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Eilenburg Gewerbegebiete in Eilenburg: Im Nordosten ist noch Platz
Region Eilenburg Gewerbegebiete in Eilenburg: Im Nordosten ist noch Platz
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00:33 08.06.2018
Die Firma Stockmeier Chemie  errichtete im Gewerbegebiet Schanzberg zuletzt eine neue Lagerhalle. Im Hintergrund ist Stora Enso zu sehen. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Die Stadt Eilenburg will als Wohnstandort punkten – als Wirtschaftsstandort aber auch. In den vergangenen zwei Jahren waren die Flächen der Gewerbegebiete wieder „sichtbar nachgefragt“, stellt Heiko Leihe, unter anderem zuständig für die Wirtschaftsförderung, fest: „Das war vorher nicht da.“ Drei große Areale gibt es, die rund 240 Hektar Fläche einnehmen. Abzüglich Straßen-, Rad- und Gehwege verbleiben für Investoren rund 150 Hektar.

Gewerbegebiet Schanzberg: Das Areal ist mit 92 Hektar das größte und gut ausgelastet – 20 Hektar sind noch frei. Geeignet ist es vor allem für Interessenten, die viel Fläche brauchen. Stockmeier Chemie errichtete zuletzt eine neue Lagerhalle. Der SportSpar-Versandhandel, der die Hallen des ehemaligen Süßwarenherstellers Henry besiedelt hat, will ebenso erweitern. Über 500 Leute dürften derzeit auf dem Schanzberg beschäftigt sein, wo unter anderem Flüssigboden GmbH, Land- und Gartentechnik Friedrich GmbH, Metzgerei Stichel und Alu-systemtec, die Cetelon Nanotechnik GmbH und der Firma Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen ihren Sitz haben. Die größte Fläche besetzt Stora Enso Sachsen. An der Werkstatt der Awo wurde ein neues Lager gebaut.

Kospaer Landstraße: Neu entwickelt wurde das Gebiet Kospaer Landstraße, wo Aldi mit dem Neubau gestartet ist. Daneben ist noch ein knapp 10 000 Quadratmeter großes Grundstück für sogenanntes nicht störendes Gewerbe.

ECW-Kunststoffcenter am Wasserturm: Vor allem eher kleinteiliges Gewerbe siedelt sich hier an. 26 Hektar groß ist die Fläche, von denen zehn Hektar frei sind. Derzeit laufen Verkaufsverhandlungen mit einem weiteren Investor, sind die erfolgreich, verbleiben 8,5 Hektar. Das PCW, wo Kunststoffgranulate für die Weiterverarbeitung in vielen Industriezweigen hergestellt werden, erweiterte ebenfalls. Ansässig sind unter anderem Kinast Maschinensysteme, wo Betonwerks-Ausrüstungen und Sondermaschinen projektiert und gebaut werden, die Stadtwerke mit dem Blockheizkraftwerk, die Tischlerei Treiber und der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen.

Eilenburg-Ost: Am meisten Platz ist im verkehrstechnisch nicht so günstig gelegenen Nord-Osten. 23 Hektar Fläche stehen zur Verfügung, 18,5 Hektar sind frei. Vor Ort sind das Verteilzentrum der Deutschen Post, TB Elskes, das Fertigbeton mischt, und Resitech, das ebenfalls Granulat herstellt und zuletzt sein Areal erweitert hat. Die Chancen, dass sich auf dem Gebiet noch etwas in puncto Besiedlung tut, seien trotzdem gegeben. An diesem Optimismus hält die Stadtverwaltung fest. Diese habe bisher die Option, Fotovoltaikanlagen zu errichten, bewusst nicht gezogen. Auch Biomassekraftanlagen seien nicht zugelassen worden, auch wegen des anfallenden Verkehrsaufkommens in Stadtnähe und fehlender landwirtschaftlicher Flächen. Die eine oder andere Anfrage von ortsansässigen Firmen gäbe es, da sei aber nichts spruchreif. Bei Anfragen von Investoren, so Leihe, seien in erster Linie technische Kriterien ausschlaggebend. Die Stadt würde versuchen, zu lenken, was zur Struktur passt. Einst wichtige Aspekte wie das Arbeitskräfte-Potenzial spielen angesichts Fachkräftemangel und geringer Arbeitslosenzahl keine Rolle. Bedeutsamer seien mögliche Kooperationen, beispielsweise was die Nutzung von Abwärme wie bei Stora Enso betreffe. „Wir schauen auch, wer zum Beispiel einen extrem hohen Energiebedarf hat.“ Auch der Gleisanschluss wie auf dem Schanzberg oder in Ost oder die Ebenerdigkeit des Areals spielen eine große Rolle. Immer wieder würde es Nachfragen nach Bestandshallen geben, also bereits gebauten, leerstehenden Gebäuden. Derzeit gebe es aber keine. In der Akquise von neuen Firmen sei man in einem gewissen Umbruch. Seit einigen Jahren kooperieren Leipzig sowie die Landkreise Leipzig und Nordsachsen im Rahmen einer Invest-Region bei der Ansiedlungen von Unternehmen. „Die bemühen sich ernsthaft um die Vermarktung der Region in einer neuen Qualität, damit Ansiedlungen besser erfolgreich laufen können“, so Leihe.

Von Heike Liesaus und Kathrin Kabelitz

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