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Eilenburg Glauchaer Brötchen in Eilenburg: Muldestadt hat einen Bäcker mehr
Region Eilenburg Glauchaer Brötchen in Eilenburg: Muldestadt hat einen Bäcker mehr
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09:09 07.10.2016
Patrick Nagorny mit den neuen Mitarbeiterinnen Heike Richter und Silvia Petzold (rechts). Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Bäckerei statt Boutique in der Leipziger Straße: Dort, wo zum Anfang des Jahres noch Mode verkauft wurde, duften nun Brot, Brötchen und Kuchen. Die goldene Brezel zeigte seit einigen Tagen von außen, was seit Anfang der Woche innen angeboten wird. Die Glauchaer Bäckerei Nagorny ist damit ihren Kunden auch südlich nähergerückt. Die nördliche Filiale in Bad Düben gibt es schon seit einigen Jahren.

Neben der kaum abreißenden Schlange an Kunden kam am ersten Tag in Eilenburg auch Besuch aus der Nachbarschaft. Zum Beispiel Mike Trybusch vom gleichnamigen Rundfunk- und Fernsehservice gegenüber brachte eine Topfblume als Willkommensgeschenk: „Ich finde es einfach klasse, wenn ein leer stehendes Geschäft wieder belegt ist. Und Bäckereien ziehen viele Leute an.

Begeisterung fürs Handwerk

Während andere schließen, weil die Inhaber keinen Nachfolger haben, strahlt Nagorny voller Begeisterung für sein Handwerk. Bei ihm ist oft davon die Rede, dass dieses und jenes ebenso gemacht wird, wie es schon beim Großvater und Urgroßvater war. Da gibt es nicht allein Opa-Brötchen, oder gehen seit Jüngstem große und kleine „Gerds“ über den Ladentisch. Das betrifft auch die täglichen Abläufe. „Ein wenig ungerecht ist das schon. Denn meine Oma kommt da zu kurz“, sagt der 41-Jährige noch. „Sie war letztlich der treibende Keil für die Wiedereröffnung damals.“

Arbeitszeiten haben Vor- und Nachteile

In den 90er-Jahren eröffneten seine Eltern die Glauchaer Bäckerei des Großvaters nach zweijähriger Pause wieder. Seit September ist Patrick Nagorny alleiniger Inhaber. Selbst in der ungewöhnlichen Arbeitszeit sieht er Vorteile: „Ich habe etwas vom Tag und kann im Sommer, wenn andere im Büro sitzen, mit meinen Kindern schwimmen gehen.“ Dafür steht er ab Mitternacht in der Backstube, seine Mitstreiter eine halbe Stunde später. Wegen des Starts in Eilenburg ist alles eine Stunde vorverlegt. Vier Stunden Schlaf müssen reichen. Deshalb bleibt der Montag konsequent Bäcker-Ruhetag und sonntags ist zu. „Wir produzieren alles, was am Tag verkauft wird, in der Nacht. Das bedeutet, dass wir nicht einfach nachproduzieren können, wenn tagsüber etwas zur Neige geht.“ Für ihn ein Grund, weshalb eine Filiale im Vorraum eines Discounters nicht möglich war. „Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie gut die Auslagen am Abend bestückt sein müssen.“ Generell plane er so, dass möglichst wenig weggeworfen werden muss.

Von Heike Liesaus

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