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Eilenburg Gesperrte Breitscheidstraße in Eilenburg: So kommen Anwohner damit zurecht
Region Eilenburg Gesperrte Breitscheidstraße in Eilenburg: So kommen Anwohner damit zurecht
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08:58 16.03.2018
An der Kreuzung Breitscheidstraße / Dorotheenstraße ist zu Schulbeginn viel Betrieb. Ein Vater setzt gerade sein Kind mit dem Auto ab. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Seit knapp drei Wochen ist die Breitscheidstraße in Eilenburg im Abschnitt zwischen Kirchgarten und Bernhardistraße dauerhaft durch einen Zaun gesperrt. Die Strecke ist damit für alle Verkehrsteilnehmer tabu. Zu- und Ausfahrt zum respektive vom freien Teil der Breitscheidstraße und der Straße Kirchgarten sind nur noch über die Dorotheenstraße möglich. Für Anwohner ist das ein großes Ärgernis. Sie klagen über vermeintlich chaotische Verkehrsverhältnisse zu Unterrichtsbeginn vor der Friedrich-Tschanter-Oberschule – monieren aber auch andere Problemfelder.

Die Breitscheidstraße in Eilenburg ist im Abschnitt zwischen Kirchgarten und Bernhardistraße durch einen Zaun dauerhaft für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Quelle: Matthias Klöppel

„Wenn der Schulbus kommt, besteht keine Möglichkeit, an diesem vorbeizufahren. Die Dorotheenstraße ist einfach zu schmal“, sagt ein 79-jähriger, der in dem Viertel wohnt, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Als Pkw-Fahrer sei man gezwungen, zu warten oder auf den Bordstein auszuweichen. „Die Stadt hat die Sperrung nicht richtig durchdacht“, klagt der Mann, der auch auf die Einschränkung der Rettungswege hinweist: „Ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert, wenn in dem Mehrfamilienhaus gegenüber dem Schulhof ein Feuer ausbricht.“

Schritt zwei vor Schritt eins gemacht?

Der Grund für die ständige Sperrung der Breitscheidstraße: Der Tschanter-Schulhof wird um ein Stück des anliegenden Kirchgartens erweitert, um den mehr als 600 Schülern in den Pausen mehr Bewegungsmöglichkeit zu bieten. Eine 63-jährige Anwohnerin, die ebenfalls anonym bleiben möchte, meint allerdings, mit der Sackgasse habe die Stadt den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. „Der Schulhof ist doch noch nicht fertiggestellt“, sagt sie. Die Dame hätte sich gewünscht, dass der Straßenabschnitt zumindest für Fußgänger und Radfahrer passierbar geblieben wäre. Gleichwohl glaubt sie, dass man sich als Autofahrer an den Umweg gewöhnen könne.

Die LVZ hat sich daraufhin an einem frühen Werktagmorgen vor der Bildungsstätte umgeschaut. Das Ergebnis: Zwischen 7.15 und 7.30 Uhr nimmt der Verkehr an der Einrichtung in der Tat schlagartig und rapide zu. Mehrere Busse schlängeln sich im Minutentakt durch die Dorotheenstraße, im Gegenverkehr muss ein Autofahrer kurze Zeit warten. Stellenweise liefern Eltern ihre Sprösslinge mit dem Pkw ab. Ein Anwohner hupt aus seinem Wagen, als er sich im Schritttempo an zahllosen Schülern vorbei durch die Breitscheidstraße schiebt.

Eltern und Lehrer entspannt

Eine Mutter, die auf dem kleinen Parkplatz hält und ihre Tochter absetzt, findet, dass die Verkehrslage aktuell besser sei. „Bislang sind viele Eltern in die Breitscheidstraße gefahren“, schildert sie, „so dass dort wesentlich mehr Betrieb war.“ Nun würden viele Kinder schon vorher aussteigen. „Das entspannt die Situation in der Straße natürlich.“ Eine Lehrerin, die mit dem Auto erschienen ist, weist darauf hin, dass die meisten Schüler mit dem Bus kämen. „Ein erhöhtes Verkaufsaufkommen gibt es nicht. Es ist eigentlich wie immer“, lautet ihr Fazit. Kurz nach halb acht ist das Gedränge vorbei, einen Stau hat es nicht gegeben.

Zurück bleibt das Unverständnis für die Straßensperrung unter den Anwohnern. Viele, das haben die vereinzelten Gespräche gezeigt, favorisieren eine zeitweilige Schließung an den Schultagen während der Hofpausen. „Dass die Straße am Wochenende und in den Ferien dicht gemacht wird, ist doch absolut unsinnig“, sagt eine 85-Jährige. Wie die LVZ berichtete, hieß es vonseiten des Stadtrates und der Verwaltung zuletzt: Die Belastungen eines 150 bis 180 Meter langen Umweges über die Dorotheenstraße seien für die Anwohner verkraftbar, zumal sich die Verkehrssicherheit weiter erhöhe.

Von Matthias Klöppel

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