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Gespenstische Stimmung auf dem Bahnhof

Gespenstische Stimmung auf dem Bahnhof


Eilenburg. Eine gespenstische Atmosphäre herrschte in der Nacht zum Sonnabend auf dem etwa ein Kilometer langen Gleisstück des sogenannten Westkopfes nahe dem Eilenburger Bahnhof.

. Nachdem in den vergangenen Tagen rund um die Uhr neue Weichen und Schienen in das Schotterbett verlegt wurden, begann am Freitagabend das Verschweißen.

Im westlichen Teil des Eilenburger Bahnhofes erneuert die Deutsche Bahn derzeit für rund sieben Millionen Euro die komplette Schieneninfrastruktur mit Gleisen, Oberleitungen und Weichen. Gleichzeitig wird die Mühlgrabenbrücke instandgesetzt. 225 Stunden hatten die Bauarbeiter Zeit. Seit heute Morgen rollt der Verkehr wieder. In den nächsten Tagen folgen Restarbeiten.

„Hier wurde so ziemlich alles erneuert. Bis auf das Erdniveau haben wir die Gleise erst ab- und dann mit Schutz- und Schotterschicht und neuen Schwellen und Schienen wieder aufgebaut", erklärte Bauüberwacher André Reukauf. Parallel musste nach der Schienenverlegung auch die Oberleitung der Trasse angepasst werden. „Das muss bis auf den Millimeter genau stimmen."

Acht Magdeburger Schweißtrupps mit je zwei Leuten waren Freitagnacht im Einsatz. Pro Weiche mussten 16 Schweißungen durchgeführt werden. Dazu kamen die Verbindungsnähte zwischen den Gleisen. Insgesamt rund 200 Schweißungen. Die Schienen wurden mit Thermit zusammengebracht. Das ist ein Gemisch aus Eisenoxid und Aluminium-Granulat, welches vorrangig zum aluminothermischen Schweißen bei Schienenstößen zum Einsatz kommt.

Nachdem die Spezialisten eine Form über die Verbindungsstelle montiert hatten, wurde die Schweißstelle gewärmt. Denn die Temperaturen bei diesem Arbeitsgang dürfen sich nur zwischen 23 und 26 Grad bewegen. Liegen sie darunter, muss der Bereich angewärmt werden. Sind die Werte darüber, müssen die Arbeiten verschoben werden. „Heute herrschen optimale Bedingungen. Da stören auch ein paar Regentropfen nicht", sagte Mitarbeiter Klaus Thoms während seines Einsatzes.

Dann wurde es grellrot. Die Schweißung hatte begonnen. Das geschieht bei 1600 Grad. Sekundenlang sorgte die rote Flamme für eine gruselige Atmosphäre auf den Gleisen. Nach kurzer Abkühlung entfernten die Schweißer die Form. Schließlich folgte der erste Schleifgang. Später kam noch der Feinschliff. 30 bis 45 Minuten dauerte das pro Naht, die in den nächsten Tagen noch per Ultraschall exakt untersucht werden. „Wir gehen davon aus, dass alle Verbindungsnähte in Ordnung sind. Sollten sich jedoch irgendwo Einschlüsse oder fehlerhafte Schweißungen herausstellen, müsste nochmal nachgearbeitet werden", so Thoms.

Steffen Brost

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