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Gisela Spott aus Mörtitz opfert einen Teil ihrer Zeit Sterbenden

Aktiv im Alter Gisela Spott aus Mörtitz opfert einen Teil ihrer Zeit Sterbenden

Die 68-jährige Gisela Spott gehört zu den Aktiven der ersten Stunde beim Hospizdienst Nordsachsen. Seit 2008 ist sie ehrenamtlich als Sterbebegleiterin vor allem in örtlichen Pflegeheimen und im Kreiskrankenhaus unterwegs. Eine Aufgabe, der sie gern einen Teil ihrer Zeit opfert.

Gisela Spott bei einer ihrer Reisen nach Island. Die Insel aus Feuer und Eis möchte sie gern noch einmal besuchen.

Quelle: Foto privat

Eilenburg/Mörtitz. Sie ist lebensfroh, singt gern im Mörtitzer Frauenchor, liebt Wanderungen in der Natur. Und sie möchte sich noch einen Traum erfüllen: Ein weiteres Mal nach Island reisen, die Insel aus Feuer und Eis noch ein stückweit mehr erkunden. Dazu scheint ein Ehrenamt, das die 68-Jährige beim Hospizdienst Nordsachsen als eine der Aktiven der ersten Stunde erfüllt, eigentlich nicht zu passen. „Das Thema Sterben war auch für mich, als ich mich für den Hospizdienst interessiert habe, weit weg“, erzählt die Mörtitzerin. Als die Sekretärin einer Anwaltskanzlei im Alter von 56 Jahren ihren Job verlor, stand für sie fest: Ein Leben lang mit Menschen zu tun zu haben, das musste weitergehen. Und so führte der Tipp, sich im Pflegeheim doch um alte Menschen zu kümmern, zum Hospizdienst. Der befand sich mit seinem Sitz in Eilenburg 2008 gerade im Aufbau. „Und nur wenige interessierten sich seinerzeit dafür“, so Spott.

Die Angst, sich mit dem Tod zu beschäftigen, sei nach wie vor präsent. Für die Schulungen, die der Hospizdienst regelmäßig anbietet, lässt das Interesse nach, was wohl auch mit dem Generationswechsel zusammenhängt, vermutet die Sterbebegleiterin. Ihre eigene Furcht vor dem Lebensende, das doch unausweichlich zum Leben gehöre, sei allerdings kleiner geworden, seit sie in örtlichen Pflegeheimen oder im Krankenhaus dazu beitragen kann, Sterbenden auf ihrem letzten Stück des Lebensweges in die Augen zu sehen oder deren Hand zu halten. „Dabei habe ich viel über diese Menschen erfahren, von ihren Erlebnissen gehört, vor allem von dem, was sie im Krieg, auf der Flucht und nach der Vertreibung erlebten.“ Kranke, Pflegebedürftige und Alte seien heutzutage überwiegend gut versorgt, hätten es sauber und warm. Nur die menschliche Zuwendung sei für Menschen am Ende ihres Lebens oftmals das größte Geschenk. Dabei äußert Gisela Spott durchaus Verständnis, wenn in den Familien andere Themen Vorrang haben. Insofern seien sie und ihre Mitstreiter beim Hospizdienst gern bereit, einen Teil ihrer Zeit zu opfern.

Sie habe überhaupt viel Interesse für historische Ereignisse, so Gisela Spott. Die „Spur der Ahnen“, gehöre im TV zu ihren Lieblingssendungen. Auch Ahnentafeln, die viele Menschen erforschen und die sie mit Unterbrechungen selbst in Angriff genommen hat, findet die Seniorin spannend. Bekommt sie es mit Demenzkranken zu tun, dann sucht sie das Gespräch mit den Augen oder singt etwas aus dem Liederprogramm ihres Mörtitzer Frauenchores vor. „Das kommt an“, so ihr Eindruck. Die Supervisionen und Gruppenabende, zu denen sich die Ehrenamtler des Hospizdienstes regelmäßig treffen, helfen dabei, emotionale Probleme, die sich bei dieser Aufgabe unweigerlich ergeben, zu verarbeiten.

Kontakt Hospizdienst: Sieglinde Stahl, Nikolaiplatz 3, 04838 Eilenburg, Telefon 03423 7002998 oder 015116350628; E-Mail: hospizdienst@diakonie-delitzsch.de.

Von Karin Rieck

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