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Eilenburg Größere Wohnungen sind Mangelware in Eilenburg
Region Eilenburg Größere Wohnungen sind Mangelware in Eilenburg
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10:58 23.08.2016
Auf der Warteliste für die neun Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen, die in der Weinbergstraße gebaut werden, stehen schon 28 Bewerber. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Eilenburg

Eilenburg will sich fit machen für den Zuzug. Mit Hochdruck wird in der Stadtverwaltung daran gearbeitet, mehr Grundstücke für Häuslebauer in der Muldestadt auszuweisen. Schließlich läuft dieser Tage auch die Wohnstandort-Kampagne an. Doch wie steht es um familientaugliche Mietprojekte? Welche Erfahrungen machen Bauherren, die Wohnungen in den Neubau- und Sanierungsobjekten vermieten wollen? Wer derzeit auf der Suche nach einer familienfreundlichen Wohnung ist, hat es sehr schwer. Und die Zahl Bau- und Sanierungsprojekte für den Neubezug ist in der Stadt sehr übersichtlich.

Baukran an der Weinbergstraße

An der Weinbergstraße im Stadtteil Berg dreht sich derzeit der Baukran, wächst der Rohbau eines Mehrfamilienhauses in die Höhe. Neun Zwei- und Drei-Raumwohnungen sollen entstehen. „Wir haben das Projekt extra noch geändert, weil die Nachfrage nach etwas größeren Wohnungen so hoch ist“, sagt Bärbel Bock von der gleichnamigen Denkmalpflegefirma. Nun stehen bereits 28 Interessenten auf einer Warteliste. Ihnen sollen die Wohnungen aber dann erst noch einmal bei einem Tag der offenen Tür im Rohbau gezeigt werden. Im Oktober werde es soweit sein.

Der Neubau in der Martinstraße ist bis auf eine Zwei-Raum-Wohnung voll belegt. Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Alles belegt

In der Martinstraße ist auf einem 700 Quadratmeter großem Grundstück ein Haus mit sechs Zwei-Raum-Wohnungen, 60 bis 70 Quadratmeter groß, entstanden. Ein Lückenschluss mit prima Blick in die Eilenburger Muldewiesen und trotzdem nahe am Stadtzentrum. Im Juli war Einzugstermin. „Bis auf eine Zwei-Raum-Wohnung ist alles belegt. Und ich habe auch keine Sorge, dass sich auch dafür noch ein Mieter findet“, erklärt Ralf Schreiber, Vorstand der Eilenburger Landbau AG. Auch in den anderen Landbau-Objekten an der Dorotheen- und in Jahnstraße herrsche kein Leerstand.

Eine markante Sanierungs-Baustelle ist auch gleich Eingang zur Eilenburger City auszumachen. Das Dach wurde neu gedeckt. Die Maler derzeit pinseln an der Fassade. Das Haus gehört Familie Hammer, den Inhabern des Fahrradgeschäfts nebenan. „Allerdings wird es noch dauern bis zur Fertigstellung. Jetzt müsse erst einmal entkernt werden, ist von Angelika Hammer zu erfahren. Das Haus ist nicht wirklich groß und es gibt keine Vermietungsabsicht: „Wir wollen es für Archivzimmer und als Wohnung für Angestellte oder unsere Azubis nutzen, die von weiter her kommen.“

Neben Fahrrad-Hammer wird im Wesentlichen für den Eigenbedarf saniert. Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Kein Leerstand

Ebenfalls nahe am Stadtzentrum ist der sanierter Altneubau an der Rinckartstraße 21 fast bezugsfertig. In den oberen Fenstern hängen schon Gardinen. Am Eingang gibt es zwar noch die Bautür. Doch die Briefkästen daran sind bereits alle mit Namensschildern versehen. Die Nummer eines Vermieters ist nicht angeschlagen. Ein Hinweis darauf, dass hier kaum noch etwas zu mieten sein wird. „Alles weg“, bestätigt Evelin Rösch von der Firma Gaebel, die ebenso bereits mehrere Objekte in der Stadt sanierte, die Vermutung. „Es gibt eigentlich keinen Leerstand bei uns.“ Familiengeeignete Vier-Raum-Wohnungen zum Beispiel seien gar nicht mehr frei. „Neulich lag die Kündigung eines Mieters noch gar nicht schriftlich vor, da war die Wohnung schon vergeben.“

Neue Projekte

Ebenso muss Michael Dietterle von der gleichnamigen Immobilien- und Hausverwaltungsfirma passen: „Für Familien haben wir derzeit nichts mehr.“ Generell aber finde er aber gut, dass Eilenburg sich mit der Standortkampagne bemüht, Zuzug zu generieren. „Andere Städte machen das auch. Es ist schon wichtig, dass nicht einfach abgewartet wird, was passiert.“

Immerhin ist auch das ist bei der kurzen Umfrage zu erfahren: Einige Firmen planen an weiteren Projekten. Jedoch reden Bauherren darüber mittlerweile ungern, bevor Planungen und Sanierung oder Neubau einen gewissen Stand erreicht haben: Das große Interesse sei schwer zu bewältigen. Ein größeres Projekt plant die Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft beim bisher unsanierten Wohnblock Eckartstraße 21-23. Aus den bisherigen Wohnungen sollen großzügigere mit zwei Kinderzimmern werden. Baustart ist aber erst 2017 vorgesehen und es sind umfangreiche Entkernungsarbeiten nötig. „Aber wir haben in anderen Objekten schon des öfteren nebeneinanderliegende leer stehende Wohnungen zu einer größeren gemacht“, erklärt Prokuristin Kerstin Hartfiel. „Da ging bisher eigentlich immer noch etwas.“

Von Heike Liesaus

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