennoch gab es auch die anderen Argumente. Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) machte zunächst klar, dass die Verwaltung nur ihre Arbeit mache, wenn sie so eine Planung anschiebe. „Letztendlich entscheidet der Gemeinderat.“ Ein Detail würde zwar im Anschluss tatsächlich nicht öffentlich beraten, „doch die Entscheidung über das geplante Mischgebiet wird öffentlich gefällt.“ Wann sei völlig unklar, da die Gemeinde derzeit auf die Zustimmung vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr bei einem Detail warte. Wann und ob die kommt, sei ungewiss und von der Kommune nicht beeinflussbar. In Sachen Straßenbreite verwies Klepel auf anders ausfallende öffentliche Vermessungsergebnisse. Er machte aber auch klar, dass er Penny in Mockrehna behalten wolle. Der Strellner Ortsvorsteher Dietmar Schneider sagte: „Mensch, seid froh, dass ihr Märkte habt.“

Penny selbst hatte in der Vergangenheit betont, in Mockrehna bleiben zu wollen, brauche dafür aber einen größeren Markt direkt an der Bundesstraße. Eine aktuelle Stellungnahme des Unternehmens war bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen.

Von Ilka Fischer

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