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Eilenburg Grabmale im Dornröschenschlaf
Region Eilenburg Grabmale im Dornröschenschlaf
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14:40 19.05.2015
Immergrün und Laub bedecken die Grabstätte vor der Tafel, die an Anton Bernhardi erinnert. Quelle: Heike Liesaus

Deren Zustand war in der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung kritisiert worden. Auf der anderen Seite gibt es dazu seit reichlich einem Jahr ein Projekt des Museumsvereins.

Für den geschichtsinteressierten Besucher gibt es einiges zu entdecken auf dem Friedhof Eilenburg-Mitte. Gleich links vom Eingang von der Muldeseite ist das Grab des Arztes, Naturwissenschaftlers, Sozialreformers und Erfinders der Kalksandsteinpresse Dr. Bernhardi zu finden. Die Platte an der Wand weist es deutlich aus. Die Stätte darunter bedeckt ein Teppich aus Immergrün, durch das noch Reste der Steinfassungen lugen, die zeigen, dass es einst etwas mehr friedhofsgärtnerische Gestaltung gab. Vor der Platte der Familie Möbius, des Naturforschers und Zoologen, sieht es noch einfacher aus. Der Rundgang führt zum Beispiel auch an der Engelstatue vorbei, die über dem immer noch gepflegten Grab der Familie Mitscherlich, einer Unternehmerfamilie, wacht. Repräsentativ wirkt die Grabwand, die an die Familie Holzweißig, ebenfalls Unternehmer, erinnert, auch wenn Efeu die Anlage davor erobert hat.

Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) kann die Kritik am Zustand der historischen Grabstätten nicht nachvollziehen: "Das ist eher romantisch. Dort wird nicht jeden Tag geharkt." Aber was ist indessen aus der Arbeitsgruppe beim Museumsverein geworden, die sich um diese begehbare Stadtchronik kümmern wollte? Dieser Tage sei gerade wieder die Schülergruppe aus der Tschanter-Schule bei ihm gewesen, die sich um die Erstellung der Biografien der prominenten Eilenburger kümmert, die auf dem Stadtfriedhof zur letzten Ruhe gebettet wurden, berichtet Andreas Flegel, Vereinsvorsitzender und Museumsleiter. Unterstützung kommt auch von der Karl-Neumann-Schule. Links neben dem Eingang von der Torgauer Straße aus werden Fundamente ans Tageslicht geholt. Hier stand einmal die Georgenkirche. Ein Stück der Ziegelfläche ist schon freigelegt. "Über den Winter ruhten die Arbeiten. Nach den Ferien geht es im März wieder weiter", erklärt Schulleiterin Cornelia Maiwald. Auf dieser Fläche sollen dann besondere Steine von aufgegebenen Gräbern platziert werden. Zudem habe die Stadtverwaltung mit der Stadtwirtschaft, die mit der Pflege der Friedhöfe und auch der Gräber von Röber, Schrecker und Möbius beauftragt ist, Kontakt aufgenommen: Nach dem Winter soll der Rhythmus verstärkt werden, berichtet Annett Krause vom Bereich Bürgerservice bei der Stadtverwaltung. "Außerdem wollen wir uns Vorschläge für die Gestaltung machen lassen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014
Von Heike Liesaus

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